Der marokkanische „moderate Islam” und der Krieg gegen die Philosophie

Im letzten Februar ordnete der König von Marokko an, das religiöse Bildungsprogramm, eines der umstrittensten Teile der marokkanischen Bildungssystems, welches von der Grundschule bis zum Abitur unterrichtet wird, zu bearbeiten.

Der marokkanische „moderate Islam”  und der Krieg gegen die Philosophie

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Der König sagt, dass er einen „moderaten marokkanischen Islam“ fördern möchte, ein Vorhaben, welches ich voll unterstütze.

Leider wird die Philosophie im neuen religiösen Lehrbuch als „ein Produkt menschlichen Denkens, welches gegen den Islam gerichtet ist“ und „Essenz der Degeneration“ bezeichnet.

Der „Marokkanische Verband der Philosophie-Professoren“ protestiert gegen die Kriminalisierung der Philosophie und fordert zu einer Rücknahme des islamischen Lehrbuches im ersten Abiturjahr auf. Der Verband verurteilt außerdem den wahabitsch-salafistischen Einfluss auf das marokkanische Bildungssystem.

Fragen an Ihre Majestät, den König von Marokko:

Wie können wir an einer Modernisierung des Islams arbeiten, und dabei gleichzeitig Angst und Phobien gegenüber den Werten des kritischen Fragens und Denkens schüren?

Wie kann ein Projekt für einen „moderaten marokkanischen Islam“, welches die Gedankenfreiheit fördern soll, die grundlegenden Prinzipien ablehnen, auf denen freie Gedanken aufbauen?

Ein Krieg gegen die Philosophie ist ein Krieg gegen die Moderne und die Freiheit, ein Freibrief für alle Arten von Fundamentalismus und Extremismus.

Übersetzung: Jörg Elbe

Kacem El Ghazzali ist einer der wenigen Marokkaner, die ihren Atheismus öffentlich vertreten. Er lebt deswegen seit 2011 als Flüchtling in der Schweiz. Der Schriftsteller ist Vertreter der International Humanist and Ethical Union am UNO-Menschenrechtsrat in Genf sowie Ko-Direktor der Raif Badawi Foundation for Freedom.

Hier geht's zum Originalartikel...

Kommentare

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    rudolf beckert

    Die antwort lautet: lest allionso, der Kosmos braucht die Menschheit nicht...

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      Saskia

      "möchte, ein Vorhaben, welches ich voll unterstützt." Lieber Jörg Elbe, ich habe einen kleinen Grammatikfehler gefunden.
      Zum Artikel: Offensichtlich ist kritisches Denken wichtig. Glaube ist auch wichtig, aber nur solange es erlaubt ist ihn zu hinterfragen.

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        Jörg Elbe

        Danke für den Hinweis...

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