Die 10 Gebote

Immerzu werden die biblischen zehn Gebote gerühmt – als Grundlage eines funktionierenden Zusammenlebens, als Ursprung westlicher Werte oder als strahlendes Beispiel für die Moralität der Bibel.

Die 10 Gebote

So kennen wir die Zehn Gebote vor allem aus den Propagandavehikeln der katholischen Kirche und ihrer einzelnen Lobbygruppen - verpackt in euphemistischen Worten.

Von den in der Bibel nachstehenden Geboten zur Sklavenhaltung, Todesstrafe uvm., die Moses am selben Tag auch auf dem Sinaiberg von Gott empfangen hat, sprechen Christen nicht so gerne. Oder wissen mal wieder gar nicht, was in ihrer heiligen Schrift so alles drinsteht.

1. Gebot

Das erste Gebot „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ ist bei einer monotheistischen Religion in etwa so sinnvoll wie das Gebot „Du sollst in keinem anderen Körper leben“. Gehaltvoll wird es erst, wenn man die Mosebücher als Beschreibung einer Vielgötterwelt deutet, in der der Gott der Israeliten der stärkste unter mehreren Göttern ist.

Doch warum ist diesem Gott der Israeliten die ausschließliche Huldigung seiner Person so wichtig, wo er doch allmächtig und über alles erhaben ist? Die Antwort ist einfach: Er muss ein verdammt selbstherrlicher und neidischer Zeitgenosse sein. Beim Gebot gegen das Töten hat er immer mal wieder ein Auge zugedrückt, etwa wenn es um die Vernichtung seiner Feinde ging, aber gegen die Anbetung fremder Götter ging Jahwe stets unerbittlich vor. Das erste Gebot ist also keine moralische Vorgabe, sondern eine eigensinnige Zwangsverordnung eines eifersüchtigen Gottes, wie er selbst auch selber zugibt:

„Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.“

- 2. Mose 20, 5-6

Nicht zuletzt verstößt das erste Gebot auch bereits gegen unsere Verfassung und die allgemeinen Menschenrechte (Prinzip der Religionsfreiheit). Niemand hat mir vorzuschreiben ob – und wenn ja, wie viele Götter ich verehren soll.

Schockierend ist auch der einführende Teil in das erste Gebot, der von Christen aus naheliegenden Gründen meist weggelassen wird:

„Wenn dein Bruder, der dieselbe Mutter hat wie du, oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau, mit der du schläfst, oder dein Freund, den du liebst wie dich selbst, dich heimlich (zu anderen Gottheiten) verführen will ... sollst du nicht nachgeben und nicht auf ihn hören. Du sollst in dir kein Mitleid mit ihm aufsteigen lassen, sollst keine Nachsicht für ihn kennen und die Sache nicht vertuschen. Sondern du sollst ihn anzeigen. Wenn er hingerichtet wird, sollst du als erster die Hand gegen ihn erheben, dann erst das ganze Volk. Du sollst ihn steinigen, und er soll sterben.“

- 5. Mose 13, 7 – 11

2. Gebot

Das zweite Gebot „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der Herr lässt nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht“ hat auch nichts mit Moral zu tun und verstößt gleichermaßen gegen das Verfassungsrecht (nämlich gegen die Meinungsfreiheit). Außerdem stellt sich die Frage ab wann der Name des Herrn missbraucht wird? Etwa schon bei Ausrufen wie „ach du heiliger Gott“ oder „Oh mein Gott"?

„Wenn man die reifende Idee des Monotheismus in ihren weiteren Konsequenzen verfolgt, kommt man zu dem einzigen Schluss: Gottes Namen überhaupt nicht zu erwähnen, nicht über Gott zu sprechen.“

– Erich Fromm

3. Gebot

Das dritte Gebot „Du sollst den Sabbat heiligen, er ist dem Herrn, deinem Gott, geweiht“ ist bis hierhin das dritte von drei Geboten, mit dem Gott ausschließlich seine Selbstumschmeichlung sichert. Je nach Zählart gelangt man sogar auf fünf Gebote dieser Art: (I) Gott anbeten, (II) kein Bildnis von ihm machen, (III) seinen Namen nicht missbrauchen, (IV) ihm jede Woche einen ganzen Tag widmen und (V) keinen anderen Gott neben ihm dulden.

Dass das dritte Gebot auch wieder gegen etliche Freiheitsgebote verstößt und wir im Westen mit der Fünftagewoche kulturevolutionär schon viel weiter sind, geschenkt. Essentiell ist, dass das Gebot keine morallogische Grundlage besitzt: „Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.“ (5. Mose 5, 18) Eine Pflicht kann man nicht aus einer erfundenen Geschichte ableiten!

„An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.“ (5. Mose 5, 14)

Der Idee nach hätte das dritte Gebot sinnvoll ausfallen können, wenn es in ihm darum gegangen wäre, dem Menschen an einem Tag in der Woche Ruhe und Besinnung zu empfehlen. Allen aber zu befehlen, einen Tag Gott zu opfern und dabei noch subtil Sklaverei ethisch zu legitimieren, war von Gott mal wieder nur amoralisch, selbstsüchtig und schlecht durchdacht: Denn selbstverständlich gibt es Menschen, die auch am Sabbat arbeiten müssen: Ärzte, Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleute etc., ohne diese u. v. a. m. bräche unsere Zivilisation zusammen.

Fun Fact: Der „Sabbat“ geht übrigens von Freitagabend bis Samstagabend, kein Christ hält sich an diese Pflicht, nur die Juden.

4. Gebot

Das vierte Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohlergehe und du lange lebest auf Erden“ ist im Grunde genommen begrüßenswert, zementiert und legitimiert in seiner Einseitigkeit und Pauschalität aber das patriarchalische Familienverständnis religiöser Menschen. Für das Kind sieht die Bibel Zucht und Strenge vor (Spr. 13, 24).

Jesus übrigens hielt nichts davon seine Eltern zu ehren: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.“

(Lukas 14, 26)

5. Gebot

Sein fünftes Gebot „Du sollst nicht töten“ nahm nicht einmal Gott selbst ernst: Gleich nachdem er den Israeliten gesagt hatte, sie sollen nicht töten, befahl er ihnen, zu töten. Die Israeliten sollten in den Krieg gegen die Kanatiter ziehen um alle zu töten, „auch die Frauen und Kinder und auch das Vieh.“

Im Kontext heißt „Du sollst nicht töten“ folglich nur: „Du sollst keine Mitglieder deiner eigenen Sippe töten“. So hat das Gott damals gemeint, so hat er es praktiziert, mit der Versklavung und Ermordung von Nicht-Israeliten hatte er über die gesamte Bibel hinweg nie Probleme gehabt.

Noch lieber als töten zu lassen tötete Gott selbst, 2.821.364 Tote in direkter Bibelzählung und 24.994.828 Tote in geschätzter Zählung gehen auf sein „Mordkonto“ (siehe etwa: Arche Noah).
Zum Vergleich: Der „böse“ Teufel tötet in der kompletten Bibel nur 10 Menschen.

6. Gebot

Das sechste Gebot „Du sollst nicht Ehe brechen“ wurde sehr, sehr vage und somit interpretierfreudig formuliert. Heißt Ehe brechen Fremdgehen? In unserer Gesellschaft ist außerehelicher Sex verpönt, wir sehen ihn aber nicht als strafbare Handlung an, Ehebrechen ist also nicht verboten.

7. Gebot

Das siebte Gebot „Du sollst nicht stehlen“ war schon damals trivial. Mir ist über die gesamte Menschheitsgeschichte hinweg keine einzige Gesellschaft bekannt, die ein Konzept von Eigentum kannte, aber Diebstahl tolerierte. Eigentlich stecken die Gebote 4, 5, 6, 7, 8 und 10 auch alle bereits in der Goldenen Regel versteckt, die ihre Ursprünge in der vorbiblischen Zeit hat.

Wenn man das siebte Gebot tatsächlich ernstnehmen wollte, dann müsste es besonders dann beachtet werden, wenn es z.B. darum geht, Kindern durch Taufe und konfessionelle Indoktrination ihre Chance zur eigenen religiösen Entwicklung zu stehlen. Oder verblendeten Kirchengängern ihr harterarbeitetes Geld.

8. Gebot

Das achte Gebot „Du sollst nicht lügen“ ist i.d.R. ebenso selbstredend wie das siebte Gebot. Es gibt aber Sonderfälle, in denen man nicht umher kommt zu lügen. Stellen Sie sich nur einmal vor, Sie würden für einen Tag nur die Wahrheit sagen: Ihrem Chef, was sie von ihm halten und ihrer Frau, dass sie wieder zugenommen hat. Ihr Leben wäre ruiniert, ehe sie sich umsehen könnten. Derart kategorisch verfasst ist das achte Gebot somit nicht praktikabel.

9. Gebot

Das neunte Gebot „Du sollst dir kein Bildnis von mir [deinem Gott] machen“ dient wieder einzig und allein dem Eigennutz Gottes und verstößt auch wieder gegen die Meinungs- und Kunstfreiheit. Konsequent zu Ende gedacht verbietet es sogar jeden konkreten Theismus, also auch den Glauben des Judentums und den des Christentums, die beide ein sehr konkretes Bild eines personalen, allmächtigen Gottes zeichnen.

10. Gebot

Das zehnte Gebot „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Haus, Acker, Knecht, Magd, Rind, Esel“ ist das letzte der zehn Gebot und zugleich das erste, das uns (nicht nur einfach noch eine Handlung sondern) eine bloße Empfindung verbieten möchte. Dass dieses Gebot sinnlos ist, zeigt sich u.a. darin, dass man eine Empfindung wie Begierde und Neid nicht durch ein niedergeschriebenes Verbot zum Verschweigen bringen kann. Oder wie es Arthur Schopenhauer es einst ausdrückte: „Man kann nicht wollen, was man will“.

Fazit

Ich verstehe den Dauerhype um die Zehn Gebote nicht. Kein bisschen. Mein 16-jähriger Bruder könnte in 10 Minuten moralisch weitaus hochwertigere Gebote aufstellen. Selbst im historischen Kontext stellten sie nichts Neues dar: Jedes der zehn Gebote fand sich zuvor schon zigmal in anderen Kulturen.

Heute sind die Zehn Gebote komplett überholt. Wie für jeden klardenkenden Menschen unverkennbar sein sollte, wenden sie sich an verhältnismäßig unmündige Menschen einer anderen Gesellschaft und Epoche. Aus heutiger Sicht ließen sich die Hälfte der Gebote komplett rausstreichen und dafür müssten neue Gebote formuliert werden, wie: „Du sollst nachhaltig mit deiner Umwelt umgehen“ (Siehe auch: Alternative 10 Gebote).

Ein möglicher Grund, weshalb die Zehn Gebote trotz allem immer noch so gehyped sind, deckte vielleicht die Sunday Times im Jahre 1997 auf: Zwei Drittel der Priester im Dienst der anglikanischen Kirche konnten laut Augsburger Kirchenzeitung vom 9.2.97 nicht einmal die Kurzform der Zehn Gebote zitieren. Kein Wunder: Eine allzu genaue Textkenntnis führt nur zur Ernüchterung und letzten Endes oft zum Atheismus. Wer von diesem Hype runter kommen möchte, lese nur mal die 10 Gebote in den Originalfassungen (Ex 20,2–17 und Dtn 5,6–21).

Man könnte komplett alles von moralischem Mehrwert aus den Zehn Geboten auf folgende Formel zusammenstaufen: Du sollst Anderen ohne deren Einwilligung keinen Schaden zufügen. Warum? Weil Du auch nicht willst, dass Andere Dir ohne Deine Einwilligung Schaden zufügen, und wenn jeder will, dass dieses Gebot für alle anderen gilt, dann muss es für ALLE gelten - oder für niemanden. Denn bedenke, dass wenn Du eine Ausnahme forderst, dass dies auch Dich treffen könnte. In der Bibel wird insbesondere von Gott permanent gegen dieses einfache Gebot verstoßen. Wenn ein Mensch so agieren würde wie der Gott der Bibel, würden wir ihn als brutalen, unberechenbaren Diktator wahrnehmen. Aber bizzarerweise haben wir an den allgütigen und allwissenden Überpapi obwohl geringere moralische Ansprüche als uns hochentwickelte Affen.

Demokratie: Wenn man eine faire und gerechte Welt haben will, kann kein außerkosmischer Wolkenkasper moralische Vorschriften erlassen. Ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Regeln ist die minimale Voraussetzung einer fairen Welt.

Euthyphron-Dilemma

Homosexualität:

Offenbaren: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein allmächtiger Gott das Universum so erschafft, als ob er nichts geschaffen hätte, uns sicher aber gerade durch das Universum offenbaren möchte?

Religion: „It´s all equally ridiculous: Mormons believe, Joesph Smith received gold tablets from an angel on a hill, when everbody knows that Moses got stone tablets from a burning bush in a mountain.“ Stephen Colbert

Was drin steht: Fundamentale und liberale Christen unterscheiden sich untereinander nur in der Anzahl der Verse aus der Bibel, die sie ernst nehmen. Du bist als Christ homophob, weil es in der Bibel ist? Schön. Aber warum trägst du Kleider aus verschiedenen Stoffen? Auch das ist nach der Bibel verboten (3. Mose, 19,19).

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Kommentare

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    foramentor

    Hinter dieser Interpretation der 10 Gebote steht wohl die Meinung, dass der Mensch selber Gottheit sei. Ganz im Sinne des Humanismus; oder doch eher Satanismus: Es war Lucifer, welcher sich mit den Worten "non serviam" Gott gleichgestellt hat. Aber ich will wohl mal wieder den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Mann, ich bin hier auf einer Atheisten-Site!

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      Norbert Schönecker

      Man kann die 10 Gebote, so wie die ganze Bibel, natürlich hinterfragen.

      Wenn man das ordentlich tut, dann wird man u.a. tatsächlich feststellen, dass die Gebote 4 bis 10 nicht origenell sind. Und dass das erste Gebot nicht unserer Religionsfreiheit entspricht. Und dass das vierte Gebot auf einer teilweise recht sagenhaften Geschichte beruht. So weit hat der Autor das richtig recherchiert.

      Umso mehr wundert es mich, dass er das achte Gebot mit "Du sollst nicht lügen" wiedergibt und es auf Höflichkeitslügen ausdehnt. Er muss doch wissen, dass da im Original und in jeder anständigen neueren Übersetzung so etwas Ähnliches steht wie "Du sollst gegen Deinen Nächsten kein falsches Zeugnis abgeben!". Das achte Gebot bezieht sich auf Gerichtsverhandlungen!

      Da der Autor ansonsten die Bibel recht genau zitiert, muss ich hier von einer vorsätzlichen Falschübersetzung ausgehen. Und damit stürzt die ganze Seriosität des Artikels zusammen. Es ist also letztlich doch eine populistische Hetzschrift, die Wahrheiten mit Halbwahrheiten und Täuschungen vermischt. Schade.

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        Holger Gronwaldt

        @Norbert Schönecker,

        man kann die 10 Gebote nicht nur hinterfragen, man MUSS sie sogar hinterfragen, solange es noch Menschen gibt, die nicht erkennen, was für ein armseliges Dokument menschlicher Unzulänglichkeit sie darstellen.

        Wer heute noch zu den 10 Geboten steht, erklärt sich mit Sklaverei und Unterdrückung der Frauen einverstanden und offenbart möglicherweise ein gestörtes Verhältnis zu den Menschenrechten.

        Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass derjenige nicht wirklich weiß, was die 10 Gebote aussagen.

        Du übrigens auch nicht, denn Du hast nicht gemerkt, dass dem Autor beim 9. Gebot ein eklatanter Fehler unterlaufen ist und er das 9. Gebot mit dem 2. verwechselt hat.

        Bezeichnend auch, dass Du eine durchaus zulässige Interpretation des 8. Gebots dazu missbrauchst, gleich den ganzen Artikel als "Hetschrift" zu diffamieren. Dabei formulieren sogar erzkatholische Websites wie folgt:
        "Das achte Gebot verbietet uns jede Falschheit und den ungerechten Schaden am Ruf eines anderen. Daher verbietet es uns neben dem falschen Zeugnis: die Verleumdung, die Lüge, die Herabsetzung, die üble Nachrede, die Schmeichelei, das vorschnelle Urteil und den vermessenen Verdacht."

        Deine "Kritik" ist also nichts anderes als der erbärmliche Versuch, eine für Dich und Deinesgleichen unbequeme Wahrheit in den Dreck zu ziehen. Der Vorwurf der Halbwahrheit und Täuschung fällt also in vollem Umfang auf Dich selbst zurück.

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          ChrisV

          Das AT (und somit die 10 Gebote) sind unzählige Mal übersetzt worden. Von Hebräisch nach Altgriechisch, verschiedene latienische Varianten bis im 16 Jhdt. von Luther in die deutsche Sprache. Heutzutage sind zudem mehrere verschiedene deutsche Bibelübersetzungen im Umlauf (https://de.wikipedia.org/wiki/Bibel%C3%BCbersetzung). Jeder Übersetzen hat (bewusst oder unbewusst) seine eigenen Interpretationen und Intentionen einfließen lassen.

          Im diesem Zusammenhang also von einer vorsätzlichen Falschübersetzung oder Hetzschrift seitens des Artikelautors zu reden, ist maßlos übertrieben.

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            Meinrad

            Es ist m.E. falsch, unsere Gesetze und Staatsverfassung über die 10 Gebote zu stellen oder damit konkurrieren zu lassen. Die vielgepriesene Säkularisierung sollte eben genau Weltlichkeit und Kirche trennen; hier wird sie gleichsam wieder aufgehoben und die religiösen Gebote mit politischen Gesetzesnormen verglichen. Dabei hat bereits Jesus Christus den Keim der Säkularisierung gelegt: Als er am Kreuz gestorben ist, "zerriss der Vorhang im Tempel mitten entzwei", was eben die Trennung von Politik und Religion symbolisiert.

            Offenbar ist sich der Mensch über die Macht seines freien Willens und der Verantwortung daraus nicht bewusst. Die göttlichen Gebote lassen sich mit unserem freien Willen verformen und biegen, bis sie (scheinbar) brechen, um sie mit menschlichen Normen zu ersetzen. Gott duldet und respektiert unseren freien Willen, was sich in den Geboten mit der Formulierung "sollen" manifestiert, was eben auch die Möglichkeit von wohlbegründeten Ausnahmen zulässt. Andernfalls wäre wohl mit "nicht dürfen" formuliert worden.

            Dass die Gebote "im historischen Kontext nichts Neues darstellen" und "jedes der 10 Gebote sich zuvor schon zigmal in anderen Kulturen fand" sollte uns eben gerade hellhörig machen bezüglich deren göttlich-unendlichen Gültigkeitsanspruches.

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