Ist es eine Theorie? Ist es ein Gesetz? Nein, es ist eine Tatsache

Das Wort Theorie hat im umgangssprachlichen und wissenschaftlichen Sinn eine unterschiedliche Bedeutung . Diese Unkenntnis wird nicht nur von den Vertretern einer kreationistischen Weltanschauung ausgenutzt. Richard Dawkins plädiert für ein Umdenken.

Ist es eine Theorie? Ist es ein Gesetz? Nein, es ist eine Tatsache

Ich habe einmal versucht, die Besucher einer atheistischen Konferenz in den USA davon zu überzeugen, dass der Aufdruck „In God We Trust“ auf den amerikanischen Geldscheinen ein belangloses kosmetisches Detail ist. Wir sollten nicht länger darüber jammern und unsere Energie lieber bedeutenderen Themen widmen, darunter dem steuerbefreiten Status der Religionsgemeinschaften. Ich wurde vom geschätzten Bürgerrechtler Edwin Kagin entschlossen zurechtgewiesen, der nun leider verstorben ist. Er sagte, dass der Aufdruck wirklich ein wichtiges Thema sei, weil viele Amerikaner, die mit der Landesgeschichte nicht so gut vertraut sind (die Phrase wurde erst im Jahr 1957 ergänzt) auf den Aufdruck „In God We Trust“ als Beleg dafür verweisen, dass Amerika als christliches Land gegründet wurde.

Unsere Angewohnheit, von der „Evolutionstheorie“ zu sprechen, wird gleichermaßen missbraucht, um die Menschen irrezuführen. Sehr viele Leute lassen sich von der Phrase „Nur eine Theorie“ verunsichern. Dieser Essay dient dazu, die Verwirrung aufzuheben. Ich schlage vor, den Begriff „Theorie“ gar nicht mehr zu verwenden, wenn man mit Kreationisten spricht.

„Wir sollten mit Bezug auf die Evolution gar nicht mehr von ‚Theorie‘ sprechen und stattdessen darauf bestehen, dass die Evolution eine Tatsache ist.“

Heute antwortet man auf das kreationistische „Nur eine Theorie“-Gejammer, indem man die Bedeutung des Begriffs „Theorie“ in den Naturwissenschaften erläutert. Man weist darauf hin, dass sich die Bedeutung vom alltäglichen Wortgebrauch unterscheidet, wo man den Begriff „Theorie“ als Synonym für „Hypothese“ verwendet. In meinem Buch „Die Schöpfungslüge“ zitiere ich zwei Definitionen aus dem britischen Wörterbuch Oxford English Dictionary:

Theorie, Bedeutung 1: Ein Gedankensystem oder ein System von Aussagen, das als eine Erklärung oder Darstellung einer Gruppe von Tatsachen oder Phänomenen gebraucht wird; eine durch Beobachtung oder Experiment bestätigte oder bewiesene Hypothese, die als hinreichende Erklärung der bekannten Tatsachen angesehen oder vorgelegt wird; eine Benennung von dem, was man als allgemeine Gesetze, Prinzipien oder Ursachen von etwas Bekanntem oder Beobachteten ansieht.

Theorie, Bedeutung 2: Eine Hypothese, die als Erklärung vorgeschlagen wird; also eine bloße Hypothese, Spekulation, Mutmaßung; ein Gedanke oder eine bestimmte Menge von Gedanken zu einem Gegenstand; eine individuelle Auffassung oder Vorstellung.

Die Parteilinie unter Wissenschaftlern lautet, im Sinne der Bedeutung 1 für die Evolution zu argumentieren. Bis zum heutigen Tag habe ich es auch so gehandhabt. Nun möchte ich von der Parteilinie abweichen. Ich glaube nun, dass die Debatte über die richtige Begriffsverwendung von „Theorie“ eine Schlacht ist, die man verlieren muss. Wir sollten mit Bezug auf die Evolution gar nicht mehr von „Theorie“ sprechen und stattdessen darauf bestehen, dass die Evolution eine Tatsache ist.

Ich weiß: Man kann sich darauf verlassen, dass Philosophen sogar die Bedeutung von „Tatsache“ in eine Nebelschwade tauchen werden. Eine Tatsache kann nie mehr sein als eine Hypothese auf Bewährung, eine Hypothese, die bislang allen Widerlegungsversuchen getrotzt hat. Je anstrengender diese Versuche waren, desto berechtigter ist es, etwas als „Tatsache“ auszuzeichnen. Ich mag die Art, wie der Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould den Zusammenhang dargestellt hat: „In der Wissenschaft kann ‚Tatsache‘ nur etwas bezeichnen, von dem es pervers wäre, ihm nicht vorübergehend zuzustimmen. Ich schätze, morgen könnten statt der Sonne auch Äpfel aufgehen, aber diese Möglichkeit muss nicht ebenso lange in Physik-Klassenzimmern behandelt werden.“ Gerichte, Zeitungen und jeder von uns gebraucht den Begriff „Tatsache“ im Alltag auf eine Weise, die nur wenigen Menschen Probleme bereitet. Es ist eine Tatsache, dass sich Neuseeland in der südlichen Hemisphäre befindet (dass Barack Obama im Moment der US-Präsident ist, dass es nun in Oxford regnet, dass Gras grün ist, etc.). In diesem alltäglichen Sinne ist die Evolution eine Tatsache und so sollten wir es auch gegenüber einem Laienpublikum vertreten. Es gelingt uns nicht, „Theorie, Bedeutung 1“ zu vermitteln. Also verzichten wir darauf und sprechen offen von der Evolution als Tatsache, von der es pervers wäre, ihr nicht zuzustimmen.

„Heute hat kein Wissenschaftler, der sich damit auskennt, irgendeinen Zweifel an der Tatsache der Evolution.“

Unser Versagen, Bedeutung 1 zu vermitteln, wird zum Teil auf die alltägliche Neigung der Leute geschoben, gleich auf Bedeutung 2 zu schalten, bei der eine Theorie als „bloße“ Hypothese unter Vorbehalt verstanden wird. Wir müssen aber zugeben, dass Wissenschaftler selbst den Begriff „Theorie“ auf eine Weise gebrauchen, die dem armen Laien auf eine verwirrende Art als inkonsistent erscheint. Die „String-Theorie“ enthält Elemente von Bedeutung 1. Sie ist tatsächlich ein „Gedankensystem oder ein System von Aussagen“, aber sie ist sehr weit davon entfernt, „durch Beobachtung oder Experiment bestätigt oder bewiesen“ zu sein. Es ist noch nicht einmal klar, wie man an ihre Prüfung durch Beobachtung oder Experiment herangehen könnte. Und doch wird sie stets als „String-Theorie“ bezeichnet und nicht „String-Hypothese“. Die „Spieltheorie“ ist nichts, was „bestätigt oder bewiesen“ sein könnte. Sie ist vielmehr eine Schlussfolgerungsmethode, die auf dem mathematischen Studium von Spielen beruht und die sich in verschiedenen Fachgebieten als nützlich erwiesen hat. Die marxistische Theorie ist definitiv, „ein Gedankensystem oder ein System von Aussagen, das als eine Erklärung oder Darstellung einer Gruppe von Tatsachen oder Phänomenen gebraucht wird“ und zwar für wirtschaftliche und soziologische Zusammenhänge (und als normatives politisches Rezept), aber erneut muss man fragen, wer sie „gebraucht“?

Charles Darwin hat sich mehrmals auf seine „Theorie“ bezogen und zu seiner Zeit war sie eine Theorie im Sinne der Bedeutung 2: Eine Hypothese, deren Belege zu seiner Zeit einige Wissenschaftler keineswegs überzeugt haben. In den anschließenden 150 Jahren hat sie sich von Bedeutung 2 zu Bedeutung 1 bewegt. Dieser Umstand lässt darauf schließen, dass es ein Kontinuum von Bedeutung 2 zu Bedeutung 1 gibt, das sich in diesem Fall historisch nachvollziehen lässt. Heute hat kein Wissenschaftler, der sich damit auskennt, irgendeinen Zweifel an der Tatsache der Evolution. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass wir gemeinsame Vorfahren mit unserem Vetter Gorilla teilen und mit unserem weiter entfernten Vetter Känguru.

Einige Wissenschaftler sprechen von der Tatsache der Evolution in Abgrenzung zu Darwins Hypothese über ihren Mechanismus (der natürlichen Selektion). Sie würden die natürliche Selektion, aber nicht die Evolution selbst, als Theorie nach der Bedeutung 2 einordnen. Andere denken, dass die natürliche Selektion als einziger Mechanismus, der die adaptive Evolution hervorbringt, so gut belegt ist, dass ihre historische Entwicklung von Bedeutung 2 zu Bedeutung 1 nun beinahe so vollständig vollzogen wurde wie jene der Evolution selbst.

Kreationisten greifen in unseren Raufereien mit ihnen vor allem die Evolution selbst an und weniger die natürliche Selektion. Wir können also den Status der natürlichen Selektion beiseiteschieben und uns auf die Tatsache der Evolution als etwas konzentrieren, das so gut von Belegen untermauert ist, dass es pervers wäre, sie zu leugnen. Es ist eine Tatsache fern aller vernünftigen Zweifel, dass man irgendwann auf einen gemeinsamen Vorfahren treffen wird, wenn man Ihre Ahnen und die Ahnen Ihres Hundes weit genug zurückverfolgt. Es ist eine Tatsache fern aller vernünftigen Zweifel, dass Sie beim Konsum von Bratfisch mit Pommes ferne Verwandte von Ihnen verspeisen, nämlich einen Fisch und eine noch weiter in Ihrer Ahnengalerie zurückreichende Kartoffel.

„Es ist eine Tatsache fern aller vernünftigen Zweifel, dass Sie beim Konsum von Bratfisch mit Pommes ferne Verwandte von Ihnen verspeisen.“

Wer die „Evolutionstheorie“ durch ein „Evolutionsgesetz“ ersetzen möchte, bringt noch mehr Verwirrung in die Debatte. Es ist keineswegs eindeutig, dass die Evolution im Sinne von Newtons Gesetzen oder Keplers Gesetzen oder des Boyle-Mariottschen Gasgesetzes oder des Snelliusschen Gesetzes ein Gesetz ist. Diese Gesetze beschreiben mathematische Beziehungen, Generalisierungen über die reale Welt, die stets wahr bleiben, wenn Messungen angestellt werden. Die Evolution ist kein Gesetz in diesem Sinne (obgleich bestimmte Generalisierungen wie das Dollosche Gesetz und Dopes Gesetz etwas zweifelhaft in den Korpus der darwinistischen Theorie aufgenommen wurden). Außerdem erweckt das „Gesetz der Evolution“ unglückliche Assoziationen mit gewaltigen Übergeneralisierungen, welche die biologische Evolution, die kulturelle Evolution, die linguistische Evolution, die ökonomische Evolution und die Evolution des Universums miteinander verknüpfen. Also machen wir die Sache nicht noch schlimmer, indem wir die Evolution zu einem Gesetz erklären.

Geben wir einfach den Versuch auf, die spezifische wissenschaftliche Bedeutung von „Theorie“ erklären zu wollen. Der Begriff fordert geradezu dazu auf, von Laien missverstanden zu werden, die ihn missverstehen möchten und selbst Wissenschaftlicher gebrauchen den Begriff keineswegs konsistent. Die Bedeutung von „Tatsache“ im alltäglichen Sinne (es ist eine Tatsache, dass Neuseeland in der südlichen Hemisphäre liegt) und die wissenschaftliche Bedeutung (die Belege für die Evolution sind so stark, dass es pervers wäre, ihr nicht zuzustimmen) sind sich nahe genug, um der Verwirrung bei jedem vorzubeugen, der nicht der verbissen pedantischste Philosoph ist. Verschieben wir die Frage, ob die natürliche Selektion auch eine Tatsache ist, gerne auf einen anderen Tag. Heben wir die Verwirrung nun auf, indem wir uns bei Debatten mit Kreationisten strategisch vom Begriff „Theorie“ zurückziehen. Lasst uns für einen strategischen Vorteil einen Bauern opfern und ein für alle Mal eine unmissverständliche Botschaft vermitteln, die jeder verstehen kann, und die in einem alltäglichen Sinne zweifellos wahr ist. Evolution ist eine Tatsache.

Evolution ist eine Tatsache.

Übersetzung: Andreas Müller

Hier geht's zum Originalartikel...

Kommentare

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    Norbert Schönecker

    „Heute hat kein Wissenschaftler, der sich damit auskennt, irgendeinen Zweifel an der Tatsache der Evolution.“ - Nun, diesen Satz bestreite ich. In den USA gibt es einige und auch in Europa ein paar vereinzelte Menschen, die Biologie studiert haben und sich folglich auskennen, und Kreationisten sind. Mit der Argumentation "Würden sie sich auskennen, dann wären sie keine Kreationisten!" hat man einen logischen Zirkelschluss.
    (Anm.: Dieses Argument steht nirgends im Artikel. Aber ich konnte es bereits geradezu hören ...)

    Andersdenkenden einfach die Kompetenz abzusprechen, ist billig und schäbig. Dawkins hätte genug Argumente, er müsste sich nicht auf dieses Niveau herablassen.

    Es wäre auch falsch zu denken, dass ein intelligenter und fachlich gebildeter Mensch sich nicht irren kann. Zum Beispiel ist die Wette zwischen Preskill und Hawking berühmt geworden. Ergebnis: Hawking hat sich geirrt. Das ändert aber nichts daran, dass er sich mit Schwarzen Löchern auskennt.
    Auch kannte sich Galilei mit Planeten aus. Aber dass die Planetenbahnen elliptisch sind, wollte er einfach nicht wahrhaben. Ein Irrtum seinerseits. Und dennoch kannte er sich mit Planeten aus, besser als fast alle zu seiner Zeit.

    Man könnte also auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die sich mit Biologie auskennen, und dennoch die Evolution leugnen. (Genaugenommen leugnen die meisten nur die sogenannte Makroevolution; ich weiß, dass Dawkins von diesem Terminus gar nichts hält, ich verwende ihn, um zu beschreiben, was Lennox und Co. behaupten.) Dann kann man Argumente bringen, die belegen, dass sich die Kreationisten in diesem Punkt irren. Manches kann man vielleicht sogar beweisen. Aber zu unterstellen, dass ein Mensch, der vielleicht sogar einen Lehrauftrag an einer Universität hat, sich damit nicht auskennt, ist tollkühn.

    Dawkins hat übrigens im "Gotteswahn" das Beispiel des Kurt Wise gebracht: Ein glänzender Geologe mit Aussichten auf eine steile akademische Karriere, der auf diese verzichtet hat, um die junge-Erde-Theorie zu lehren. Kurt Wise kennt sich sicher aus in der Erdgeschichte. Er kennt auch die Belege für eine alte Erde. Er bestreitet sie aber, genaus so, wie Galilei die Argumente für elliptische Planetenbahnen gekannt aber bestritten hat.

    Zweifel an der Tatsache der Evolution können also nicht nur daher rühren, dass man sich nicht damit auskennt. Sie können auch daher rühren, dass man sie nicht akzeptieren will.

    Eine fachliche Diskussion mit Kreationisten statt einer Abqualifizierung wäre übrigens auch deshalb wünschenswert, weil dadurch die Forschung angespornt wird. Kritiker zu überzeugen braucht viel mehr Fachkenntnis als gegenseitiges Schulterklopfen. Und die Evolution hat noch viel, viel Forschungsgebiet offen.

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      Jörg Elbe

      Kreationisten biegen sich die Welt so zurecht, dass sie zu ihrer Theorie passt, im Gegensatz zu der wissenschaftlichen Methode, in der die Theorie, die Wirklichkeit möglichst zutreffend zu beschreiben hat. Ob Grundtypen oder Co., die Realtität hat sich nach den "heiligen" Schriften zu richten. Vielleicht hätte Dawkins "ernstzunehmende Wissenschaftler" schreiben sollen. Kurt Wise hat er im "Gotteswahn" als trauriges Beispiel genannt. Jemand, der sich trotz der überwältigenden Belege und der Erkenntnisse, zu denen er gelangt ist, nicht von seinem von klein auf indoktrinierten Glauben lösen könnte. Dies ist das fatale und traurige zugleich. Es gibt auch Zwischenstufen, in denen Naturwissenschaftler in ihrer Forschung der Erkenntnisbildung und im privaten ihrem Glauben folgen. Wissenschaftler sind offen für eine Änderung ihrer Ansichten, wenn es dafür hinreichende Belege gibt. Das ist das Wesen der Wissenschaft. Gläubige lassen keine Fakten gegen ihren Glauben gelten, nichts würde sie jemals zum Umdenken bewegen. Dass dies noch als Tugend verkauft wird, ist einer der Tricks der Religionen.

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        Werner Locher

        Lieber Herr Elbe

        Bitte vergleichen Sie Wissenschaft nicht mit Glauben; das sind schon begriffsnotwendig völlig unterschiedliche Gefässe. Im Grunde lässt gerade der Glaube viele ihm entgegengerichtete Belege zu, ohne dass er deswegen ins Wanken gerät. Diese seine Stärke ist zugleich seine Schwäche, er ist nicht beweisbar. Glaube ist kein Wissen, sondern eben intuitive Vernunft.

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        Norbert Schönecker

        S.g. Herr Elbe!

        Was Sie da schreiben, ist im Großen und Ganzen richtig. Wissenschaftliche Tätigkeit soll nicht auf Glaubenslehren beruhen, sondern auf beobachtbaren Daten.
        Ich wäre auch sehr skeptisch, wenn ein Architekt sagt: "Das Haus bleibt sicher stehen, ich habe auf der Baustelle viel gebetet." Dabei habe ich überhaupt nichts gegen Beten auf der Baustelle. Aber die Grundlage der Arbeit des Architekten sollten dann doch eher statische Berechnungen sein.

        Interessanterweise beruhen aber die entscheidenden Aspekte unseres Lebens auf Glauben, nicht auf nachprüfbaren Fakten. Die meisten Menschen heiraten, ohne ihren Partner einem Lügendetektortest zu unterziehen. Wir setzen Kinder in die Welt, in der Hoffnung, dass sie ein gutes Leben haben werden, und investieren in sie unglaublich viel Energie und materiellen Aufwand, ohne die geringste Garantie oder wissenschaftliche Beweisbarkeit, dass wir dieses Ziel erreichen. (Und ich persönlich hoffe sehr, dass wir unsere Kinder auch in Zukunft nicht genetisch designen werden!) Wir vertrauen Freunden, und unser Vertrauen basiert meistens auf persönlicher Erfahrung, was etwas ganz anderes ist als ein wissenschaftliches Experiment.

        Lieben, Hoffen, Vertrauen, Glauben - ja, ich halte das für Tugenden, wenn sie von Klugheit begleitet werden. Ich halte es für richtig, wenn wir unseren Lieben sogar dann noch treu bleiben, wenn es objektiv unvernünftig erscheint. Wie weit soll die Mutterliebe zu objektiv missratenen Kindern gehen? Wie lange soll eine Frau ihrem alkoholkranken Mann oder ein Mann seiner verschwendungssüchtigen Frau treu bleiben? (Klischees, ich weiß, aber sehr illustrativ) Ich würde sagen: Länger als der Verstand es befiehlt, wenn auch nicht ewig.

        Der Verstand ist nicht alles in unserem Leben und soll es auch nicht sein!

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