Kalamitäten mit Kalam - Kosmologischer Gottesbeweis (Teil 1)

Vorbemerkung

Dies ist ein weiteres Argument für die Existenz Gottes, es gehört zu den »kosmologischen Gottesbeweisen«. Vor allem im islamischen Raum ist es sehr weit verbreitet. Das Wort Kalam bedeutet soviel wie arabische Philosophie oder Theologie. Das Argument selbst geht zurück auf Aristoteles, ist aber hier sehr viel weiter entwickelt worden. Es besteht aus mehreren Argumenten, die aufeinander aufbauen.

Kalamitäten mit Kalam - Kosmologischer Gottesbeweis (Teil 1)

Das Argument

Ich stelle zunächst die einzelnen Teile des Arguments dar und übe gleich Kritik daran. Da es sich um eine Kette aus Argumenten handelt, die aufeinander aufbauen, ist mit dem ersten Argument im Grunde genommen schon die ganze Kette erledigt. Trotzdem, um zu zeigen, wie man Argumente widerlegt, nehme ich alle Teile auseinander.

Positiv ist auch an diesem Argument hervorzuheben, dass die Existenz Gottes nicht »einfach so behauptet wird, sondern dass dies durch rationale Argumente gestützt wird. Es wird eine Begründung geliefert, und wenn man bereit wäre, etwas ohne Begründung zu glauben, dann könnte man buchstäblich alles glauben, und das ist selbstwidersprüchlich – denn wenn man bereit wäre, alles zu glauben, dann auch von allem das Gegenteil, und das geht nicht.

Argument 1 – Beginn der Existenz

(P1) Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache.
(P2) Das Universum begann zu existieren.
(S1) Daher: Das Universum hat einen Ursache für seine Existenz.

Im Prinzip habe ich das schon hier behandelt: Vorbemerkung zu den Gottesbeweisen (diese Einführung sollte man gelesen haben, um die Begriffe zu verstehen). Aber hier wird ein recht simpler, aber genialer Dreh verwendet, der die Probleme des Arguments von Aristoteles vermeidet.

Beschäftigen wir uns mit den Prämissen:

(P1) Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache.

Es ist die Rede von »allem, was zu existieren beginnt. Da Gott, so wird angenommen, nicht zu existieren beginnt, braucht er daher keine Ursache. Das Problem hierbei ist, dass der Begriff der »Ursache missbräuchlich verwendet wird. Damit wir behaupten können, dass A die Ursache von B ist, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein.
A kann dann und nur dann die Ursache von B (= Wirkung) sein, wenn …

1. A muss existieren. Ansonsten ist das synonym zu »eine nicht existierende Ursache A verursachte B, was gleichbedeutend ist mit »B hatte keine Ursache.
2. B muss existieren. Sonst haben wir eine Ursache, die auf nichts wirkt.
3. A muss Energie auf B übertragen. Ansonsten fehlt jede Verbindung zwischen A und B, die Behauptung wäre dann willkürlich.
4. A und B müssen im selben Raumzeit-Kontinuum existieren. A und B können weit auseinander liegen, aber es muss eine räumliche Verbindung zwischen beiden geben. Und beide müssen in derselben Zeit existieren. Das bedeutet, wir haben es mit einem zeitlichen Vorgang zu tun, es gibt ein »Vorher und ein »Nachher, also vor der Wirkung und nach der Wirkung.

Ohne diese Vorbedingung können wir nicht von Ursache reden. Aber, für die Schöpfung des Universums werden drei der vier Bedingungen verletzt!

Wir kennen so etwas wie eine »Schöpfungsursache nicht. Jede bisher beobachtete Ursache bestand darin, dass etwas bereits Existierendes eine Änderung im Zustand von etwas Anderen, das auch existiert, bewirkt.

Wenn Gott (Ursache) das Universum erschafft (Wirkung), dann …

1. … wird die Existenz Gottes vorausgesetzt – und damit wird das Argument zirkulär, man setzt voraus, was zu beweisen wäre.
2. … existiert das Universum nicht und verletzt die zweite Bedingung, um von einer Ursache reden zu können. Gott wirkt auf etwas ein, was nicht existiert.
3. … wird die Existenz von Energie (und damit Materie) vorausgesetzt. Aber diese soll überhaupt erst geschaffen werden!
4. … setzt man die Existenz von Zeit und Raum (oder Raumzeit) voraus, und damit auch die Existenz von Materie und Energie, da Raum und Zeit Eigenschaften der Materie sind.

Wenn etwas entsteht, dann kann es keine Ursache haben. In meinem leider unveröffentlichten Buch habe ich dafür zwei logische Beweise geführt, die ich hier nicht wiederholen möchte. Man kann es auch empirisch beweisen:

Die Entstehung von Etwas wurde bislang nur bei der Vakuumenergie beobachtet. Das nennt man den Casimir-Effekt . Dabei entsteht tatsächlich Energie aus dem Nichts. Eine Ursache dafür ist nicht bekannt, wenn auch vermutet wird, dass sich darin die Energie der Raumkrümmung manifestiert – das ist aber umstritten. Der Casimir-Effekt folgt aber aus der Symmetrie des Vakuums und der Heisenbergschen Unschärferelation .

Im Argument wird der Begriff der Ursache also missbräuchlich verwendet. Es wird die Existenz von Raum, Zeit und Materie vorausgesetzt, die aber erst entstehen soll. Damit widerspricht sich die Prämisse selbst, sie ist folglich falsch. Außerdem, wenn Energie ohne Ursache entstehen kann, ist kein Gott notwendig, um die Existenz des Universums zu erklären. dass dies möglich ist wurde zumindest mathematisch bewiesen: A Mathematical Proof That The Universe Could Have Formed Spontaneously From Nothing.

Das Problem ist, dass dem eine veraltete Vorstellung über Raum, Zeit und Materie zugrunde liegt. Es wird von einer absoluten Zeit ausgegangen, das widerspricht der Relativitätstheorie, die beweist, dass es nur eine relative Raumzeit geben kann. Anders gesagt: Zeit ist ein lokales Phänomen, das an Raum und Materie gebunden ist. Sobald wir also von Zeit reden können, setzen wir die Existenz der Materie bereits voraus. Die Schöpfung, wenn es sie gegeben haben könnte, wäre ein zeitlicher Prozess. Man setzt voraus, dass es ein »Vorher und ein »Nachher gab. Siehe dazu auch Ein Argument gegen Gott.

Das wird auch bei der zweiten Prämisse deutlich:

(P2) Das Universum begann zu existieren.

Dies setzt eine absolute Zeit voraus, eine mittelalterliche Vorstellung von Physik. Wenn die Zeit erst mit der Existenz des Universums begann, dann existiert das Universum alle Zeit, die es gibt. Es gab kein »vor Beginn der Zeit, das ist selbstwidersprüchlich, weil man damit behauptet, dass Zeit verging, bevor es Zeit gab. Das ist aber auch die Voraussetzung dafür, dass man von »Schöpfung reden kann – nämlich dass es eine Zeit vor dem Beginn der Zeit gab, was kompletter Unsinn ist.

Zeit tritt nur dort auf, wo bereits Materie vorhanden ist (und Raum). Zeit ist eine lokale Begleiterscheinung von Materie, eine definierende Eigenschaft von Materie. Man kann auch sagen: Materie existiert zu allen Zeiten, oder, es gab nie eine Zeit ohne Materie. Es gibt keinen Beginn der Zeit, weil das eine absolute Zeit voraussetzt.

Das bedeutet, dass auch an dieser Prämisse alles falsch ist.

Schlussfolgerung: Das Argument setzt gleich auf zwei falsche Prämissen, es kann daher nicht stimmen. Die Schlussfolgerung würde sich aus den Prämissen ergeben, da die Logik korrekt ist, aber beide Voraussetzungen sind selbstwidersprüchlich, zu dem ist das Argument zirkulär: Eine Schöpfung durch Gott wird vorausgesetzt, um zu zeigen, dass es eine Schöpfung durch Gott war.

Denn man könnte jetzt argumentieren, dass es sich um eine spezielle Form der Verursachung handelt, eine »Schöpfungsursache. Diese kann man sich so definieren, dass Gott eben doch in der Lage ist, etwas aus dem Nichts zu erschaffen (Hokuspokus …). Aber dann wird in beiden Prämissen vorausgesetzt, dass es so war, und das Argument endet in einem logischen Zirkel. Es hieße dann:

Weil wir voraussetzen, dass es eine Schöpfungsursache als Spezialfall von Ursachen gibt (auch wenn das noch nie beobachtet wurde), dann folgt daraus, dass das Universum erschaffen wurde. Das Universum wurde von Gott erschaffen, weil wir sagen, dass es von Gott erschaffen wurde.

Und damit bricht das Kartenhaus in sich zusammen. Die Prämissen sind entweder falsch, dann folgt die Schlussfolgerung nicht, oder die Prämissen werden so modifiziert, dass sich aus ihnen ergibt, was gezeigt werden soll.

Wir finden diese falsche Behauptung, dass alles, was zu existieren beginnt, eine Ursache haben muss, auf fast allen für Gott argumentierenden Websites. Ebenso wie »man kann Nichtexistenz nicht beweisen ist dies ein nicht hinterfragter Glaubenssatz, über den man schlicht nicht nachdenkt. Den Gläubigen werden diese Behauptungen untergeschoben. Sie klingen plausibel, so wie es plausibel aussieht, als ob die Erde eine Scheibe sei.

Argument 2 – Unendlicher Regress

Begründung für (P2):

(P3) Etwas kann nicht aktuell unendlich sein.
(P4) Ein unendlicher Regress von temporalen Ereignissen wäre aktuell unendlich.
(S2) Daher: Ein unendlicher Regress von temporalen Ereignissen ist unmöglich (oder, anders gesagt, das Universum muss zu existieren begonnen haben – (P2)).

(P3) Etwas kann nicht aktuell unendlich sein.

Ob dies der Fall ist, ist unter Philosophen umstritten. Nehmen wir einmal an, dem wäre so: Dann könnte Gott nicht unendlich lange existieren. Dem wird in Kalams Argument nicht widersprochen, stattdessen behauptet man, dass Gott zeitlos existiert.

In diesem Fall greift aber Draygombs Paradoxon: Ohne Zeit hatte Gott keine Zeit, um die Zeit zu erschaffen. Schöpfung setzt Zeit voraus, ohne Zeit gibt es keinen Prozess. Gott könnte sich nicht entscheiden, die Welt zu erschaffen, weil er keine Zeit hat, um eine solche Entscheidung zu treffen. Er hätte auch keine Zeit, seinen Entschluss umzusetzen.

Ist die Prämisse jedoch falsch, ist auch das Argument falsch.

(P4) Ein unendlicher Regress von temporalen Ereignissen wäre aktuell unendlich.

Dagegen kann man nichts sagen.

Aber die Schlussfolgerung ist falsch: Das Universum begann nicht zu existieren. Denn ein »Beginn ergibt nur einen Sinn, wenn man das Vergehen von Zeit voraussetzt. Da die Schlussfolgerung falsch ist, muss eine der Prämissen falsch sein, und ich tippe darauf, dass (P2) nicht korrekt ist.

Argument 3 – Etwas aktuell Unendliches kann es nicht geben

Warum kann eine aktuelle Unendlichkeit nicht existieren Hier die Begründung:

(P5) Eine Menge, die durch sukzessives Hinzufügen von Elementen entsteht, kann nicht aktuell unendlich sein.
(P6) Eine temporale Serie von Ereignissen ist eine Menge, die durch sukzessives Hinzufügen entsteht.
(S3) Daher: Eine Menge temporaler Ereignisse kann nicht aktuell unendlich sein.

(P5) Eine Menge, die durch sukzessives Hinzufügen von Elementen entsteht, kann nicht aktuell unendlich sein.

Wie gesagt: Das ist umstritten.

(P6) Eine temporale Serie von Ereignissen ist eine Menge, die durch sukzessives Hinzufügen entsteht.

Ist Zeit eine Menge, der man etwas hinzufügt Möglich. Dies setzt voraus, dass die Zeit eine Quantenstruktur hat, sich also aus kleinsten Elementen zusammensetzt. Ob dem so ist wissen wir nicht. Falls nicht, dann ist die Prämisse falsch.

Im Argument wird zudem eine Reihe von Möglichkeiten außer Acht gelassen. Die eine ist, dass Zeit in sich geschlossen ist, wie die Oberfläche einer Kugel: Diese hat keinen Beginn. Die andere ist, dass es kein Naturgesetz gibt, dass der Zeit eine Richtung gibt. Es ist also möglich, dass sich etwas in der Zeit rückwärts bewegt. Dann kann A die Ursache von B sein, und B in der Zeit zurück die Ursache von A. Dann könnte man von einem Beginn der Zeit reden, aber das würde bedeuten, dass unser Universum ein zweites verursacht hat, das wiederum unsere Ursache ist (Biversum). Dieses würde sich unendlich in Richtung unserer Vergangenheit erstrecken, und die Schlussfolgerung (S3) wäre falsch.

Das mag bizarr erscheinen – aber so, wie die ganze Quantenphysik bizarr zu sein scheint.

Wir haben also zwei weitere Möglichkeiten (eine Zeitschleife wäre eine dritte), die ohne unendliche Zeit auskommen, in der das Universum keinen Anfang in der Zeit hat. In keinem Fall wäre die Zeit unendlich und trotzdem gäbe es kein »Beginn der Zeit. Da das Argument solche Möglichkeiten nicht berücksichtigt, ist es mindestens unvollständig, und die Schlussfolgerungen folgen nicht.

D. h., selbst wenn die Prämissen alle korrekt wären, so folgt daraus nicht, dass das Universum einen »Beginn in der Zeit hatte. Das ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, zudem eine, die auf stark veralteter Physik beruht. Man müsste argumentativ auch die anderen Alternativen ausschließen, ich sehe keine Möglichkeit, dies zu tun.

Argument 4 – Ursache des Universums

(P7) Die Ursache des Universums muss unabhängig von dem sein, was es verursacht hat (also unabhängig von Zeit, Energie und Materie).
(P8) Alles, was unabhängig ist von Energie, Materie und Zeit ist zeitlos und hat keinen Anfang.
(S4) Daher: Die Ursache für das Universum ist zeitlos und hat keinen Anfang.

(P7) Die Ursache des Universums muss unabhängig von dem sein, was es verursacht hat (also unabhängig von Zeit, Energie und Materie).

Es gibt keine Ursache, die unabhängig von Zeit, Raum und Materie ist. Das ist, wie bereits erwähnt, eine missbräuchliche Verwendung des Begriffs »Ursache. Vielmehr muss man alle drei Bedingungen voraussetzen.

(P8) Alles, was unabhängig ist von Energie, Materie und Zeit ist zeitlos und hat keinen Anfang.

Man kann argumentieren, dass Ideen unabhängig von Raum, Zeit und Materie existieren. Die Zahl »1 ist ein abstraktes Konzept, das unabhängig von allem existiert, ansonsten wäre es selbstwidersprüchlich, zu behaupten, dass es immer schon nur einen Gott gegeben hat. Allerdings sind solche Konzepte statisch, unveränderlich, denn Veränderungen setzen Zeit voraus. Etwas, was statisch ist, kann keine Ursache sein, jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem wir den Begriff sonst gebrauchen.

Nebenbei, wenn das Konzept »1 zeitlos-ewig existiert, impliziert dies die Existenz der gesamten Mathematik und damit auch der Logik. Logik kann daher auch keinen Schöpfer haben. Wenn Gott zeitlos-ewig existiert und allwissend ist, kannte er zudem das Konzept der Mathematik und Logik schon immer und kann daher nicht der Schöpfer dieser Konzepte sein. Woher hätte er sonst das Wissen darüber bekommen können

Folglich, wenn man so argumentiert, kann die Existenz des Universums auch von abstrakten Konzepten »verursacht worden sein – sofern man dieses gänzlich andere Konzept von Ursache voraussetzt. Daher ist auch dieses Argument falsch, oder, wenn man darauf beharrt, dann muss es kein Gott gewesen sein, der das Universum erschaffen hat.

Interessant ist auch eine weitere Implikation: Alles, was geistig ist, existiert zeitlos (etwa die Mathematik). Alles, was zeitlos existiert, kann keine Ursache haben. Daher haben Mathematik, Logik, Naturgesetze, da es sich um geistige Konzepte handelt, keine Ursache und keinen Schöpfer. Postulieren wir, dass eine Seele rein geistig existiert und zeitlos-ewig ist, kann es auch hier keinen Schöpfer geben. Wenn die Seele die Voraussetzung für Menschen ist, haben Menschen keinen Schöpfer!

Gott existiert, so wird behauptet, immateriell, ewig und zeitlos. Daher kann er keinen Schöpfer haben. Mathematik, Logik, alles, was daraus folgt, kann keinen Schöpfer haben. Die menschliche Seele, die ebenso immateriell ist, ebenso zeitlos-ewig existiert, kann aus denselben Gründen keine Ursache und keinen Erschaffer haben. Oder: Nichts Geistiges kann einen Schöpfer haben, denn sonst müsste man fragen, wer oder was Gott erschaffen hat. Gott kann sich nicht selbst erschaffen haben, weil er dazu hätte existieren müssen, bevor er existierte. Auch sämtliches Wissen, das Gott hat, kann nicht von ihm selbst stammen, denn dazu müsste es einen Beginn in der Zeit haben. Und genau das wird mit diesem Argument bestritten!

Das ist von den Verfassern dieser Argumentation alles nicht bedacht worden.

Argument 5 – Nur was einen Anfang hat, kann eine Ursache haben

(P9) Ein Ereignis oder ein Wesen kann nur dann eine Ursache haben, wenn es einen Anfang hat.
(P10) Die Ursache für das Universum ist zeitlos und hat keinen Anfang (identisch mit (S4)).
(S5) Daher: Die Ursache für das Universum kann nicht selbst eine Ursache haben.

Dies argumentiert ebenso dafür, dass nichts Geistiges eine Ursache oder einen Schöpfer haben kann, da es keinen Anfang hat – wie Gott. Aber das trifft eben auch auf Mathematik, Logik, Naturgesetze, menschliche Seelen etc. zu, ebenso wie für alles Wissen, das Gott hat.

(P9) Ein Ereignis oder ein Wesen kann nur dann eine Ursache haben, wenn es einen Anfang hat.

Eine Ursache für etwas, was anfängt, zu existieren, gibt es nicht. Daher lautet die Schlussfolgerung auch: Nichts, was zu existieren beginnt, kann eine Ursache haben. Wenn das Universum anfing, zu existieren, kann es daher keine Ursache, keinen Schöpfer gehabt haben.

(P10) Die Ursache für das Universum ist zeitlos und hat keinen Anfang (identisch mit (S4)).

Das kann auch ein Naturgesetz sein. Da es sich um ein geistiges Konzept handelt, hat es keinen Anfang und existiert zeitlos. Der Schluss auf »Gott war es ist nicht gerechtfertigt, da diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden kann. Vor allem dann nicht, wenn wir die Argumentation für korrekt halten!

(wird fortgesetzt)

Hier geht's zum Originalartikel...

Kommentare

  1. userpic
    volker.dittmar.7

    Antwort auf #2 von tkoeller:
    > Kleine Korrektur:
    >
    > Die Entstehung von Etwas wurde bislang nur bei der Vakuumenergie beobachtet. Das nennt man den Casimir-Effekt .
    >
    > Der Casimir-Effekt ist die durch die Vakuumenergie bewirkte Anziehung zweier paralleler Platten, nicht die Vakuumenergie selbst. Der Casimir-Effekt zeigt nur das Vorhan...

    Das ist korrekt. Der Casimir-Effekt war der erste Beweis für das Vorhandensein von Vakuumenergie. Er widerlegt die Behauptung "von Nichts kommt nichts". Die Entstehung des Universums wird auf diese "Energie aus dem Nichts" zurückgeführt, siehe auch https://medium.com/the-physics-arxiv-blog/a-mathematical-proof-that-the-universe-could-have-formed-spontaneously-from-nothing-ed7ed0f304a3 (der Link fehlt oben im Artikel).

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      tkoeller

      Kleine Korrektur:

      > Die Entstehung von Etwas wurde bislang nur bei der Vakuumenergie beobachtet. Das nennt man den Casimir-Effekt .

      Der Casimir-Effekt ist die durch die Vakuumenergie bewirkte Anziehung zweier paralleler Platten, nicht die Vakuumenergie selbst. Der Casimir-Effekt zeigt nur das Vorhandensein von Vakuumenergie.

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        Bernd Kammermeier

        Ja, ein nie endendes Thema - der logische Gottesbeweis.

        Logisch ist: Ohne Zeit und Raum kein gar nix! Also auch kein Gott. Also hatte er Zeit, von mir aus göttliche Zeit. Diese mag unendlich sein, okay. Doch jetzt frage ich mich: Wenn Gott schon immer in seiner göttlichen Zeit existiert hat, also "ewiglich", dann ist dies als Zeitstrahl in die Vergangenheit gedacht eben unendlich. Jetzt fällt Gott irgendwann die Entscheidung: "Ich schaffe den Himmel und die Erde!"

        Okay, das kann er tun, das freut uns als Bewohner der Erde ungemein. Doch in diesem Augenblick, in dem Gott diesen Entschluss fasst, ist logischerweise bereits ein nie endender Zeitraum vergangen, ob göttliche oder universelle Zeit ist völlig egal - da er ohne Ursache schon immer existierte.

        Am Ende des ersten Tages, die Erde ist gerade aus dem riesigen Pizzaofen geschoben worden, haben wir doch - mathematisch gesehen - folgenden Zeitverlauf: "unendlich + 24 Stunden"! Geht das? Gibt es bei natürlichen Zahlen z.B. "unendlich + 1"? Ist nicht unendlich das größte, was vorstellbar ist, weil es eben unendlich ist? "Unendlich + 1" macht m.M.n. sowenig Sinn, wie "unendlich + 24 Stunden".

        Da Gott ja keinen Anfang haben soll (sonst gäbe es für ihn eine Ursache, die wieder geklärt werden müsste), MUSS er unendlich lange existiert haben - und zwar zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt. Meiner Meinung nach können die sechs Tage der Schöpfung dort nicht inkludiert werden, weil das unsinnig erscheint, dass vor dem Beginn der Welt und der bis heute konsumierten Zeit ein bereits unendlich langer Zeitraum gewesen sein kann, weil auch schon begrifflich "gewesen sein kann" auf eine zeitliche Unendlichkeit nicht angewendet werden kann. Unendlich ist immer, beginnt nie und endet nie. Es sei denn, die Unendlichkeit hat einen Anfang.

        Dies kann natürlich sein, wie z.B. ein mutierter Mensch, der aufgrund eines Gendefekts nicht altern kann und ewig lebt. Er würde ab seiner Geburt unendlich lange leben können, wäre also unsterblich. Obwohl er also nie "den Tod schmecken" wird (außer, ihm fällt ein Ziegelstein auf den Kopf), hat er doch eine Geburt erlebt und damit eine Ursache - also Eltern etc. Dieser Unsterbliche könnte natürlich zu jedem beliebigen Zeitpunkt auf den Gedanken verfallen, ein Universum zu schöpfen. Dann wäre die Rechnung z.B. "3.795.052.446.579 Jahre + 24 Stunden". Kein Thema, da könnte er sich sogar noch ein paar Stündchen mehr Zeit für das Backen der Riesenpizza gönnen.

        Sehe ich das völlig verkehrt oder eliminiert allein die Unmöglichkeit "Unendlich + 1" jeden Ursache losen Gott?

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          Huseyn Qurbanov

          Logically complete cosmological concept. /due to lack of knowledge of the English language was not able to correct the translation Implemented by Google/

          In order to present the unlimited space originally:
          1. homogeneous - enough to postulate the presence in it of two elements with Simple and Complex /closed systematically/
          2. heterogeneous - enough to postulate the presence in it of one more element - the Most High and Almighty God - with open systematically.
          It is easy to assume that even at the lowest possible deployment of the intangible component of the essence of God - the Spirit of God - for the level of the original downwardly directed the permanent deployment of the material component of the essence of God, there is a curtailment of Simple and Complex /i.e.. It is their decay due to blocking of origin upwardly directed constantly deploy intangible components of the entity / as much as possible heterogeneous to God's essence minimum possible number of cell uniformity (1H), and God on the basis of the material components of the 1H deploys the minimum possible heterogeneous to its essence as possible numerically elemental homogeneity (2H). Coagulation process will begin in 2H known God start time since the completion of its deployment. curtailment of the Spirit of God to the level of initial deployment again unfolds 1H - God potential for transformation 1H into 2H and 1H into 2H limitless!

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            Rainer Wittmann

            Argument 1, Prämisse 2 "Das Universum begann, zu existieren" ist falsch. Es ist durchaus möglich - und nach Stephen Hawkins - sogar wahrscheinlich, daß es keine zeitliche Begrenzung des Universums in die Vergangenheit gibt. Vor allem kann es aber nicht in Zukunft - auch nicht in beliebig ferner Zukunft - verschwinden. Das garantiert die Einsteinsche Formel E=m*c^2. Energie ist immer an Masse gebunden. Da Energie vorhanden ist, wird es auch immer Masse geben und umgekehrt.

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