Bischof entlastet, Bistum am Ende?

Ein Medienbericht sorgt für Wirbel: Die Limburger Bistumsprüfer sollen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst weitgehend entlastet haben - sein Bistum soll dagegen vor der Existenzfrage stehen. "Reine Spekulation", sagte ein Bistumssprecher hr-online.

Bischof entlastet, Bistum am Ende?

Bild: © picture-alliance/dpa Wie geht es weiter mit Bischof Tebartz-van Elst?

Die Prüfkommission hatte die Aufgabe, die Kostenexplosion beim mindestens 31 Millionen Euro teuren Bau des neuen Bischofssitzes in Limburg unter die Lupe zu nehmen. Die Erkenntnisse über Vorgänge und Entscheidungswege sollten in die Entscheidung über die Zukunft von Franz-Peter Tebartz-van Elst mit einfließen.

Nun kam die Prüfkommission der deutschen Bischöfe offenbar zu dem Ergebnis, dass dem umstrittenen Oberhirten beim millionenschweren Bau seiner Residenz weder Geldverschwendung noch das Übergehen von Kontrollgremien vorzuhalten sei, berichtet das Magazin "Focus" in seiner neuen Ausgabe. Das Bistum war am Sonntag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.   Auszeit im bayrischen Kloster Angeblich wird in dem aus drei Geistlichen und zwei Wirtschaftsprüfern bestehenden Gremium noch um abschließende Formulierungen gerungen, berichtet der "Focus" weiter. Der Prüfbericht soll den Angaben zufolge in den kommenden Tagen der Bischofskonferenz und dann der Bischofskongregation im Vatikan vorgelegt werden. Anschließend könnte Papst Franziskus entscheiden, wie es mit Tebartz-van Elst und dem Bistum Limburg weitergeht.

Tebartz-van Elst war im Herbst vor allem wegen der immer wieder gestiegenen Baukosten für den neuen Limburger Bischofssitz stark in die Kritik geraten. Papst Franziskus entband ihn vorerst von der Führung seiner Amtsgeschäfte. Der Bischof verbringt seine Auszeit in einem niederbayerischen Kloster, war zwischenzeitlich aber nach Rom gereist.   Wird das Bistum aufgelöst? Die Bischofskongregation erwägt laut "Focus", das erst 1827 gegründete Bistum Limburg aufzulösen. Es könnte dann in seine Herkunftsdiözesen Trier und Mainz eingegliedert werden. Alternativ werde im Vatikan überlegt, einen Administrator für den Bischofssitz zu ernennen. Dieser wäre ausschließlich dem Heiligen Stuhl Rechenschaft schuldig und würde ohne Mitspracherecht des Domkapitels eingesetzt.

Das Bistum wird seit etwa 100 Tagen übergangsweise von Generalvikar Wolfgang Rösch geleitet. Dieser sehnt eine finale Entscheidung des Papstes herbei. Die momentane Situation im Bistum sei "angespannt und dramatisch", berichtete Rösch zuletzt im Interview mit hr-iNFO. Rösch und andere Geistliche berichteten, der Papst sei über die Lage in Limburg bestens informiert.   Prüfbericht als letzter Mosaikstein Die Kostenexplosion des Baus am Domberg, ein umstrittener First-Class-Flug sowie mögliche eidesstattliche Falschaussagen hatten zu enormer Kritik an Tebartz-van Elst und zu zahlreichen Kirchenaustritten geführt. Laien und Geistliche forderten den Rücktritt des Bischofs, jetzt sprechen sich viele gegen eine Rückkehr Tebartz-van Elsts nach Limburg aus. Der Priesterrat hatte schon vor Bekanntwerden der genannten Vorwürfe erklärt, der Bischof habe aufgrund seiner autoritären Amtsführung "ein Klima der Angst" geschaffen. Allerdings ist inzwischen auch eine Pro-Tebartz-Initiative aktiv geworden.

Wie auch immer die offiziellen Ergebnisse des Prüfberichts aussehen werden – eine Entscheidung des Papstes, wie es im und mit dem Bistum Limburg weiter geht, dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Denn der Prüfbericht ist offenbar der letzte Mosaikstein, der nach Wochen des Wartens zum finalen Entschluss noch gefehlt hat.
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