Meet the Monster

Eine gesunde Portion Realität

Bei all den Beschwerden, die man von Theisten zu hören bekommt, könnte man glauben, dass jetzt die Atheisten damit begonnen hätten, sie am Scheiterhaufen zu verbrennen. Aber in Wahrheit sind Atheisten mehrheitlich ruhig und pazifistisch, und versuchen, der Einstellung „leben und leben lassen“ gerecht zu werden. Die meisten Atheisten sind nicht Anti-Theisten, wie ich einer bin, und obwohl sie womöglich die Aktivitäten der religiösen Welt im Allgemeinen verabscheuen, ergreifen sie nicht das Wort. Sie schwelgen in Pazifismus und der damit einhergehenden Teilnahmslosigkeit. Sie würden sich den Religionen, die Zivilisationen zerreißen, ebenso wenig entgegenstellen wie einem Tornado.

Meet the Monster

Das ist der Stand der Dinge seit weit über 2000 Jahren, und warum auch nicht? Ich meine, in manchen Fällen kann bereits die Wortergreifung selbst dazu führen, dass sie eingesperrt oder sogar ermordet werden. Aber ich muss euch sagen, auch wenn es viele von euch nicht gerne hören werden, dass ihr nicht ein Teil der Lösung, sondern des Problems seid.

Die Wahrheit ist, dass unsere anhaltende Teilnahmslosigkeit und unser Pazifismus einen schädlicheren Einfluss auf unsere Freiheit haben als jede beliebige Religion. Unser Schweigen ermöglicht es ihnen, über uns hinweg zu gehen. Unsere „leben und leben lassen“-Einstellung ist kläglich gescheitert, weil es eine Haltung ist, die die Gegenseite nicht einnimmt. Wir haben es mit Menschen zu tun, die willens sind, sich Bomben umzuschnallen, um uns und alle anderen zu ermorden, die nicht der Wahnvorstellung ihrer Wahl folgen. Uns stehen Menschen gegenüber, die bereit sind, ihre eigenen Kinder zu ermorden, weil ein heiliger Mann ihnen gesagt hat, es seien Hexen. Und wenn ihr das nicht begreift, dann ist unser Streben nach Gleichbehandlung und Freiheit zum Scheitern verurteilt. Ihr glaubt vielleicht, dass ihr den Religionen einfach dadurch entkommen seid, weil ihr Atheisten seid, aber ich versichere euch, dass dies nicht der Fall ist. Ihr seid nicht entkommen, solange sie uns mit vereinten Kräften in aller Stärke gegenüber stehen.

 

Pazifismus und Apathie

Viele Menschen halten Pazifismus nur für das Eintreten für Gewaltfreiheit, und in der Tat sind die meisten Pazifisten gewaltlos, aber der Begriff ist weitreichender. Wisst ihr, Pazifismus schließt in Wahrheit auch Passivität oder Teilnahmslosigkeit mit ein. Es ist die Einstellung, dass du tun kannst, was du möchtest, und ich, was ich möchte. Nach diesem Konzept zu leben bedeutet, anderen zu gestatten, Dinge zu tun, die einem selbst schaden, und zu sagen: „Ist schon in Ordnung, Kumpel. Mach, was du willst.“ Männer wie Mahatma Gandhi werden als Pazifisten gepriesen, sind in Wahrheit aber Aktivisten, die rationalen Diskurs als Werkzeug im Kampf gegen die Unterdrückung verwenden. Wie Gandhi selbst sagte: „Es ist besser, Gewalt anzuwenden, wenn Gewalt in unserem Inneren ist, als den Mantel der Gewaltfreiheit umzulegen, um Ohnmacht zu verdecken.“ Diese Aussage zeigt, dass Gandhi etwas sehr Wichtiges verstanden hatte – man muss vor allem sich selbst treu bleiben.

Darüber hinaus zeigt es, dass Gandhi verstanden hatte, dass für manche Dinge der Friede nicht ausreicht, und dass es passieren kann, dass andere euch keine andere Wahl lassen, als ihrer Gewalt mit eurer eigenen zu begegnen. Wir haben Glück, denn ich glaube nicht, dass wir diese ausweglose Situation in unserem Kampf bereits erreicht haben. Ich glaube, dass es noch genug Zeit gibt, unseren Missstand mithilfe von rationalem Diskurs zu beseitigen. Aber nur, wenn wir uns erheben, uns bemerkbar machen und das Wort ergreifen. Wir müssen die Glocken der Freiheit und Gleichberechtigung sein. Denn wenn wir das nicht sind, könnte uns eines Tages diese Option abhandenkommen. Und ich denke, das ist nichts, was irgendeiner von uns wirklich will.

 

Ein letzter Ausweg

Gewalt sollte immer der letzte Ausweg sein. Ich rufe nicht zur Gewalt in welcher Form auch immer gegen wen auch immer auf. Wie die meisten Menschen möchte auch ich in Frieden mit meinen Mitmenschen leben. Ich möchte meine Kinder aufziehen, und auf diesem langen und beschwerlichen Weg, den wir Leben nennen, den Anschein von Glück finden; und ich möchte keinesfalls die Freiheit oder das Glück eines anderen einschränken. Aber mir ist etwas klar, das den meisten anscheinend einfach nicht bewusst ist. Wisst ihr, ich habe diesen Kampf nicht angezettelt. Die Atheisten im Allgemeinen haben, wie sehr wir die Religion auch verhöhnen und verspotten, diesen Kampf nicht angefangen. Er begann vor sehr langer Zeit, und wurde von den religiösen Menschen angefangen, die beschlossen, dass Atheisten nur dazu gut sind, verbrannt, erhängt oder auf andere Art gefoltert und ermordet zu werden. Blut und Knochen der Ketzer sind die Pflastersteine, aus denen der Weg besteht, den die Religion von der Vergangenheit in die Gegenwart beschritten hat. Und jeder Atheist, der der Religion entgegentritt, tut dies aus reiner Notwehr.

Von allen religiösen Ideologien, die es gibt, müssen wir uns am meisten vor den abrahamitischen Religionen schützen. Manche werde meinen, dass der Islam mit Sicherheit die gefährlichste unter ihnen ist und wir uns auf ihn konzentrieren sollten, aber ich möchte euch an die Warnung, die Hitchens uns gegeben hat, erinnern: „Viele Religionen gehen auf uns zu mit schmeichlerischem Grinsen und geöffneten Armen, wie ein schmieriger Verkäufer auf einem Bazar. Sie bieten Trost und Solidarität und Aufmunterungen, wetteifernd wie auf einem Marktplatz. Aber wir haben das Recht darauf, uns daran zu erinnern, wie barbarisch sie sich verhielten, als sie stark waren und den Menschen ein Angebot machten, das sie nicht ablehnen konnten.“ Diese Aussage darf nicht in Vergessenheit geraten. Wir dürfen nicht vergessen, dass noch vor 500 Jahren Christen ebenso brutal waren, wie es der Islam heute ist. Dies wäre nicht nur ein enormer Fehler, sondern auch ein schlechter Dienst an jenen, deren Leben im Namen Jahwes gestohlen wurde.

 

Ein Gedanke zum Abschluss

Ich kann nicht genug betonen, dass dies kein Aufruf zu Gewalt ist. Es ist nur ein Weckruf für jene, die sich den totalen Pazifismus und die Teilnahmslosigkeit, die er hervorbringt, zu Eigen gemacht haben. Wir müssen jetzt das Wort ergreifen, da rationaler Diskurs noch möglich ist und es zu einer friedlichen Lösung kommen kann. Und wir müssen erkennen, dass manche Menschen friedlichen Mitteln nicht zugänglich sind und nur von der Erkenntnis überwältigt werden können, dass wir nicht untätig dabei zusehen werden, wie sie die ganze Welt in Brand setzen.

Als Abschluss soll mir das Gespräch zwischen zwei fiktiven Charakteren dienen, eine einfache und doch starke Aussage mit tiefgründiger Botschaft:

Alfred Pennyworth: „Bei allem Respekt, Master Wayne, vielleicht handelt es sich hier um einen Mann, den Sie nicht zur Gänze verstehen. Vor langer Zeit war ich in Burma. Meine Freunde und ich arbeiteten für die örtliche Regierung. Sie wollten sich die Loyalität von Stammesführern erkaufen, indem sie sie mit Edelsteinen bestachen. Aber ihre Wohnwagen wurden in einem Wald nördlich von Rangun von einem Banditen überfallen. Also machten wir uns auf die Suche nach den Steinen. Wir suchen sechs Monate lang und fanden niemanden, der mit ihm gehandelt hatte. Eines Tages sah ich ein Kind, das mit einem Rubin spielte, der so groß wie eine Mandarine war. Der Bandit hatte die Steine einfach weggeworfen.“

Bruce Wayne: „Warum hat er sie dann überhaupt gestohlen?“

Alfred Pennyworth: „Nun, weil er sich einen Spaß machen wollte. Weil manche Menschen nicht nach etwas Logischem suchen, wie etwa Geld. Man kann sie nicht bestechen oder einschüchtern, man kann nicht vernünftig mit ihnen reden oder mit ihnen verhandeln. Manche Menschen möchten einfach die Welt brennen sehen.“


Casper Rigsby bloggt auf www.atheistrepublic.com und betreibt „God doesn’t matter“ auf Facebook: https://www.facebook.com/GodDoesntMatter?fref=ts
Übersetzung von: Daniela Bartl, Joseph Wolsing

 

Hier geht's zum Originalartikel...

Kommentare

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    Pyrion

    Was ist überhaupt ein Agnostiker? Das wird oft misverstanden, genauso wie Atheist. Agnostizismus und Atheismus schließen sich nicht aus. Ein Theist glaubt an einen Gott. Ein Atheist glaubt an keine Götter. Ein gnostischer Theist ist sich sicher, dass es einen Gott gibt, ein agnostischer Theist ist sich nicht sicher, aber lebt so als wenn es einen Gott gibt. Ein agnostischer Atheist schließt einen Gott nicht vollends aus, glaubt aber nicht daran und lebt so als wenn es keinen Gott gäbe. Ein gnostischer Atheist (eine seltene Spezies) ist sich absolut sicher, dass es keinen Gott geben kann.

    Von dem was Knoppers schreibt denke ich dass er agnostischer Atheist ist (es sei denn er betet und geht zur Kirche, was ich natürlich nicht weiß). Vielleicht ist er auch nur agnostisch (Kirchenbesuch ja, aber nur an Weihnachten usw.).

    Entscheidend dafür ob man Atheist ist oder nicht ist nur wie man sein Leben lebt (Gott preisen oder eben nicht). Ob man von einer Richtung völlig überzeugt ist das ist dann das gnostische. Ich denke mal die Mehrheit der Christen sind agnostische Theisten, die Mehrheit der Atheisten sind ebenfalls agnostisch. Das ist auch der Grund weshalb es bei uns kaum mal religiöse Unruhen gibt... die gibt's vor allem mit Gnostikern (jeder Art).




    Antwort auf #3 von Knopperz:
    > Wir verstehen den Aufbau und die Geschichte des kompletten Universums
    >
    > Wir gehen davon aus es zu verstehen und zu wissen ;-)
    >
    > Möglicherweise gibt es in 50 Jahren neben der Entstehungsgeschichte und der Evolutionstheorie noch eine dritte, vierte, fünfte Theorie die genauso viel Sinn ergibt. Der Mensc...

    Antworten

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      SonnenKlar

      Antwort auf #3 von Knopperz:

      > Wir verstehen den Aufbau und die Geschichte des kompletten Universums
      >
      > Wir gehen davon aus es zu verstehen und zu wissen ;-)
      >
      > Möglicherweise gibt es in 50 Jahren neben der Entstehungsgeschichte und der Evolutionstheorie noch eine dritte, vierte, fünfte Theorie die genauso viel Sinn ergibt. Der Mensc...

      Oh je... das wird eine Arbeit. Aber versuchen wir es, vielleicht sind Sie noch nicht vollkommen verloren. Viel Hoffnung habe ich nicht:

      > Möglicherweise gibt es in 50 Jahren neben der Entstehungsgeschichte und der Evolutionstheorie noch eine dritte, vierte, fünfte Theorie die genauso viel Sinn ergibt. Der Mensch ist so arrogant und selbstverliebt, und glaubt alles zu wissen.
      > Die Wahrheit ist, wir wissen uberhaupt garnichts.

      Die Wahrheit ist: Sie wissen überhaupt garnichts und schliessen von Ihrem Unwissen auf die ganze Welt. Nur weil Sie es nicht verstehen, oder meinen den totalen Durchblick zu haben, trifft das nicht auf alle Anderen zu.
      Sie verstehen ganz offensichtlich nicht, was eine wissenschaftliche Theorie überhaupt ist. Es wird in 50 oder 5000 Jahren keine andere Theorie neben der Evolutionstheorie geben, die "genausoviel Sinn" macht. Der Grund ist einfach, daß die Evolutionstheorie eine der am stärksten mit Belegen untermauerten überhaupt ist. So stark, daß sie als Fakt gilt. Wer das leugnet, hat sich nicht genug Wissen angeeignet oder ist dazu nicht imstande.
      Das klingt arrogant. Ist es auch. Arroganz ist nicht immer unangebracht. Jemandem, der behauptet, die Sonne drehe sich um die Erde würde ich genauso gegenübertreten. Im Informationszeitalter ist es tatsächlich nichts anderes als peinlich, sein Unwissen so herauszuschreien.

      Der Mensch glaubt nicht alles zu wissen. Die Wissenschaft auch nicht. Sie aber glauben, alles besser zu wissen, indem sie das gesammelte Wissen der Menschheit nicht anerkennen.

      > Vor nicht allzu langer Zeit ist man davon ausgegangen, das die Welt eine Scheibe ist, und wenn man auch nur ansatzweise etwas anderes behauptet hat, wurde man dafür gehängt.

      Sie verdrehen die Tatsachen. Bevor die wissenschaftliche Methode benutzt wurde um Wissen aufzubauen, bestand der Prozess des Erkenntnisgewinnens aus reinem Denken, ohne auf Nachprüfbarkeit zu achten. Mit Hilfe besagter Methode wurde niemals behauptet, die Erde sei flach.

      > Das galt damals auch als die ultimative Wahrheit. Wahrheit, Wissen, Glauben, Gott...
      > das sind alles so hohle Phrasen, die man erstmal genau definieren sollte.
      > Die Technologische Singularität rückt näher mit großen Schritten.
      > Eine künstliche allgegenwärtige AI könnte man durchaus auch als "Gott" bezeichnen.

      Das hört sich für mich fast so an, als seien Sie der Meinung, die Begriffe Wahrheit, Wissen und (Aber)Glaube hätten keine Fefinition. Finde ich traurig. Was Gott angeht, so hat da jeder gläubige seine eigene Definition. Sie ja als Agnostiker offensichtlich auch, denn ihre Agnostische Weltanschauung, betrifft ja einen Gott oder ein "Etwas". Und das muss ja bestimmte Eigenschaften haben. Ein Atheist hingegen braucht keine genaue Definition von "Gott", da sich seine Anschauung auf alle gängigen Definitionen beziehen.
      Der Rest des Absatzes ergibt überhaupt keinen Sinn. Haben Sie vielleicht zu viel Science Fiction gelesen?

      > Agnostiker zu sein ist nicht gleichbedeutend mit Desinteresse.
      > Im Gegenteil, das Interesse ist da...für beide Seiten.

      Agnostiker zu sein, bedeutet kein Desinteresse. Leider. Es ist viel schlimmer. Agnostiker zu sein bedeutet, daß man auf dem Weg vom Skeptizismus zur Wahrheit hängengeblieben ist und meistens auch der Ansicht ist (wie Sie offensichtlich), eine noch viel größere Wahrheit gefunden zu haben. Das ist schlichtweg falsch.
      Ein Agnostiker ist per Definition des Begriffs der Meinung, daß man über die Existenz von Göttern keine Aussage treffen kann. Das ist aber falsch, denn man kann durchaus Aussagen treffen. Zwar keine, wie "es gibt definitiv keinen gott", aber durchaus welche, wie "Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott". Das wird nicht einfach so dahergeplappert, weil man es "glauben will", sondern es beruht auf mehreren Faktoren (zum Beispie mein schon vorher erwähnter, daß es 0 Belege für Götter gibt).

      > Aber warum sollte man sich immer für eine Seite entscheiden müssen?

      Weil nur eins richtig ist: entweder gibt es Götter oder es gibt keine Götter.

      > Ich lasse meinen Glauben durch meine Fantasie beflügeln. Ich glaube nicht daran, das mir irgendwelche "heiligen Bücher" die Göttlichkeit im vollem Umfang erklären können. Kein Mensch bringt das fertig, und kein Buch. Agnostizismus ist kein Desinteresse, sondern vielmehr die Akzeptanz das es Fragen gibt, die nicht beantwortet werden können. Blinder Glaube ist falsch, und der "Glaube" wird seit tausenden Jahren dazu missbraucht um Menschen zu beeinflussen und zu steuern. Aber das heisst nicht, das da nicht doch was sein könnte.

      Wie schon oben geschrieben: auf dem Weg vom Skeptizismus zur Wahrheit hängengeblieben. Es gibt fragen, die nicht vollständig beantwortet werden können, jedoch kann man Aussagen über ihre Wahrscheinlichkeit treffen. Siehe dazu Russels Teekanne: http://de.wikipedia.org/wiki/RussellsTeekanne

      > Die 10 Gebote oder die 7 Todsünden zum Beispiel.
      > Würdest du behaupten, das diese Regeln keinen Sinn ergeben?

      Erst reden wir von der möglichen Existenz von Göttern und jetzt auf einmal über die menschengemachten 10 Gebote von vor 2000 Jahren?
      Denken Sie ernsthaft die 10 Gebote seien überwiegend moralisch positiv?
      Dann schauen Sie sich doch mal dieses Kurze Video an, in dem Richard Dawkins die 10 Gebote kurz kommentiert: http://www.youtube.com/watch?v=qoNqSrA7Mos&pxtry=1

      Die 10 Gebote waren übrigens nicht die ersten Gesetze der Menschen. Das habe ich aber ausführlicher in meinem Artikel über Religion und Moral beschrieben: http://de.richarddawkins.net/foundation
      articles/2014/1/4/moral-und-oder-religion#

      Von daher: ja. Natürlich ergeben die 10 Gebote keinen Sinn, denn einerseits behaupten die Christen, Gott sei weise und barmherzig und würde seine Kinder lieben und auf der anderen Seite sieht man die 10 Gebote, die eher darauf hindeuten, daß es ein eifersüchtiger Gott ist. Die Biebel letzten Endes unterstreicht nicht nur seine Eifersucht, sondern zeigt auch, was er für ein bösartiger Rachegott ist (s.http://de.richarddawkins.net/foundation_articles/2013/12/22/der-gott-der-l-cken#).

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        Knopperz

        Wir verstehen den Aufbau und die Geschichte des kompletten Universums

        Wir gehen davon aus es zu verstehen und zu wissen ;-)

        Möglicherweise gibt es in 50 Jahren neben der Entstehungsgeschichte und der Evolutionstheorie noch eine dritte, vierte, fünfte Theorie die genauso viel Sinn ergibt. Der Mensch ist so arrogant und selbstverliebt, und glaubt alles zu wissen. Die Wahrheit ist, wir wissen uberhaupt garnichts.

        Vor nicht allzu langer Zeit ist man davon ausgegangen, das die Welt eine Scheibe ist, und wenn man auch nur ansatzweise etwas anderes behauptet hat, wurde man dafür gehängt. Das galt damals auch als die ultimative Wahrheit. Wahrheit, Wissen, Glauben, Gott...

        das sind alles so hohle Phrasen, die man erstmal genau definieren sollte.

        Die Technologische Singularität rückt näher mit großen Schritten.

        Eine künstliche allgegenwärtige AI könnte man durchaus auch als "Gott" bezeichnen.

        > Agnostiker zu sein heisst nur, daß einen die Wahrheit nicht interessiert. Also denkt man vielleicht selbstständig,
        > hört aber bei einem gewissen Punkt damit auf und ist damit vielleicht sogar glücklich. Da sollte die Aussage dann
        > auch beendet sein.

        Agnostiker zu sein ist nicht gleichbedeutend mit Desinteresse.

        Im Gegenteil, das Interesse ist da...für beide Seiten.

        Aber warum sollte man sich immer für eine Seite entscheiden müssen?

        Ich lasse meinen Glauben durch meine Fantasie beflügeln. Ich glaube nicht daran, das mir irgendwelche "heiligen Bücher" die Göttlichkeit im vollem Umfang erklären können. Kein Mensch bringt das fertig, und kein Buch. Agnostizismus ist kein Desinteresse, sondern vielmehr die Akzeptanz das es Fragen gibt, die nicht beantwortet werden können. Blinder Glaube ist falsch, und der "Glaube" wird seit tausenden Jahren dazu missbraucht um Menschen zu beeinflussen und zu steuern. Aber das heisst nicht, das da nicht doch was sein könnte.

        Die 10 Gebote oder die 7 Todsünden zum Beispiel.

        Würdest du behaupten, das diese Regeln keinen Sinn ergeben?

        > Zum Artikel: ich beführworte keine Gewalt gegen Menschen, die eine Illusion leben, denn
        > sie mögen selber zwar gewalttätig und voller Hass sein, aber sie können letzten Endes
        > nichts dafür, denn sie wurden dahingehend indoktriniert.

        In dem Punkt stimme ich zu. Die Gründe hierfür liegen in der Erziehung.

        Da gibts ein schönes Buch von Alice Miller "Eva's Erwachen".

        Wenn man Kinder mit Gewalt und strenger Hand aufzieht, werden Monster gezüchtet die das so lernen und weitergeben an Ihre Mitmenschen, und das ganze als völlig Normal empfinden.

        Zum Ende noch ein Filmtipp...mit einer völlig anderen Sichtweise auf Religion und Wissenschaft.

        The Man From Earth: http://www.imdb.com/title/tt0756683/?ref=fnaltt1

        Zu finden auf Youtube: http://youtu.be/uxSetMVN2TE

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          SonnenKlar

          Antwort auf #1 von Knopperz:
          >Ich bin Pazifist und Agnosiker. Ich halte von Theisten genauso wenig wie von Atheisten.
          >
          >Ich bin fähig selbständig zu denken und mir selber ein Bild von der Welt zu machen, ohne dabei eine Seite zu wählen. Ich glaube nicht alles was man erzählt, aber ich bin bereit mir das ganze anzuhören und darüber nachzudenken. Vielleicht gibts einen "Gott", vielleicht auch nicht. Wir sind zu klein und unbedeutend um uns diesbezüglich ein Urteil zu bilden. Ich begebe mich nicht auf die Suche nach Gott, ich verlasse mich darauf das Gott mich findet nach dem Tod.

          Agnostiker zu sein heisst nur, daß einen die Wahrheit nicht interessiert. Also denkt man vielleicht selbstständig, hört aber bei einem gewissen Punkt damit auf und ist damit vielleicht sogar glücklich. Da sollte die Aussage dann auch beendet sein.

          Zu sagen "Wir sind zu klein und unbedeutend um uns diesbezüglich ein Urteil zu bilden" ist allerdings nicht richtig.
          Denn wir sind weder klein (Wir verstehen den Aufbau und die Geschichte des kompletten Universums. Damit meine ich nicht alle einzelnen Individuen, sondern das bisherige Gesamtwissen der Menschheit), noch zu unbedeutend um uns ein Urteil zu bilden: es gibt genau 0 Belege für Götter (egal ob im Singular oder Plural) aber jede Menge dagegen (siehe zB meinen Beitrag "Der Gott der Lücken" auf dieser Seite).

          Letztendlich ist die Aussage "Ich begebe mich nicht auf die Suche nach Gott, ich verlasse mich darauf das Gott mich findet nach dem Tod." rein theistisch und überhaupt nicht agnostisch.


          Zum Artikel: ich beführworte keine Gewalt gegen Menschen, die eine Illusion leben, denn sie mögen selber zwar gewalttätig und voller Hass sein, aber sie können letzten Endes nichts dafür, denn sie wurden dahingehend indoktriniert. Aufgeklärte (also atheistische) Menschen, sollten niemals Menschen hassen, nur weil sie die Welt mit einer rosaroten Brille sehen. Vielmehr sollte weiterhin die mächtigste "Waffe" des Atheismus verwendet werden: Information.

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            Knopperz

            Wie Gandhi selbst sagte: „Es ist besser, Gewalt anzuwenden, wenn Gewalt in unserem Inneren ist, als den Mantel der Gewaltfreiheit umzulegen,
            > um Ohnmacht zu verdecken.“ Diese Aussage zeigt, dass Gandhi etwas sehr Wichtiges verstanden hatte – man muss vor allem sich selbst treu bleiben.

            Das ist schlicht und ergreifend Fehlintepretiert ;)

            Gandhi sagte auch: Beim Auge um Auge erblindet die ganze Welt.

            Und er ist zweimal in den Hungerstreik getreten, weil Gewalt zu Gegengewalt und Tumulten geführt hat.

            Ich bin Pazifist und Agnosiker. Ich halte von Theisten genauso wenig wie von Atheisten.

            Ich bin fähig selbständig zu denken und mir selber ein Bild von der Welt zu machen, ohne dabei eine Seite zu wählen. Ich glaube nicht alles was man erzählt, aber ich bin bereit mir das ganze anzuhören und darüber nachzudenken. Vielleicht gibts einen "Gott", vielleicht auch nicht. Wir sind zu klein und unbedeutend um uns diesbezüglich ein Urteil zu bilden. Ich begebe mich nicht auf die Suche nach Gott, ich verlasse mich darauf das Gott mich findet nach dem Tod.

            Meiner Meinung nach Leben wir bereits im Paradies, und wir schaffen uns unseren eigenen Himmel / Hölle.

            Grüße

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