Warum KI die Welt besser regieren könnte als Menschen

Wird künstliche Intelligenz empfindungsfähige Entitäten hervorbringen?

Wenn es um künstliche Intelligenz und die Möglichkeit geht, dass sie ein Bewusstsein entwickelt, stoßen wir auf eine tiefsinnige philosophische Schwierigkeit. Ich bin philosophischer Naturalist. Ich bin Vertreter der Ansicht, dass nichts in unserem Gehirn die Gesetze der Physik verletzt, dass es nichts gibt, was prinzipiell nicht auch von Technologie reproduziert werden kann. Es wurde noch nicht gemacht und wir sind vielleicht noch weit davon entfernt es zu tun, aber ich sehe keinen Grund zu glauben, warum wir nicht in der Zukunft an den Punkt gelangen sollten, an dem ein menschengemachter Roboter dazu in der Lage ist ein Bewusstsein zu entwickeln und Schmerzen zu empfinden. Wir können Schmerz empfinden, warum sollten sie es nicht können? Und die ist besonders verstörend, weil uns der Gedanke gegen den Strich geht, dass eine Maschine aus Metall und Siliziumchips Schmerz empfinden könnte, aber ich sehe keinen Grund, warum sie es nicht tun könnte.

Und deshalb wird es in der Zukunft moralische Überlegungen geben, wie man künstlich intelligente Roboter behandelt, ein Problem über das Philosophen und Moralphilosophen bereits sprechen. Noch einmal: Ich bin davon überzeugt, dass dies möglich ist. Ich vertrete die Ansicht, dass alles, was ein menschliches Gehirn kann, ebenfalls durch Silizium repliziert werden kann. Und ich kann die Bedenken, die von hochangesehenen Personen wie Elon Musik und Stephen Hawking geäußert wurden nachempfinden, laut denen wir nach dem Vorsorgeprinzip besorgt sein müssen, dass eine Machtergreifung durch Roboter, die wir selbst erschaffen haben, möglich ist, besonders, wenn sie sich selbst vervielfältigen können, sich fortentwickeln und nicht mehr auf uns angewiesen sind.

Das ist momentan noch Science-Fiction und Spekulation, aber ich hänge der philosophischen Sichtweise an, dass dies möglich ist und wie bei jedem großen Fortschritt müssen wir das Vorsorgeprinzip anwenden und uns fragen, was die Konsequenzen sein könnten. Man könnte meinen, dass nicht die Summe des menschlichen Glücks, sondern die Summe des Glücks aller empfindungsfähigen Wesen verbessert werden sollte und dass diese [Maschinen] es vermögen, die Welt besser zu regieren, als wir es können, jedenfalls besser, als wir es im Moment tun und daher wäre es vielleicht keine schlechte Sache, wenn wir [Menschen] ausstürben. Unsere Zivilisation, unser Andenken an Shakespeare, Beethoven und Michelangelo würde auf Siliziumbasis überdauern, statt wie bisher in unseren Gehirnen und unserer Lebensform. Und man könnte sich eine Zukunft ausmalen, in der Silizium-Wesen auf eine Vorzeit zurückblicken, als die Erde von weichen, matschig-wässrigen organischen Wesen bevölkert wurde und wer weiß schon, ob dies besser wäre, aber damit befinden wir uns wirklich im Bereich der Science-Fiction.

Übersetzung: Lukas Mihr und Jörg Elbe

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Kommentare

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    Klaus Roggendorf

    Natürlich können wir resigniert die Menschwerdung schon in deren Pubertät an die KI abgeben. Wir wissen und verdrängen schon zu lange, wie die unbewussten, dominant wirksamen, antriebsdynamisch eitlen, vorteils- und machtorientierten Kräfte* das menschliche Verhalten prägen. So führte das evolutiv junge - ebenso dominierte und deshalb überschätzte Bewusstsein* - zu falschen Begriffs-, Selbst- und Weltbildern* und mithin die Menschen zu falschem Leben. Diese Zusammenhänge sind heute erkenntnisstandgerecht und ethisch-moralisch reflektierbar, wenn das Gute demokratisch diskurs-ethisch transparent definiert und die Menschenrechte durch verbindliche Menschenpflichten* gestärkt werden.
    Heute haben wir das notwendige, philosophisch erkenntnisstandgerecht* sichere Wissen* und das psychoanalytische Denken, um uns von diesen unbewusst
    wirkenden Zwängen
    befreien zu können. Das Denken, muss die natürlich entwicklungsbedingten, unbewusst wirksamen, vorteilsorientierten, eitel-machtorientierten Dominiertheiten des menschlichen Bewußtseins* bewusst moralisch reflektieren lernen.

    D.h., fürs praktischen Leben - die Erkenntnisse moralisch gerecht - ethisch -moralisch, so lebensförderlich*wie möglich, zu berücksichtigen.<br /><br />Kurz: die Ursachen und Zwänge sind - entwicklungsabhängig antriebsdynamisch bedingt - bewusst reflektierbar und moralisch entschärfbar! Das geht nur, wenn wir individuell u. gesellschaftlich erkenntnisstandgerecht nachhaltig lebensförderlich leben lernen.<br />Auf gehts!

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      Frank Arbol N.

      KI wird sogar ein Bewusstsein erhalten. Auf (derzeit) Seite 35, Fußnote 56 komme ich zu dem Schluß:
      Das impliziert in letzter Konsequenz allerdings auch, dass besonders sensibel reagierende Systeme der KI in der Lage sein werden, spezielle eigenständige Ausprägungen von Bewusstsein anzuziehen.
      aus: http://www.fraktale-welt.de
      Das Intentionale Multiversum, Wie sich Naturgesetze herausbildeten und das Bewusstsein mit Hilfe dieser Naturgesetze die Welt gestaltet - Entwurf eines idealistisch erweiterten materiellen Weltbildes, angeregt insbesondere durch die einheitliche Feldtheorie von Burkhard Heim

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        Peter

        Schade , ich habe auf dieser Seite schon so viele tolle Beiträge gelesen und Videos geschaut. Aber dieser Beitrag ist ein Ärgernis.

        Die Rechenkraft der Computer als Intelligenz anzusehen , ist ein kolossaler Irrtum. Schon Botwinnik hatte die Illusion , daß Computer die großen Probleme der Welt lösen können. Daß das bis jetzt nicht gelugen ist , wird darafu zurückgeführt , daß Compuert nur (noch) nicht so weit sind , aber es einmal sein werden.

        Die unheilvolle künstliche Intelligenz ist keineswegs ein Segen für die Menschheit , sondern ein Fluch ! Pech für die Menschheit , daß sie in dieser Hinsicht zu weit gekommen ist. Die Folge wird eine Rückkehr des Menschen in eine Gedankenlosigkeit sein, die von Computern nicht kompensiert werden kann. Die künstliche Intelligenz wird nur dazu führen , daß die natürliche verschwindet , aber retten werden uns die Computer gewiß nicht. Sie machen nach wie vor nur , wozu wir sie programmieren. Ein Mensch ist kein Computer , und wie sich Bewußtsein entwickelt, das haben wir überhaupt noch nicht herausgefunden , und ich behaupte , das werden wir auch nie.

        Auch als überzeugter Atheist muß ich diesen Beitrag ablehnen. Vielmehr sollte man einmal darüber nachdenken , wie gründlich unsere Zivilisation durch Computer schon zerstört wurde. Überläßt man ihnen das Feld , wird die Menschheit mit absoluter Sicherheit sehr bald Geschichte sein.

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