Ein kurze Übersicht und Aussicht
Wokeness besteht im Wesentlichen aus fünf Ideologien, die zusammenhängend sind. Es handelt sich dabei um:
- Postcolonial Theory Ideologie
- Critical Race Theory Ideologie
- Genderideologie
- Queer Theory Ideologie (aka Transideologie)
- Intersektionalismus (von den Woke-Linken als „Intersektionalität“ bezeichnet)
Historisch geht der Intersektionalismus auf die Juraprofessorin Kimberlé Crenshaw von der UCLA zurück, und zwar auf das Jahr 1989.
Crenshaw machte dabei geltend, dass Diskriminierung und Unterdrückung nicht entlang einzelner Achsen (wie Rasse oder Geschlecht allein) verstanden werden müssten, sondern als überlappende Systeme gesehen werden sollten, die einzigartige Erfahrungen von Benachteiligung schaffen. Damit schuf sie ein zentrales Rahmenwerk für die linke Identitätspolitik, sprich für Wokeness.
Diese ziemlich banale Ideologie lehrt, dass die Gesellschaft durch ineinandergreifende Macht-Hierarchien strukturiert sei und dass die Erfahrungen von Individuen durch ihre Position an der Schnittstelle verschiedener Identitätskategorien (Rasse, Geschlecht, Nationalität, Sexualität, Behinderung, Religion usw.) bestimmt würden.
Ergebnis: Je mehr „marginalisierte“ Identitäten eine Person hat, desto grösser ist ihr Anspruch auf moralische Autorität und Opferstatus.
Mit anderen Worten wäre eine armarmige muslimische Transfrau aus Pakistan mit schwarzer Hautfarbe und Kopftuch so ziemlich das Höchste der Gefühle für die Intersektionalisten.
Die politischen Konsequenzen dieser Ideologie sind dennoch tiefgreifend. Der Intersektionalismus ersetzte den Fokus der alten Linken auf die wirtschaftliche Klasse durch eine Hierarchie identitätsbasierter Charakteristika und schuf eine Kultur des kompetitiven Opferdaseins, in der Gruppen und Individuen um Positionen auf der Leiter der Unterdrückung ringen.
Menschen werden damit nicht als Individuen, sondern im Rahmen ihrer Gruppenidentitäten betrachtet, womit eine ideologische Rechtfertigung für DEI-Programme, Affirmative Action und Ausweitung identitätsbasierter Umverteilung geschaffen wurde.
Die tief anti-individuelle und damit auch antiliberale Weltanschauung des Intersektionalismus reduziert Menschen auf die Summe ihrer Kategorien und geht davon aus, dass Macht und nicht Verdienst, alle sozialen Ergebnisse erklärt. Indem der Intersektionalismus die Gesellschaft als permanenten Kampf zwischen Unterdrücker- und Unterdrückten-Gruppen darstellt, untergräbt sie die Prinzipien individueller Rechte, Gleichheit vor dem Gesetz und persönlicher Verantwortung.
Ergänzen möchte ich noch, dass der Intersektionalismus so etwas wie der Kittstoff ist, der die übrigen vier woken Ideologien miteinander verbindet.
Ich wage mal eine Prognose: Im Kulturkampf gegen die Woke-Linken, den sie angezettelt haben, wird zuerst die Queer Theory Ideologie dekonstruiert werden und im Mülleimer der Geschichte verschwinden.
Der Grund dafür ist primär, dass sie frauenfeindlich ist, was offensichtlich und vor allem auch für ganz einfache Menschen sichtbar sein dürfte. Praktisch alle haben eine Mutter, eine Frau, eine Partnerin, eine Schwester oder eine Freundin. Der gesunde Menschenverstand lässt es schlicht nicht zu, dass Frauen in ihren klassischen „Schutzräumen“ die Präsenz von transidentitären Männern zugemutet wird.
Was in den vergangenen Jahren beim sportlichen Wettbewerb geschah, widersprach zudem sichtbar sämtlichen Fairnessregeln und den Grundsätzen des Gerechtigkeitsgedanken. Gerade dieser Bereich war zudem so etwas wie der Achilles Vers der Queer Theory Bewegung. Im Bereich des Sports hat die Rückabwicklung dieser Ideologie bereits begonnen. Diverse wichtige Sportverbände lassen keine biologischen Männer beim Frauensport mehr zu.
Jedenfalls ist es offensichtlich, dass vor allem die Queer Theory Ideologie den Zenith längst überschritten hat, auch wenn es manchmal Rückschläge gibt, etwa in der Form von Gerichtsentscheiden.
Auch wenn mir die Dekonstruktion und Vernichtung der Queer Theory Ideologie ein grosses Anliegen ist, dürfte das Ausmass meiner ablehnenden Haltung gegenüber der postkolonialen Ideologie wesentlich höher sein. Ich kann es nur wiederholen: Den Postkolonialismus verachte ich sogar noch mehr als den Islamismus und betrachte ihn als die grösste Gefahr gegen den freien Westen. Er ist überhaupt der Grund, dass bestimmte Personen in den Westen gelangen konnten, deren Wertvorstellungen mit den hiesigen Verhältnissen nicht zu vereinbaren sind. Dabei meine ich ausdrücklich nicht nur Islamisten.
Der Postkolonialismus ist unmittelbar auf die Dekonstruktion des Westens ausgerichtet. Der Ausdruck „Decolonize!“ bedeutet im Ergebnis nichts als die Forderung, dass alles, was westlich ist, verschwinden soll. „Decolonize the City!“ bedeutet, dass die gesamte Stadt ihren westlichen Charakter verlieren soll.
Durch „Dekolonisation“ ist allerdings nicht nur die Stadt oder das Land gemeint oder gar eine „Umvolkung", sondern das gesamte Denken einer Gesellschaft und deren Individuen. Der weisse Europäer soll seine Geschichte, seine Kultur und seine Werte hassen. Die sog. „Aufarbeitung der Kolonialgeschichte“ ist dabei nur etwas Vordergründiges. Sehr bewusst lässt diese pseudogeschichtswissenschaftliche „Forschung“ sämtliche Kolonialismen und Imperialismen, die nicht westlicher Provenienz waren, aus, wie etwa den muslimischen Kolonialismus, den osmanischen Kolonialismus, den chinesischen Kolonialismus, den aztekischen Kolonialismus, den neosmanischen Kolonialismus eines Erdogan u.v.m. Diese einseitige historische Fokussierung soll eine Art Selbsthass und Schuldgefühle auslösen und die Menschen im Westen dazu bewegen, ihre vermeintlich „hegemoniale“ Machtstellung zu beenden.
Obwohl beispielsweise die UN-Menschenrechtskonvention und praktisch alle anderen relevanten völkerrechtlichen Verträge, Demokratie, Grundrechte - im Besonderen die individuelle Freiheit, wissenschaftliche Forschung und Methode und viele andere Dinge der westlichen Zivilisation zuzuschreiben sind, soll die neue Moral und vor allem auch die politische Richtung von den „Unterdrückten“ dieser Welt definiert werden.
Vereinten Nationen, Universitäts- und Hochschulbetrieb
Das kann man heute ganz gut bei den Vereinten Nationen erkennen, im Besonderen beim UN-Menschenrechtsrat, wo blutrüstige Diktaturen Einsitz haben und sich damit amüsieren, Israel zu bashen und mehr zu verurteilen als alle anderen Staaten zusammengerechnet. Ganz grundsätzlich: Was aus dieser einst respektierten Institution geworden ist, hat sehr wesentlich mit der postkolonialen Ideologie zu tun und mit den eingeknickten Menschen im Westen, die sich schämen und Busse tun. A propos Busse tun: Ich sehe in dieser Ideologie durchaus so etwas wie eine Ersatzreligion, nachdem sich das Christentum regressiv zurückgezogen hat und im Leben vieler Menschen keine Rolle mehr spielt.
Wie sämtliche linksidentitären Ideologien ist die postkoloniale Ideologie im Universitäts- und Hochschulbetrieb präsent, was der Grund für die Radikalisierung der Jugend ist. Persönlich beobachte ich diese Szene seit 2018, also bevor sie sich nach dem 7. Oktober 2023 für alle sichtbar bemerkbar machte. Jedenfalls wurde in den Medien seht wenig über diese Entwicklungen berichtet, weil viele Medienschaffende selbst woke sind, genau solche Studiengänge besuchten und das Ganze als unbedenklich einstuften. Jedenfalls wurde gerade in öffentlich-rechtlichen Medien sehr wohlwollend über den Postkolonialismus berichtet.
Manchmal wurden bestimmte Exzesse bemerkbar, etwa wenn in einer europäischen Stadt staatlich finanzierte Events organisiert wurden, zu denen nur sog. „PoC“ (Person of Color) Zugang hatten. Color bedeutet übrigens nicht Hautfarbe im engeren Sinne. Vielmehr geht es bei „Whiteness“ um versteckte Machtstrukturen. Damit kann auch eine kreidebleiche Muslimin mit Kopftuch „PoC“ sein, weil sie angeblich eine „Unterdrückte“ sei.
Die postkoloniale Ideologie hat heute einen erheblichen Einfluss auf die Kunst- und Kulturszene, auf Filme, auf Museumsausstellungen, auf die Medienberichterstattung ja sogar auf das Architekturdepartement der Eidgenössisch Technischen Hochschule in Zürich. Es wäre jetzt zu kompliziert, das zu erklären.
Aber vor allem beeinflusst er auch politische Parteien, namentlich die Linken, die den Universalismus, der für sie charakteristisch war, zu Gunsten der Identitätspolitik und im Besonderen der postkolonialen Ideologie aufgegeben haben. Postkolonialismus ist damit keineswegs bloss das, was für alle sichtbar ist, sondern eine ganzheitliche Lebenseinstellung.
Der Hauptgrund, warum ich persönlich anti-woke bin, hat hauptsächlich mit meiner Ablehnung der postkolonialen Ideologie zu tun. Sie ist antisemitisch, pro-islamistisch, rassistisch, radikal antiwestlich und pseudowissenschaftlich. Wer den Westen liebt, sollte gegen diese Ideologie aufstehen und seine Stimme erheben.
Kommentare
"woke" ist ein Kampfbegriff der Rechten.
und "Kampf" ist bei Emrah Erken irgendwie überall – was soll man da hervorheben?
Vielleicht den Stand-up-comedy-Auftritt im letzten Absatz: "Sie ist antisemitisch, pro-islamistisch, rassistisch, radikal antiwestlich und pseudowissenschaftlich. Wer den Westen liebt, sollte gegen diese Ideologie aufstehen und seine Stimme erheben."
Wer das nicht liebt !!!
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"Woke" ist genauso bescheuert wie "antiwoke" bzw. umgekehrt.
Woke ist kein Kampfbegriff der Rechten, sondern eine Selbstbezeichnung und aufgrund der identitären Weltsicht, die der identitären Weltsicht der Rechten diametral entgegensteht, für ebendiese Rechten eine Steilvorlage (wenn "Liberale" das nun übernehmen, macht's das allerdings noch schlimmer!).
Antiwoke ist genauso extremistisch wie woke und hilft keineswegs irgendwas zu klären.
Wieder steht hier "liberal". Und alles, was man darunter verstehen soll - wenn's nach dem Autor ginge - ist eine vollkommene Übersteigerung "des Westens".
Selbstkritik unbekannt!
Damit ist hier nichts gewonnen, es wird lediglich "zurückgebrüllt". Das ist weder eine Art der Argumentation, noch eine irgendwie geartete konstruktive Haltung, um die echten (!) gesellschaftlichen Probleme zu lösen.
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"Kampfbegriffe der Rechten
„Wokeness“ gibt es nicht
Es ist eine leere Worthülse und ein rechter Kampfbegriff, um Minderheiten kleinzuhalten: „Woke“. Aber es ist kein ernstzunehmender Beitrag zum Diskurs (...)"
https://taz.de/Kampfbegriffe-der-Rechten/!5957354/
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"woke" oder "wokeness"?
Letztendlich ist es recht egal, wie man's nennt.
Die "woken" ist sehr wohl ein Begriff, der ursprünglich mit "Rechten" nichts zu tun hat und von diesen keineswegs erfunden wurde.
Da wir schon beim Verlinken sind:
https://de.wikipedia.org/wiki/Woke
Zudem wäre es der erste Begriff, der von Rechten nicht in ihrem Sinne umgedeutet würde. Aus der Umdeutung zu schließen, es sei ein Begriff der Rechten, weist eben diesen die Deutungsmacht zu. Und ich bin nicht bereit für einen von Rechten bestimmten Begriffsspießroutenlauf.
Die Kunst ist, den Rechten nicht auf den Leim zu gehen, was man jedoch tut, wenn man deren Umdeutung für bare Münze nimmt (das betrifft leider diesen Autor, taz und Sie auch?).
Und tja, nichts gegen "taz", aber bei einigen Themen lässt sie sich nicht als "objektive" Quelle zitieren, wenn schon der Slogan "links lesen, rechts bekämpfen" heißt. Recht klar, dass man nicht als Nestbeschmutzer dastehen will.
Vielleicht ist mein Text auch zu lang und potentiell unverständlich: Diese Art der links-rechts-Diskussion führt zu nichts!
@ Huxley
was ein Begriff ursprünglich bedeutete, ist oft etwas ganz anderes, als das, wofür er HEUTE BENUTZT wird
genau das beschreibt auch der von Ihnen verlinkte wikipedia-Artikel, Zitat wikipedia:
"Zudem wird der Ausdruck woke inzwischen von Konservativen und Rechten politisch instrumentalisiert und – ähnlich wie die Ausdrücke politische Korrektheit, Cancel Culture, Gutmensch und Social Justice Warrior – häufig negativ konnotiert oder sarkastisch verwendet, um politische Gegner und deren Ziele abzuwerten."
Dass Rechte diesen Begriff in einer abfälligen Lesart gedeutet haben wollen - geschenkt. Wenn er "heute" so benutzt wird, wie sich Rechte das wünschen, zeigt das nur, dass sich die Gesellschaft von extremistischen Gruppierungen Begriffe klauen lässt. Schlimm genug.
Das bedeutet aber nicht, dass es die Personengruppe, die sich ursprünglich selbst so bezeichnet hat und jetzt (vielleicht) diese Selbstbezeichnung den Rechten, in deren Deutung überlässt, nicht gibt!
Das bedeutet noch nicht einmal, dass an der rechtsextremistischen Lesart alles durch und durch falsch ist!
Die Neigung zum Nicht-Diskutieren, zum Shitstormen, kann man, wenn man will, durchaus als cancle-culture bezeichnen.
Nicht "woke" aber "links"? Ich schreibe hier nicht "links" drauf, da Woke soziologistisch identitäre Ansichten haben, die mit "links" im eigentlichen Sinne, nichts zu tun haben!
Rechte und Woke scheinen sich beide zu wünschen, dass "woke" als "links" bezeichnet wird, was es aber im Kern nicht ist!
...
Das ist das, was ich mit "lauter Brüllen" bezeichne, weil die eigene Weltsicht als Absolutum gesetzt wird - dies genauso hanebüchen, falls überhaupt begründet, wie das bei den Rechten ebenfalls der Fall ist.
(Und wenn sich selbst so bezeichnende "Liberale" nun ebenfalls am Rosinenpicking beteiligen und sich erkennbar verquere Weltbilder zusammenbasteln und sich als "antiwoke" bezeichnen, macht's das eben noch schlimmer).
Zur Genderideologie habe ich schon was gesagt und meine das auch so. Wenn irgendeine dahergelaufene Judith Butler Unsinn redet und dieser Unsinn eine Fangemeinde hat, bedeutet das keineswegs, dass an dem Unsinn mehr dran wäre als Unsinn! Persönlich halte ich diesen Unsinn sogar für regelrecht kriminell, da absichtlich verdummend.
Das Problem, das sämtliche, derartige Weltsichten durchzieht, ist, dass sie allesamt mit Absolutheitsanspruch daherkommen und dies OHNE jegliche, nachvollziehbare Grundlage!
Klar, wenn man es beim sich-gegenseitig-Anbrüllen belassen will - wie z. B. auch Herr Erken - dann sollte man sich nicht wundern, wenn es zu keinerlei Lösung von irgendwas kommt (und die Gegenseite nur zurückblökt).
Wenn Sie einen Mehrwert darin erkennen wollen, dass "woke" ein Kampfbegriff der Rechten darstellt, bitte. Damit ist inhaltlich aber nichts gewonnen.
Vielleicht ist "rechts" ja auch ein Kampfbegriff der Woken? (Die Gruppe neigt ja tatsächlich dazu, alles, was ihren Unsinn in Zweifel zieht, als "rechts" zu bezeichnen.)
Peng!
Wie würden Sie denn diese Szene bezeichnen, um die es im Artikel geht? Und ist damit etwas gewonnen?
@ Huxley, Zitat: "Vielleicht ist "rechts" ja auch ein Kampfbegriff der Woken?"
Wer hat gerade die Wahlen in Sachsen-Anhalt gewonnen?
Wenn man die AFD "rechts" nennt, ist man dann Ihrer Meinung nach "woke"?
Wenn man die Artikel-Auswahl der Richard-Dawkins-Foundation "rechts" nennt, ist man dann Ihrer Meinung nach "woke"?
@Beate
Jetzt wird's mir wirklich zu dumm:
Kapieren Sie nicht, was ich darlege? Ist das zu hoch? Oder wollen Sie's nicht verstehen?
Wenn "für mich" es woke wäre Nazis als Rechte (oder extra für Sie: die AfD als rechts) zu bezeichnen, hätte ich das wohl schon längst dargelegt, oder? Nein, man kann Nazis sehr wohl als Rechte bezeichnen, auch wenn man nicht woke ist (nur, dass "rechts" eben nicht gleich "rechts" ist - viele davon sind einfach "nur" blöd - sorry - verantwortungslos sowieso).
Einschub: Es gibt - nein, ich muss mich korrigieren - es gab "Rechte", mit denen man wirklich inhaltlich diskutieren konnte. Heiner Geißler war z. B. so einer.
Einschubende
Dass Woke das tun, tut ja inhaltlich nichts zur Sache! Aber mit dem Begriff "rechts" canceln sie eben ALLE Einwände gegen ihre Weltsicht! Die Idee, dass man sehr wohl kritisieren kann, OHNE "rechts" zu sein, scheint ihnen gar nicht zu kommen.
Woke dürfen Nazis als "rechts" bezeichnen, klar. Ändert aber nichts am woke-Sein. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Von der Wahl in Sachsen-Anhalt habe ich nicht gesprochen. Aber wo Sie's ansprechen: Das Wahlergebnis ist ein Produkt der gesamten (!) Gemengelage der Nicht-Diskussion! (und der Verantwortungslosigkeit vieler Entscheidungsträger und deren Ignoranz)
Und: Die AfD ist nicht nur rechts, sie ist rechtsextremistisch!
Wenn Rechtsextremisten/Nazis nicht diskutieren wollen und können, dann ist das schon fast eine Tautologie: Das ist DENEN grundsätzlich zu eigen. Die können ihren menschenverachtenden Hass nur blöken und brüllen.
Man täte nun gut daran eben nicht selbst auch noch zu blöken und zu brüllen!
Wenn Woke das allerdings auch nicht können (diskutieren, weil canceln ja so viel leichter ist), sollten sie wenigstens so ehrlich zu sich selbst sein, das dann auch zu erkennen! Oder ist das zuviel verlangt? ...
Wahrscheinlich.
Sie scheinen sich mit "woke" irgendwie angesprochen zu fühlen, obwohl Ihrer Meinung nach "woke" "inhaltsleer" und lediglich ein Kampfbegriff der Rechten ist?
Wie denn das?
Das ist vergleichsweise dasselbe, wie wenn AfD-Leute darauf reagieren, wenn Nazis kritisiert werden. Nun, wenn sie sich angesprochen fühlen (!), dann haben sie sich damit gerade SELBST als Nazis geoutet!
Wenn Sie sich angesprochen fühlen (durch den Text von Herrn Erken oder durch meine Ausführungen), dann outen Sie sich ja gerade selbst als "woke"! Was dann wirklich lustig ist, denn das ist ja Ihrer Meinung nach eine "leere Worthülse"!
Mit diesem Problem kommen Sie dann bitte selbst zurecht, da kann ich Ihnen nicht helfen.
Im Übrigen sind Sie natürlich nicht gezwungen auch nur irgendein Wort von dem zu verstehen, was ich hier darlege. Nur ein Tipp: Die Sprache ist Deutsch und das Schwarze ist Schrift!
Ich versuch's dennoch nochmal (auch wenn's zwecklos zu sein scheint): Wenn Woke alle, die eine abweichende Meinung vertreten, als "rechts" bezeichnen, dann tun sie SINNGEMÄSS genau das, war Rechtsextremisten umgekehrt tun, nämlich alles, was nicht rechtsextrem ist, als woke (oder eben doppelt fälschlich als "links") zu bezeichnen. Es ihnen sinngemäß gleich zu tun, bringt keinen Gewinn, was die Sache angeht: Es stehen sich lediglich zwei extremistische Gruppen gegenüber, die sich soundso bezeichnen. ...
DAMIT habe ich wiederum nichts zu tun; sehe aber gerade, dass nicht nur Rechtsextremisten die ärgsten Verständnisschwierigkeiten haben.
"Der Westen"
Tatsächlich komme ich mit der Formulierung nicht zurecht, da eben dieser "Westen" ja auch die postmoderne Pseudophilosophie und den damit verbundenen Konstruktivismus hervorgebracht hat.
Bei Soziologen hat dieser Quatsch nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. In diesem Zusammenhang wäre ich auch mit dem Begriff "Dekonstruktion" vorsichtig, denn nach dem Glauben eben dieser Soziologen stellt ja gerade der Genderismus die "Dekonstruktion" dar.
Weswegen man ja auch der Meinung ist, man könne, nein, man müsse wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren. ... Jedenfalls da, wo sie einen bei der Verbreitung des "richtigen" Narrativs behindern.
Das Narrativ wiederum hat nach deren Überzeugung stets eine politische Dimension und gerade deshalb müsse es eben "das richtige" sein. Mit Erkenntnisgewinnung hat das nichts zu tun. Aber mit Wunschdenken.
Die Gerechtigkeit wäre demnach der Leitfaden, weswegen viele Linke wiederum glauben, das sei ja deckungsgleich mit ihren Forderungen. Dass sie damit in die Identitätenfalle laufen, bemerken sie nicht oder es stört sie nicht. Das wiederum schwächt ursprünglich linke Positionen, weil sie sich schlicht nicht mehr vermitteln lassen.
Man begegnet den Rechten damit auf deren unterirdischen Niveau! Gleiche Art der Logik, diametral entgegengesetzt, genauso haltlos.
Dass man andere wissenschaftliche Erkenntnisse wiederum aktzeptiert und ja sogar zitiert, setzt dem Ganzen die Krone auf. Man glaubt, man könne Rosinenpicking betreiben. Das hat übrigens mit Wissenschaftskritik wiederum nichts zu tun, denn hier würden ja Argumente im eigentlichen Sinne des Wortes genannt werden.
Als (antiwoke) Reaktion darauf "den Westen" zu konstruieren, ihn kritiklos zu überhöhen und ebenfalls Rosinenpicking zu betreiben, (nur das, was in den Kram passt, wird "dem Westen" subsummiert) verursacht lediglich noch größeren Schwachsinn.
Die "Liberalen" hier wissen offensichtlich nicht, von was sie reden. Mit dem Blick auf woke links, merkt man nicht (will es nicht merken), dass man mit den Füßen längs am ultrarechten Rand steht.
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