Linda Sarsour oder der vermeintliche Feminismus

Es dürfte den meisten Lesern bekannt sein, dass kurz vor der Wahl Donald Trumps eine Aufnahme veröffentlicht wurde, auf der er unmögliche Dinge über Frauen aussprach.

Linda Sarsour oder der vermeintliche Feminismus

Seine dort zu hörende Aussage „Grab them by the pussy!“ hat weltweit nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern Entsetzen und Empörung ausgelöst. Ich gehöre selbstverständlich auch zu diesen empörten Menschen und ich kann es nicht mit Worten beschreiben, wie unmöglich, unterirdisch primitiv und widerlich ich eine solche Aussage finde. Wenn ich seine Worte nochmals höre, stehen mir heute immer noch die Nackenhaare hoch und ich kann mich immer wieder aufs Neue darüber aufregen.

Nach der Wahl Donald Trumps, der so etwas Frauenverachtendes gesagt hatte, war es meines Erachtens nur richtig, dass Frauen in Amerika aber auch anderswo auf der Welt gegenüber diesem Mann und seinem sexistischen Frauenbild eine angemessene Reaktion zeigten. Es entstand die Women’s March Bewegung und viele Frauen weltweit, insbesondere natürlich in den Vereinigten Staaten, gingen teilweise mit ihren selbstgestrickten Pussyhats, die eine humorvolle Anspielung auf Donald Trumps Äußerung waren, auf die Straße, um gegen ihn zu protestieren. So weit so gut.

Im Ko-Präsidium dieser mittlerweile weltweit agierenden Organisation sitzt eine Frau namens Linda Sarsour, die bereits seit einiger Zeit in islamistischen Lobbygruppen in den Vereinigten Staaten aktiv ist, die insbesondere der Muslimbruderschaft nahestehen. Es existieren viele unglaubliche wenn nicht gar schockierende Äußerungen von Linda Sarsour, insbesondere auf  ihrem Twitter-Account, die ihr Amt als Ko-Präsidentin bei einer global agierenden Frauenbewegung als höchst fragwürdig erscheinen lassen. Ich will dabei nur auf eine Äußerung eingehen. Sollte sich der Leser für weitere Aussagen und deren Bedeutung interessieren, empfehle ich diesen Blog-Artikel in englischer Sprache. Für weitere Informationen hilft sicher auch Google weiter. Beim vorliegenden Artikel werde ich bewusst keine weiteren Links über sie angeben, insbesondere deshalb nicht, weil viele Online-Artikel über Linda Sarsour aus einem rechten politischen Spektrum stammen. Ich tue das mit dem alleinigen Zweck, dass man mir nach der Lektüre des vorliegenen Blog-Artikels nicht vorwerfen kann, ich hätte mich auf Breitbart oder FoxNews abgestützt. Die Hauptquelle, die ich hier benützt habe, ist die New York Times.

Die meisten Leser dürften auch schon von Ayaan Hirsi Ali, einer niederländisch-amerikanischen Politikerin, Politikwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Islamkritikerin somalischer Herkunft, gehört haben. Bekannt wurde sie insbesondere im Zusammenhang mit dem später ermordeten niederländischen Filmemacher Theo van Gogh, mit dem sie einen islamkritischen Film gedreht hatte. Später wurde sie Politikerin und musste wegen ihrer Islamkritik unter Personenschutz leben.

Ayaan Hirsi Ali ist aus meiner Sicht eine sehr mutige Frau, die ihre Ansichten über den Islam unter Anderem auch aus eigenen Erfahrungen heraus klar darlegt und deswegen teilweise heftig kritisiert oder sogar mit dem Tode bedroht wird. Man muss sie dennoch nicht mögen und es ist auch zulässig, ihre Ansichten als zu extrem wahrzunehmen. Jeder kann seine eigene Meinung über diese Frau haben. Etwas, was jedoch unstrittig ist, ist die Tatsache, dass dieser Frau in ihrer Kindheit durch Vaginalverstümmelung (FGM) schweres Leid zugefügt worden ist. Dass Ayaan Hirsi, so umstritten sie auch sein mag, Opfer eines schweren Verbrechens geworden ist und ihr insbesondere als Frau grosses Unrecht angetan wurde, sollte meines Erachtens selbst von ihren Gegnern, die sie immer wieder mit „Islamophobie“-Vorwürfen zudecken, anerkannt werden.

Die vorerwähnte Linda Sarsour hat es fertiggebracht, am 8. März 2011 die folgende (in der Zwischenzeit gelöschte) Aussage über Ayaan Hirsi auf Twitter zu posten, wobei sie gleichzeitig eine andere Islamkritikerin namens Brigitte Gabriel, in ihre Schimpftirade einbezog:

Übersetzung:

Brigitte Gabriel= Ayaan Hirsi Ali. Sie will, dass man ihr den Ar$ch versohlt. Ich wünschte, ich könnte ihnen ihre Vaginas wegnehmen – sie verdienen es nicht Frauen zu sein.

Eine solche Aussage verletzt meines Erachtens einerseits die Menschenwürde im Generellen und andererseits die Würde aller Frauen, nicht nur derjenigen, die hier genannt werden. Sie ist ebenso unterirdisch primitiv wie die Aussage von Donald Trump („Grab them by the pussy“). Hier kommt aber noch die Komponente hinzu, dass Ayaan Hirsi Ali eine genitalverstümmelte Frau ist, der Linda Sarsour die Vagina wegnehmen will. Man kann sich fragen, was sie dort noch wegnehmen kann, was man ihr nicht schon genommen hat! Ich denke, dass selbst Donald Trumps widerliche Aussage harmloser ist als diese menschenverachtende Äusserung von Linda Sarsour über Ayaan Hirsi Ali.

Hat die Äußerung dieser Islamofaschistin – die eine globale Frauenbewegung ko-präsidiert, die sich mit Pussyhats zu erkennen gibt – über eine genitalverstümmelte Frau, wonach sie ihr die Vagina wegnehmen möchte, eine Empörung bei dieser Organisation ausgelöst? Kamen Rücktrittsforderungen, nachdem sie diesen beiden Frauen das Recht eine Frau zu sein absprach? Gab es Proteste seitens Feministinnen? Nichts davon geschah! Ganz im Gegenteil: Die Organisation Women’s March steht immer noch solidarisch hinter Linda Sarsour und billigt damit ihre Aussage, für die sie sich nicht einmal entschuldigt hat, mindestens stillschweigend!

Seit ich zurückdenken kann, bin ich für die Rechte der Frauen eingestanden. Lohngerechtigkeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Recht auf Ausbildung, sexuelle Selbstbestimmung, angemessene Vertretung der Frauen in der Wirtschaft und in der Politik und vieles mehr sind Themen, die mich schon immer beschäftig haben und hinter denen ich vorbehaltlos stehe. Ich habe übrigens auch keine Mühe damit, mich selbst als einen Feministen zu bezeichnen. Mein Einsatz für die Frauen, insbesondere auch als Rechtsanwalt, war stets geprägt von diesem Idealismus. Nicht zuletzt deswegen bin ich übrigens so ein vehementer Gegner der Scharia.

Seit diese Äußerungen bekannt wurden und in der Folge nichts geschah, frage ich mich ernsthaft, ob ich in einem falschen Film sitze. Kann es wirklich sein, dass eine Organisation, die sich feministisch nennt, so etwas unterstützt, wobei dies ja bei weitem nicht die einzige islamophile Aktion des Women’s March ist? Ich verweise lediglich auf die Takbir-Rufe („Allahu Akbar“) bei der Women’s March Demonstration in Berlin und auf das Hijab Postergirl.

Ich frage mich ernsthaft, ob es den vielen Frauen, die mit der Women’s March Bewegung sympathisieren, diese Dinge bewusst sind und ob sie erkennen, dass sie von Islamisten und Islamistinnen für deren eigene Sache instrumentalisiert werden. Islamismus, Kopftuch, Scharia und Frauen wie Linda Sarsour, die vaginalverstümmelten Frauen, die verbleibenden Vaginareste wegnehmen wollen, haben jedenfalls nie etwas mit Frauenrechten zu tun gehabt.

Es wäre meines Erachtens an der Zeit, dass sich die Frauen in ihrem Kampf um Gleichheit und Gerechtigkeit von diesen Unvereinbarkeiten distanzieren würden.

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Kommentare

  1. userpic
    Markus C. Schulte von Drach

    Der Verzicht auf Links ist löblich, weil es tatsächlich einige fragwürdige Quellen zu Sarsour gibt. Aber kritikwürdig ist ihre Arbeit und die Begeisterung mancher Feministinnen für sie auf jeden Fall. Es gibt einen Text auf SZ.de, in dem ich mich ein wenig mit ihr beschäftigt habe. Vielleicht interessiert das den einen oder die andere? sz.de/1.3373523 (3. Seite)

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