Atheistische Bibelbetrachtungen

, Atheistische Bibel – Betrachtungen’  Eine gnadenlose Kirchenkritik

Die große Illusion / Jehova, der Massenmörder / Die Irrtümer des Jehova / Die Sünden des J. / Der große Diktator /  Das Buch von Mord und Totschlag usw.

Vorwort 

   Als der Biologe Charles Darwin im Jahre 1858 seine Ideen über die Entstehung der Arten veröffentlichte, tat er dies sehr zögerlich, er war sich der Tragweite seines Entschlusses bewußt. Denn zur damaligen Zeit – obwohl über hundert Jahre nach Beginn der Aufklärung – stellte die Kirche noch immer eine nicht zu unterschätzende Kraft dar. Eine destruktive Kraft wohlgemerkt, aber eine Kraft; der Hemmschuh der Wissenschaften schlechthin.

Auf Widerspruch stieß Darwin mit seinen über Jahrzehnte gereiften Theorien vor allem bei der Fachwelt, bei Menschen also, die es hätten besser wissen müssen. Er wurde verlacht, verspottet, nicht ernst genommen. Heute weiß man es besser.

Dennoch gibt es Leute, die sich nicht auf die Predigten der Kanzelredner verlassen wollen, sondern sich aus erster Quelle informieren, wie dies z. B. Prof. Franz Buggle in seinem Buch ‚Denn sie wissen nicht was sie glauben’ in aller Deutlichkeit tut. Er prangert dort u.a. die grausame Brutalität des biblischen Gottes an, der es in seiner Radikalität den damaligen Hebräern schwer bzw. unmöglich machte, ihn zu lieben. Der mit Feuer und Schwert zuschlug, anstatt zu erklären oder zu verzeihen.

   Zu jenen Menschen zähle auch ich. Mit dem Unterschied, daß sich meine jahrzehntelange Tätigkeit fast ausschließlich auf die Bibel bezieht, und das aus rein atheistischer Sicht.

Das Resultat ist eine Arbeit, welche die Fundamente unserer abendländischen Kulturen zum Wanken, wenn nicht gar zum Einsturz bringen könnte.

   Während es für einen Wissenschaftler wie Darwin damals noch recht einfach war, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, so ist es heute beinahe unmöglich, neue Einsichten publik zu machen, und seien sie noch so revolutionär. Zum einen verhindern das Arroganz und Ignoranz deutscher Journalisten und Verlage, zum andern die überfrachtete deutsche Medienlandschaft. Zuweilen vermute ich, bei gewissen Zeitgenossen sind neue Erkenntnisse gänzlich unerwünscht..   

 

   Zwischen den jahrtausendealten Berichten der Bibel, von Menschen erzählt und aufgeschrieben, die dabei waren, die persönlichen Kontakt hatten mit jenen Fremden - die sich als Götter ausgegeben haben mit all den hieraus entstehenden Konsequenzen - und dem fantasievollen Gespinst, welches die Kirchen aus diesen Überlieferungen herauszulesen, zu interpretieren und seit dem Mittelalter so vehement, so blutig zu verteidigen suchen, bis heute, besteht, für jene, die etwas genauer hinsehen, eine augenfällige, eine unüberbrückbare Diskrepanz.

Auch ich war nicht immer konfessionslos, auch ich wurde im christlichen Sinne erzogen. Wahrscheinlich ist es mir gerade deshalb ein Bedürfnis, die Bibel aus wissenschaftlicher Sicht zu betrachten, wo immer dies möglich ist. Aus diesem Grunde darf ich keinesfalls nur Martin Luther zu Rate ziehen, der es in seiner kirchlichen De- und seinem schriftstellerischen Übermut zuweilen für unnötig befand, Begriffe ins Deutsche zu übersetzen und damit Mysterien gründete, die bis heute kein Mensch versteht. Wichtiges Kontrollorgan bei meiner Arbeit ist deshalb die Buber-Bibel, die mit ihrer gnadenlos wörtlichen Übersetzung für einen objektiven historischen Bericht zu sorgen bemüht ist.

   Obwohl wir niemals genau wissen werden, was es mit Gottheiten auf sich hat und im Innern stets der gewisse Zweifel bleibt - weil wir bereits als Kinder von der Kirche indoktriniert worden sind - so versuchen weite Kreise doch permanent, ihre Gottheit etwas hervorzuheben vor den anderen, ihr etwas mehr Gewicht zu verleihen. Mehr Größe. Mehr ,Göttlichkeit.’ Das ist barer Unsinn.

   Manchmal deutet ein mildes Lächeln von unserer - christlichen - Seite an, was wir von der Religion des anderen halten. Mitunter erschallt ein Ruf in arabischer Sprache: „Gott ist groß!“ Und nicht ohne Bedauern wird man hierbei oftmals erkennen müssen, was die Aggressivität – oder Verzweiflung - in den Stimmen der Rufenden eigentlich auszudrücken versucht: „Unser Gott ist groß, nicht der eure! Deshalb seid ihr Ungläubige.“

Das ist gedankenlose Intoleranz, ein Paradoxon schlechthin. Zuweilen kommt es sogar zu handfesten ‚religiösen’ Wettbewerben, wer den besten, den einzigen Gott sein eigen nennen darf. Jenen Gott, den niemand kennt, den niemand je gesehen hat, dessen physischer Einfluß sich auf ein mathematisches Nichts reduziert.

Ein blutiger Streit darüber, wessen Seifenblase die stabilere ist.

   Eine essentielle Frage lautet: Wer gibt uns das Recht, auf den Glauben des anderen oder auf Naturvölker herabzublicken, deren Religionen wir nicht verstehen, weil wir sie nicht verstehen wollen? Weil sie keine Schrift ihr eigen nennen und ihre Religion oftmals die bessere ist. Weil sie weniger aggressiv ist, naturverbunden und nicht mit derartig unsinnigen Wundern übersät, bar jeglicher Vernunft, wie sie die christliche darstellt. Was wissen wir von deren Jahrtausende zurückliegenden Ursprüngen, von deren Entwicklung, von den einschneidenden Ereignissen, die zur Entstehung geführt haben? In aller Regel zu wenig.

Oft ähneln deren Anfänge unserer eigenen märchenhaften Schöpfungsgeschichte auf erschreckende Weise. Wie kann das sein? Darf das sein? Vielleicht haben gerade jene ,Heiden’ - ein Wort, aus der Arroganz der ,Ich bin besser als du’ Gläubigen geboren, das es offiziell gar nicht gibt, das daher abzulehnen ist und von mir meist mit Anführungszeichen versehen wird – ähnliche Erfahrungen gemacht mit ,Gottheiten’, die ihnen in grauer Vorzeit begegnet sind, wie wir. Das ist wahrscheinlich. Leider war es diesen Menschen in Unkenntnis der Schrift nicht vergönnt, ihre Erlebnisse niederzuschreiben.

Bei den Mesopotamiern und Ägyptern war dies anders, ebenso bei den Hebräern. Hier wurde eifrig und viel geschrieben, und noch heute werden im Zweistromland Tontafeln ausgegraben, die Ereignisse der damaligen Zeit dokumentieren. Auch Moses konnte schreiben, wie wir aus dem Alten Testament (AT) wissen. Der ‚Prophet’ Daniel hat Schriften von Jeremia eingesehen. (Dan. 9.2.) usw.

   Nun, auf jede Frage eine Antwort zu geben, wäre seitens der Wissenschaft ebenso falsch wie das Scheuklappenverhalten jener ‚Gläubigen’, die überhaupt keine Fragen stellen; weil sie möglicherweise Angst vor den Antworten haben.

Hier möchte ich einen Satz von Hans Kaspar zitieren, der das Frage- und Antwortverhalten von fanatischen Gläubigen treffend widerspiegelt:

„Mit Fanatikern zu diskutieren heißt, mit einer gegnerischen Mannschaft Tauziehen spielen, die ihr Seilende um einen dicken Baum geschlungen hat.“  (Hans Kasper, dt. Hörspielautor)

 

   Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, das gesamte kanonische Werk der Bibel zu widerlegen oder allzu oft philosophisch infrage zu stellen; wobei sich letzteres in weiten Teilen gar nicht vermeiden läßt. Zudem ist es kaum möglich, ein derart unvollständiges Geschichtsbuch wie die Bibel im Gesamten zu widerlegen. Daher sind Formulierungen wie: ‚Die Bibel hat recht‘ sinnwidrig. Ein Geschichtsbuch beschreibt Geschehnisse. Eher müßte es heißen: Die Kirche hat mit ihren Interpretationen Unrecht! Und das weiß sie. Daher reagieren ihre Vertreter auch recht ungehalten auf jegliche Einwände.

Vielmehr ist mir daran gelegen Begebenheiten herauszugreifen, die in mir offenen Zweifel erzeugen und die sich aus unserer heutigen technischen Sichtweise völlig anders darstellen müssen als noch vor zwei - dreitausend Jahren. Oder vor ca. 3800 Jahren.

   Auch lag es zu Beginn nicht in meiner Absicht, die Bibel, das meistverkaufte Buch der Erde - und wohl das am wenigsten gelesene und daher noch weniger verstandene - neu zu interpretieren, was sich im Ergebnis leider nicht umgehen läßt, sondern nur jene auffälligen Passagen, welche beim sonntäglichen Gottesdienst wohlweislich ausgespart werden (müssen). Und die wir im übrigen nie zu Gesicht bekommen hätten, wäre die Bibel von der Kirche geschrieben worden. Ich erinnere nur an die Apokryphen. Neu interpretieren wird sie der Leser im Anschluß selber.

In das Bild der Kirche, und speziell des Vatikan, passen jene Ereignisse so gar nicht. Im Gegenteil, sie laufen kirchlichen Lehren und vor allem deren Traditionen zuwider. Denn eines möchte der Klerus auf keinen Fall: Daß die Gemeinde beginnt, die Bibel zu lesen und über gewisse alttestamentarische Bibeltexte nachzudenken. Insofern ist das mit Abstand größte Wunder, daß sich die christlichen Kirchen, trotz der erdrückenden Vielzahl von Irrtümern, Fehlern, Anachronismen und anthroposophischen Ungeheuerlichkeiten, die in diesem Buch dokumentiert sind, noch nicht allesamt aufgelöst haben. 

   Beinahe zu jeder Bibelstelle finden sich Versuche von Quellennachweisen, welche einer Seite gelegen kommen, der anderen jedoch so nicht passen und daher von ihr verworfen werden. Durch unzählige ‚Interpretationen’ gelingt es schließlich, ‚zu beweisen’, daß nicht jener Prophet, sondern ein anderer – unbekannter - Zeitgenosse für die jeweiligen Schriften verantwortlich zu machen sei. Vergleichbar etwa der Vermutung, daß Homer möglicherweise nie gelebt hat, er aber zweifellos blind war.

Niemand weiß bis heute, was Hiob, der bei näherer Betrachtung bei den Gebrüdern Grimm besser aufgehoben wäre, in einer Bibel zu suchen hat. Er ist weder Prophet noch historische Gestalt, es hat ihn nie gegeben. Aber diese fiktive Figur paßt den Kirchen ins Konzept, ergo haben nicht einige Apokryphen, sondern hat sie ihren festen Platz in den Bibeln und den Gottesdiensten bekommen. Bereits hier wird jegliche Objektivität erdrosselt. Denn glauben hat mit Objektivität nichts zu tun.

Eben diese ewig umstrittenen ‚Erkenntnisse’ der Historiker sind mitverantwortlich für ein Wirrwarr, bestehend aus ‚echten’ und ‚unechten Bibeltexten’, aus Worten, die Jesus ‚gesagt’ und anderen, die er ‚so nicht gesagt haben konnte’. Bei der Suche nach der kirchengenehmen Wahrheit bleibt die objektive Wahrheit nur allzuoft auf der Strecke. Wobei zu bemerken wäre: Die Wirklichkeit trifft bei solchen Pseudowissenschaftlern auf ein derartig geballtes Desinteresse, daß sie sich selbst ad absurdum führen. Der Leiter des Bibelmuseums Münster, Richard Höffner gesteht: „Wir haben nur Interesse an den Fundorten, der Entstehung und an der Herkunft von Bibeltexten. Der Inhalt interessiert uns nicht!“

   Ein Grund mehr, uns auf den gesamten bekannten Bibeltext zu konzentrieren. Dabei müssen wir zunächst unterscheiden zwischen der katholischen und der selektiven protestantischen Bibel. Erstere ist wesentlich umfangreicher, da in der katholischen Bibel viele der Apokryphen zu finden sind. ‚Gott’ sei Dank kann daher jeder selbst nachblättern, was es mit diesen, in der protestantischen Bibel auf eine ‚merkwürdige Weise aussortierten’ Erscheinungen auf sich hat. 

   Die Frage, welche Aufzeichnungen den authentischen Heiligen Schriften zuzuordnen sind und welche nicht, ist im Laufe der Geschichte unterschiedlich beantwortet worden. Der Umstand, daß bei den Protestanten die Apokryphen, diese ‚Ketzerischen Schriften’, fehlen, weist auf eine Manipulation sondergleichen hin. Aus Gründen der Chronologie finden wir diese Schriften auch hier erst am Ende des Alten und zu Beginn des Neuen Testaments.  

 

   In immer neuen Varianten treffen wir auf die sogenannte Exegese. D.h. auf das scheinbar notwendige Auslegen und Interpretieren der Bibeltexte. Persönlich möchte ich mich so weit wie möglich von vagen Interpretationen distanzieren. Auch sollten wir uns weigern, jemals Texte über einen Philosophen zu lesen, wenn wir ihn selber ‚sprechen’ hören können. Es interessiert eben nicht so sehr, was jemand über Schopenhauer oder Adorno, Hegel oder Nietzsche zu sagen hat, vielmehr ist der Originaltext von Bedeutung. Jede Interpretation verfälscht das native Bild.

Warum jene Texte, die für uns geradlinig und klar verständlich sind, zusätzlich noch in eine bestimmte Richtung interpretieren (dirigieren, leiten)? Sind es doch in erster Linie diese Auslegungen der Bibel, die zum mit Abstand größten Mißverständnis geführt haben, das die Menschheitsgeschichte kennt. Die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten haben nichts anderes getan, als die Bibel nach ihrem Gutdünken zu interpretieren. Ergo gab und gibt es ebenso viele Interpretationen wie Interpreten. Und jene Interpretationen laufen ausschließlich in eine vorgegebene Richtung, an deren Ende selbst bei den Interpreten wiederum Unverständnis und Ratlosigkeit herrschen. Ich will nicht sagen, daß es bei den ‚interpretierten’ Philosophen genauso ist; zuweilen schon.

   Allein die Geschehnisse werde ich erörtern, welche ganz offenkundig in direktem Zusammenhang stehen mit jenen Besuchern, dieauch - vor etwa 3800 Jahren unseren Planeten heimgesucht haben, um die Bewohner hier zu kultivieren; oder zumindest einige wenige. Wie wir heute nicht nur am Beispiel Israels sehen, blieb es beim Versuch.

   Obenerwähnte Interpretationen lassen sich jedoch nicht ganz vermeiden. Wie jeder Wissenschaftler, der eine Theorie verfolgt, bin auch ich auf der Suche nach passenden Teilen, nach Puzzelgebilden, die in meine eingeschlagene Richtung zeigen. Manche werden wieder aussortiert, weil sie nicht genug Substanz besitzen. Andere werden vertieft, eingepaßt – nicht angepaßt – bis sich letztendlich ein Gesamtbild ergibt, welches meiner Theorie ein stabiles Fundament verschafft.

Daneben bleibt es nicht aus, daß Gedanken sich entwickeln, wachsen, daß sich während der Arbeit Erkenntnisse anhäufen, Fragen gestellt werden. Wie z. B. jene: Wann trat jener Namenlose, der Jehova genannt wird, Jahwe, HERR - oder wie immer er hieß - zum ersten Mal auf der Erde in Erscheinung, d.h. wann nahm er Verbindung mit jenen Geschöpfen auf, die ihn aus seiner Sicht mehr an Tiere erinnerten denn an intelligente Lebewesen? Wenn man an seine zahllosen grausamen Feldzüge im AT denkt, liegt der Schluß nahe, daß sie für ihn in der Tat oft nicht mehr bedeuteten als das gestreifte Jagdwild einem englischen Kolonialisten im Indien des späten Neunzehnten und frühen Zwanzigsten Jahrhunderts.  

   In der heutigen Zeit wissen wir - auch wenn dies von gewissen, tendenziösen Elementen nach wie vor geleugnet wird (Darwin ist widerlegt, Zeugen Jehova) – daß das Leben auf der Erde mehr als 4 Milliarden Jahre alt ist und nicht endgültig erschaffen wurde, sondern sich beständig weiterentwickelt. In einer Zeit also entstanden, als Jehova selbst noch gar nicht existierte. Wir wissen des weiteren, daß wir Menschen von niederen Primaten abstammen, die vor ca. 50 Millionen Jahren auf Bäumen wohnten und ein Aussehen besaßen wie Ratten. Bereits vor über 2.5 Millionen Jahren lebten menschliche Wesen, die Werkzeuge herzustellen imstande waren, das ist gesichert. Wir kennen den Entstehungsort des Homo Erectus, seine Wanderungen, seine Varietäten ziemlich genau. Wir wissen von kreativer und ästhetischer Betätigung des Homo sapiens aufgrund von Höhlenmalereien, die älter als 30 000 Jahre sind. Erste künstlerische Dekorationen an Knochen tauchen bereits vor 300 000 Jahren auf. Alleine sie weisen auf ein fünfzig Mal höheres Alter der Menschheit (Homo erectus) hin als die Kirche mit der biblischen Schöpfungsgeschichte uns - noch immer - hartnäckig glauben machen will.

   Wir können all dies leugnen. Wir können naiv behaupten: Ihr irrt euch, die Kirche hat (doch) recht. Der Mensch ist erst 6000 Jahre alt, und Jericho kann daher nicht 8000 Jahre alt sein. Wir können die Besiedlung Amerikas – durch Menschen – vor über 11 000 Jahren über die asiatische Landbrücke - und noch früher von Polynesien her – abstreiten, oder die Verwandtschaft der amerikanischen Ureinwohner mit den Asiaten. Selbst wenn wir die Ähnlichkeit erkennen und DNS-Analysen dies beweisen. Wir können alle wissenschaftlichen Erkenntnisse in Frage stellen.

Dann jedoch sollten wir auch den nächsten Schritt tun und weiterhin behaupten, daß wir auf einer Scheibe leben und auch die ‚Mähr’ von der Kugelgestalt der Erde belächeln. Aber genau dies machen wir nicht. Wir – und damit meine ich in diesem Zusammenhang vor allem die sogenannten Gläubigen - pflücken uns aus dem großen Kuchen der Wahrheit eben jene Rosinen heraus, die uns im Moment und für unsere Zwecke gerade opportun sind. Viele von uns versuchen demnach recht zu behalten ohne recht zu haben. Für jene ist dies die gängige Meinung von dem, was richtig ist. Opportunismus aber ist ein wankelmütiger Charakterzug, der mit der Wahrheit meist nicht das Entfernteste zu tun haben will, sondern nur mit Eigennutz. Ergo sollten jene, wenn sie der Widerspruch gegen die Wissenschaften wieder einmal mit voller Breitseite ankommt, ebenso konsequent auf die wissenschaftlichen Errungenschaften verzichten, die ihnen persönlich das Leben erleichtern. Auch auf die medizinischen.

   Eines aber sollten wir nicht tun: Die Datierungsmethoden anzweifeln. Es steht fest, daß Homo Habilis vor 2.5 Mill. Jahren gelebt hat. Daß er bereits damals ein menschliches Gebiß besaß, das sich von dem unseren nur in unwesentlichen Punkten unterscheidet. Daß er von und mit wilden Tieren lebte und von diesen als Beute betrachtet wurde. Dies sind Fakten. Tatsache ist ebenso, daß vor über 100 000 Jahren der Neandertaler Europa besiedelt hat, daß er ein hochintelligenter und geschickter Jäger, ein Sapiens, war. Wo allerdings der Neuzeitmensch herkam, wissen wir noch nicht mit Bestimmtheit. Dennoch können wir seine Zeugnisse 40 000 Jahre und mehr zurückverfolgen, und lange bevor der Bumerang in Australien zum Einsatz kam, wurde er schon von dem Cro-Magnon Menschen, ebenfalls einem Sapiens, im heutigen Frankreich benutzt, wie Wandmalereien bezeugen. Man sieht hieran, die biblische Schöpfungsgeschichte muß eingehend korrigiert werden – oder besser: Neu geschrieben.

   Die Genesis, wie sie auch genannt wird, hat Lücken, weist Fehler auf, Unlogik, gezielte Falschmeldungen, Manipulationen. Und letztere sind es, die dem Bibelleser große Probleme verursachen. Denn jene Fehlinformationen, wie z. B. die Durchquerung des Roten Meeres, stecken tief in unserem Unbewußten, haben sich dort seit unserer Kindheit eingefressen, verankert und festgesetzt, lassen sich nur schwer wieder daraus entfernen. Sie hindern viele am klaren Denken. Und der nicht zu unterschätzende Starrsinn zeichnet dafür verantwortlich, daß sie zuweilen dort einbetoniert werden. Und bleiben. 

Die kompletten Atheistischen Bibelbetrachtungen  einsehen unter:

 

http://www.sprache-werner.info/Atheistische-Bibelbetrachtungen.32294.html

oder direkt beim Autor anfordern:

Franz.wolf@krdnet.de
 

Kommentare

  1. userpic
    Franz Wolf

    Antwort auf #2 von ingenion:
    > Lieber Herr Wolf,
    > was genau wollen Sie eigentlich? Was ist denn Ihre "These"? Auf welchen "Fundamenten" steht diese?
    > Alle Ihre Ausführungen sind für unser heutiges Weltbild absolut irrelevant.
    > Ich unterstelle, dass Sie ganz offensichtlich KEIN Physiker (oder ein anderer Naturwissenschaftler) sind -...

    Hätten Sie meine Ausführungen vollständig g e l e s e n, wäre Ihre Frage irrelevant.

    Antworten

    1. userpic
      ingenion

      Lieber Herr Wolf,
      was genau wollen Sie eigentlich? Was ist denn Ihre "These"? Auf welchen "Fundamenten" steht diese?
      Alle Ihre Ausführungen sind für unser heutiges Weltbild absolut irrelevant.
      Ich unterstelle, dass Sie ganz offensichtlich KEIN Physiker (oder ein anderer Naturwissenschaftler) sind - stimmt´s?

      Antworten

      1. userpic
        Bernd Kammermeier

        Lieber Herr Wolf,

        ich hatte Ihnen schon einige Mal geantwortet. Ich finde ja in Ordnung, dass Sie Ihre These (die - wenn man Ihre übrigen Texte nicht kennt - bisher höchstens zu erahnen ist) hier zur Diskussion stellen. Das allermeiste von dem, was Sie anführen, ist ja auch richtig, jedoch nicht sonderlich originell.

        Ihr zentraler Irrtum ist, dass Sie z.B. ausführen:


        >... daß das Leben auf der Erde mehr als 4 Milliarden Jahre alt ist [...], als Jehova selbst noch gar nicht existierte.

        D.h. Ihrer Theorie/These nach "lebte" der biblische Gott vor 3.800 Jahren und war - selbstverständlich im Raumfahrzeitalter - ein Außerirdischer! Hatten wir das nicht alles schon, 1968 mit kommerziellem Erfolg gekrönt (Erich von Däniken: "Erinnerungen an die Zukunft"), allerdings nicht mit wissenschaftlichem Erfolg?

        Ist Ihnen bewusst, dass die Bibel (der Tanach) 1.200 Jahre nach Ihrem lebendigen Gott geschrieben wurde, beendet vermutlich nicht vor dem 2. Jh. v.Chr.? Vermutlich nicht, sonst würden Sie nicht von einem real existierenden Mose ausgehen. Oder warum schreiben Sie?: "Auch Moses konnte schreiben, wie wir aus dem Alten Testament (AT) wissen." Seit wenigstens 150 Jahren ist klar, dass die "Bücher Mose" auf keinen Fall von einer Person namens Mose geschrieben wurden und bis heute gibt es keinen einzigen historischen Beleg, dass diese Gestalt je real existierte. Ebenso sämtliche Erzväter, die nach Gusto von den Autoren des Tanach erfunden wurden, um ihre Rechtfertigungen und Anweisungen mit ehrenwerten Figuren zu "belegen".

        Das sind sehr schlechte Kronzeugen für Ihre These - für irgendeine These.

        Ich will das hier nicht zu lang werden lassen, deshalb ein ganz wesentlicher Punkt: Wie erklären Sie, dass die Bibel in der vorliegenden Fassung nachweislich kompiliert wurde aus teilweise bekannten Quellen und eine eindeutige, politische Strategie verfolgte, nämlich das jüdische Volk zu schaffen, um im Hexenkessel des vorderen Orients bestehen zu können? Wenn kleine, einander streitende Stämme geradezu umzingelt sind von Großreichen, wie Ägypten, Mesopotamien, Assyrien etc. in wechselnden Herrschaftsstrukturen (Babylonier, Perser etc.), dann ist der Wunsch - vor allem nachdem die Verbannung der kanaanitischen Oberschicht nach Babylon deren Schwäche deutlich zeigte - erklärlich, dass sich diese Stämme zu einem größeren Konstrukt zusammenschließen mussten. Dies war die Erfindung der Nation, zusammengeführt unter einem Gott, der später zum einzigen Gott, also zum Vorstandschef des Monotheismus wurde, einer theologisch völlig neuen Idee, die bis ca. 600 v.Chr. gänzlich unbekannt war. Eine kurze Episode einer Monolatrie versuchte der Pharao Echnaton ca. 800 Jahre vorher in Ägypten - ohne Erfolg.

        In Kanaan wurden viele Kulte praktiziert, es gab einen florierenden Polytheismus, in dessen Pantheon sich auch ein unbedeutender Provinzgott namens JHWH befand. Dass dieser später zum "einzigen Gott" erklärt wurde ist reiner Zufall. Auf die theologische Konstruktion dieser Figur würde ich keine einzige Theorie aufbauen, weil sie vollständigen beliebig ist und nur den ursprünglichen Zweck verfolgte, ein Volk - das jüdische Volk - zu schaffen, um in der Region nicht völlig unterzugehen. Es hätten auch Zwerg Nase oder das Sams sein können.

        Daraus ergibt sich zwingend, dass es aus der Zeit vor dem Exil ausschließlich ätiologische Sagen gibt, in die bekannte Orte und Personennamen eingebaut wurden, so, wie in einem SF-Roman Alpha Centauri A vorkommen mag, ohne dass ich nun die zauberhaften Beschreibung der Täler eines dort vermuteten Planeten im Sinne irgendeiner Theorie interpretieren dürfte. Auch dass President Bill Clinton im Film "Contact" vorkommt macht die Geschichte nicht real.

        Der gesamte Exodus der Israeliten scheitert an der Nichtexistenz des Volkes Israel, an der Nichtexistenz einer Figur namens Mose und an der darin proklamierten Bedeutung eines selbstverständlich ebenfalls nichtexistierenden Gottes namens JHWH.

        Aber die Geschichte zeigt genau das, was die Exilierten in Babylon hören wollten: Da gibt es einen Gott, der wird uns wieder retten aus der Gefangenschaft, wie dies jener Gott einst mit unseren Vorfahren in Ägypten machte. Kleinen Kindern erzählt man, wenn diese verzweifelt sind, auch eher tröstende Geschichten, die sich auf ihr konkretes Leid beziehen.

        Dies alles ist sprachwissenschaftlich, archäologisch und historisch so gut belegt, dass sich jede Interpretation in Richtung "Außerirdischer" verbietet. Es tut mir leid, Herr Wolf, Ihr Jehova hat nie existiert, auch nicht vor 3.800 Jahren...

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          Timo

          Lieber Herr Kammermeier, danke für die interessanten Erläuterungen zur Entstehung der Bibel. Können Sie Quellen empfehlen, um mehr darüber zu erfahren ("...dies alles ist [...] so gut belegt, dass sich jede Interpretation in Richtung 'Außerirdischer' verbietet")? Wo finde ich derartige Belege? Also zum AT, und gerne auch atheistische Erklärungen zur Entstehung des NT. Danke!
          LG Timo

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