Das Ende des Glaubens - Teil 3

Anfang 2011 hatte Andrew Zak Williams Personen des öffentlichen Lebens zu ihren Gründen befragt, weshalb sie an Gott glauben. Nun ist es an der Zeit, bekannte Persönlichkeiten nach ihren Gründen zu fragen, weshalb sie nicht glauben.

Das Ende des Glaubens - Teil 3

Victor Stenger – Teilchenphysiker

„Ich glaube nicht nur nicht an Gott, sondern ich bin auch zu fast 100 Prozent sicher, dass der Gott Abrahams, welcher von Juden, Christen und Muslimen verehrt wird, nicht existiert. Dieser Gott spielt angeblich eine so wichtige Rolle im Universum, dass es Beweise für seine Existenz geben sollte. Es gibt nichts auf dem Gebiet des menschlichen Wissens, was irgendetwas Übernatürliches erfordert, nichts, was jenseits der Materie liegt, um unsere Beobachtungen zu beschreiben.

Außerdem ist Religion unmoralisch. Sie ist schlecht für den Einzelnen und die Gesellschaft.“

Jerry Coyne – Biologe

„Es gibt schlicht und ergreifend keinerlei gesicherten Daten, die auf ein übernatürliches Wesen hinweisen, das sich entweder für diese Welt interessiert oder sie aktiv beeinflusst. Ist es nicht eigenartig, dass all die großen Wunder, Auferstehungen und Himmelfahrten in der fernen Vergangenheit stattgefunden haben, was von einzelnen, fragwürdigen Büchern dokumentiert ist? Außerdem sind die „Wahrheitsansprüche“ der verschiedenen Glaubensrichtungen zu ihren Propheten, Jungfrauengeburten, Engeln, dem Himmel und desgleichen nicht nur wissenschaftlich unglaubwürdig, sondern auch widersprüchlich, was bedeutet, dass die meisten von ihnen, oder sogar alle, falsch sein müssen. Für Christen ist Jesus eindeutig der Nachkomme und das Fleisch Gottes; für Muslime ist diese Behauptung Blasphemie, die durch Hinrichtung bestrafbar ist.

Je mehr die Wissenschaft über die Welt erfährt, desto weniger Raum bleibt für Gott. Die natürliche Selektion hat das letzte, auf der Biologie basierende Argument für eine Göttlichkeit ausgeräumt: das „Design“ von Pflanzen und Tieren. Heute ersetzt die Physik andere Behauptungen, indem sie zeigt wie das Universum ohne himmlische Hilfe aus dem „Nichts“ entstanden sein könnte.

Es mangelt nicht nur an Beweisen für Gott, sondern es gibt auch gute Beweise gegen seine Existenz. Für aufgeschlossene Gemüter ist klar, dass die Religionen von Menschen erfunden wurden, um ihre inbrünstigen Wünsche nach dem zu unterstützen, von dem sie sich wünschten, es sei wahr.

Unsere Welt an sich bezeugt fortwährend, dass es Gott nicht gibt. Nehmen wir die natürliche Selektion, einen Prozess der grausam, schmerzhaft und verschwenderisch ist. Nachdem Darwins Idee die - auf Genesis basierenden - Lehre von der Schöpfungsgeschichte ersetzt hatte, rationalisierte der theologische Fleischwolf, welcher gestaltet wurde, um wissenschaftliche Notwendigkeiten in religiöse Tugenden zu verwandeln, warum es für Gott besser gewesen ist, die natürliche Selektion bei der Erschaffung der Menschen zu verwenden. Es erübrigt sich zu sagen, dass dieses Argument nicht zu einem Gott passt, der alle Menschen liebt. In gleichem Maße schwach sind theologische Erklärungen für anderes Leiden auf der Welt. Wenn es einen Gott gibt, dann deuten die Beweise darauf hin, dass es ein teilnahmsloser, sogar ein bisschen boshafter Gott ist.

Für Gläubige ist eine Überprüfung der „Gott-Hypothese“ keine Option, denn sie werden keinerlei Beobachtungen akzeptieren, die Gott widerlegen. Während ich mir wissenschaftliche Beweise für Gott vorstellen kann, selbst Beweise, die mich zum Gläubigen machen würden (es würde genügen, wenn ein wieder erscheinender Jesus augenblicklich die Gliedmaßen von Amputierten heilen würde), gibt es keine Beweise – nicht einmal den Holocaust – die ihren Glauben an einen guten und liebenden Gott ausräumen können.“

Stephen Hawking – Physiker

„Ich behaupte nicht, dass es keinen Gott gibt. Die wissenschaftliche Beschreibung ist vollständig, doch sie sagt kein menschliches Verhalten voraus, da es zu viele Gleichungen zu lösen gibt. Daher wird ein anderes Modell verwendet, welches den freien Willen und Gott einschließen kann.

Michael Shermer – Herausgeber der Zeitschrift Skeptic

„Ich glaube nicht an Gott, und zwar aus vier Gründen:

Erstens gibt es nicht genügend Nachweise für die Existenz eines allwissenden, allmächtigen Wesens, welches das Universum und uns erschaffen hat und das uns moralische Gesetze gibt und ein ewiges Leben anbietet.

Zweitens wäre jedes Wesen, das per Definition übernatürlich ist, außerhalb des Bereiches unseres Wissens von der natürlichen Welt und müsste zwangsläufig Teil unserer natürlichen Welt sein, wenn wir solch ein Wesen entdecken würden.

Das bringt mich zu dem dritten Grund, Shermer´s Last Law, welcher besagt, dass jede hinreichend fortgeschrittene außerirdische Intelligenz nicht von Gott zu unterscheiden ist (Nach Moore´s Law {steigende Computerleistung} und Kurzweil´s Law of accelerating returns {beschleunigte Rendite} werden wir, wenn wir ausreichend Zeit zur Verfügung haben, einmal selbst in der Lage sein, Leben, Sonnensysteme und sogar Universen zu entwickeln).

Viertens liefern die Geschichte, Anthropologie, Soziologie und Psychologie überwältigende Hinweise darauf, dass Gott von den Menschen geschaffen wurde und nicht umgekehrt. In den vergangenen 10.000 Jahren hat es ungefähr 10.000 Religionen und 1.000 verschiedene Götter gegeben. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gruppe den einen wahren Gott entdeckt hat, während alle anderen an 9.999 falsche Götter geglaubt haben? Dass alle Götter und Religionen gesellschaftlich und psychologisch gestaltet wurden, ist eine wahrscheinlichere Erklärung. Wir haben die Götter erschaffen.“

John Harris – Bioethiker

„Es gibt keinen guten Grund zu glauben, dass irgendetwas, das auf schlüssige Weise Gott genannt werden könnte, existiert. Ein vernünftiger Mensch verschwendet keine Zeit damit, an Dinge zu glauben oder agnostisch zu sein in Bezug auf Dinge, für die es keine akzeptablen Gründe gibt. Selbst wenn es ein mächtigeres Wesen als uns gäbe (oder wohl eher eine ganze Gesellschaft oder einen Planeten mit diesen Wesen), ausgestattet mit einer Technologie, welche uns oder sogar unser Solarsystem und alles in ihm erschaffen haben könnte, dann würde uns das nur eine vernünftige und wissenschaftliche Grundlage geben, sie zu beachten – jedoch ganz bestimmt keinen Anlass, sie zu verehren.

Vor langer Zeit hat Bertrand Russel aufgezeigt, dass der moralische Charakter des jüdisch-christlichen Gottes, wie er in den Schriften seiner Schmeichler dargelegt wird, vieles zu wünschen übrig lässt. Dasselbe scheint auch für andere Götter zu gelten. Gott ist also nicht nur nicht existent, sondern auch boshaft und unnütz.“

Jennifer Bardi – Herausgeberin der Zeitschrift the Humanist

„Die kurze und einfache Antwort ist der Mangel an Beweisen. Ich erkenne auch keinen Wert darin, an Gott zu glauben, denn wenn man klar und ehrlich denkt, dann muss man sich unweigerlich dem Problem des Leidens stellen, und die daraus folgende existentielle Krise verschwendet wertvolle Zeit und Energie. Wir sollten unseren Verstand und unser Herz dem Lindern von Leid widmen.

Außerdem möchte ich einfach nicht an Gott glauben, da mich der Gedanke an einen allwissenden, Alles sehenden Gott, welcher schlimme Dinge geschehen lässt, wirklich gruselt.“

Richard Wiseman – Psychologe

Ich glaube nicht an Gott, da es mir sowohl unlogisch als auch unnötig erscheint. Den Gläubigen zufolge ist deren Gott eine allmächtige Kraft. Trotz dieser Tatsache lässt ihr Gott jedoch großes Leiden und Krankheiten zu. Außerdem müsste ich, wenn ich an Gott glauben würde, logisch gesprochen auch an zahlreiche andere Wesen, für die es keine Beweise gibt, glauben; inklusive Feen, Kobolde und Wichtel etc. Das ist eine lange Liste und ich habe in meinem Kopf keinen Platz für sie alle. Ich bin also zufrieden damit, zu glauben, dass es keinen Gott gibt. Wir sind lediglich unbedeutende Klumpen aus Kohlenstoff, die durch einen winzigen Teil des Universums fliegen. Unser Schicksal liegt einzig und allein in unseren Händen, und es liegt an jedem Einzelnen von uns, das Beste aus unserem Leben zu machen. Hören wir damit auf, uns Sorgen um mystische Wesen zu machen, und beginnen wir zu leben.

P Z Myers – Biologe

„Ich bin an den Gedanken gewöhnt, dass Wahrheitsbehauptungen mit vernünftigen Beweisen gerechtfertigt werden müssen; wenn man beispielsweise behauptet, dass ein jüdischer Zimmermann der Sohn Gottes ist, oder dass es einen Ort namens Himmel gibt, wo ein unbeschreiblicher, magischer Teil von dir hingeht, wenn du stirbst, dann sollte es einen glaubwürdigen Grund dafür geben, das zu glauben. Und dieser Grund sollte substantieller sein als der, dass es so in einem dicken Buch geschrieben steht.

Alle religiösen Behauptungen scheinen den rationalen Prozess, Beweise zu sammeln und Versuche durchzuführen zu umgehen, und das Traurige ist, dass viele Menschen hierin kein Problem sehen und es sogar als Tugend betrachten. Ich lehne Religion daher nicht nur ab, sondern stelle mich aktiv gegen sie in all ihren Formen, da sie auf grundlegende Weise ein Gift für den Verstand ist, welches unsere kritischen Fähigkeiten untergräbt.

Religiöse Überzeugungen sind faule Witze mit schlechten Pointen. Warum musst du die Haut am Ende deines Penis abschneiden? Weil Gott es so sagt. Warum sollst du auf Fleisch oder Garnelen verzichten, warum sollst du Fleisch nicht mit Milchprodukten mischen, warum sollst du dem Wissenschaftsunterricht fernbleiben? Weil es dir deine Beziehung zu Gott verdirbt. Warum musst du ein Stückchen trockenen Kekses anbeten? Weil es sich auf magische Weise in einen Gott verwandelt, wenn ein Priester darüber murmelt. Warum muss ich gut sein? Weil mich, wenn ich es nicht bin, ein Gott für alle Ewigkeit in Flammen setzen wird.

Das sind irrwitzige Behauptungen. Die ganze Sache mit der Religion ist ein verdammter Blödsinn, geheiligt von nichts anderem als gedankenloser Tradition, Furcht, abergläubischem Verhalten und einem Unternehmen von Bauernfängern, die ihr Leben dem Aufbauen eines Gefühls von Selbstherrlichkeit verschrieben haben, indem sie vorgeben, mit einem unsichtbaren großen Häuptling zu sprechen.

Das entbehrt nicht nur jeglicher Fakten, sondern ist kompletter Unsinn.“

Andrew Copson – Vorstandschef der British Humanist Association

„Ich glaube nicht an irgendwelche Götter oder Göttinnen, da sie so offensichtlich von Menschen erfunden wurden. Wüstenbewohner haben harte, strenge und trockene Götter; leidende und unterdrückte Menschen haben liebende und gnädige Götter; Bauern haben Regen- und Fruchtbarkeitsgötter; und ich habe noch nie einen Liberalen getroffen, der an einen konservativen Gott geglaubt hätte, oder einen Konservativen, welcher an einen liberalen Gott geglaubt hätte. Jeder Gott, von dem ich je gehört habe, trägt die unauslöschlichen Spuren menschlicher Erzeugung, und mithilfe der Geschichte können wir erklären, wie und weshalb wir sie erfunden haben.“

Andrew Zak Williams hat Beiträge für the Humanist, the Independent und Skeptic geschrieben. Seine Email-Adresse lautet: andrewbelief@gmail.com

Hier geht es zu Teil 1 und Teil 3.

Übersetzung von: Robert Keller, Daniela Bartl

Hier geht's zum Originalartikel...

Kommentare

  1. userpic
    Bernd Kammermeier

    Diesen Kommentaren und dem Kommentar zu Hawking kann man fast nichts hinzufügen.

    Fast!

    Ein Aspekt, der oft etwas kurz kommt, ist die offensichtliche Unlogik innerhalb des Religionssystems. Solange ich an unterschiedliche Götter in unterschiedlichen Religionen/Regionen glaube, stört dies nicht, d.h. es widerspricht aus diesem Grund nicht einer möglichen Existenz.

    Doch ausgerechnet der angeblich einzige Gott erzeugt durch seine Anhänger gewaltige Verwerfungen der Logik. Zunächst ist relativ klar (ich arbeitet gerade zu dem Thema), dass es mindestens bis zur Zeit vor dem babylonischen Exil eine Form israelitischen Polytheismus gab. So gab es Ba'al, der eine Zeitlang sogar im Tempel auf dem Jerusalemer Tempelberg verehrt wurde. Jerusalem selbst wurde dem Gott Schalim geweiht, Dann gab es einen Gott namens Dod (dwd) und mindestens zwei JHWH-Kulte sind bekannt, die jeweils mit Aschera, einer Fruchtbarkeitsgöttin, verheiratet waren. El ist übrigens der Vater von JHWH.

    Selbst wenn ich jetzt davon ausgehe, dass im 6. vorchristlichen Jahrhundert nur ein Kult (einer der mindestens zwei JHWH-Kulte) übrigblieb, dass ist es zunächst auffällig, dass zwar bis zu Christus (legendenhaft durch das gesamte AT) die Gläubigen sehr schnell erkannt hatten, ob sie einen echten Propheten vor sich haben oder wenn einer mit Steinplatten von einem Berg herunterkam, dass sie unbedingt nach den darauf geschriebenen Gesetzen leben müssen. Doch als der Messias geboren wurden (der nun wirklich alles aus den AT-Prophezeiungen erfüllte), hat ihn niemand in Israel erkannt oder gar anerkannt - okay, 12 sollen es gewesen sein :-)

    Im Gegenteil: Er wird von den streng gläubigen Juden überhaupt nicht anerkannt, während die Christen dafür die Juden bis zum heutigen Tag hassen. Doch beide - lassen wir den Sohn mal weg - verehren den gleichen Gott mit größtmöglicher Inbrunst, kennen sein Wort und befolgen seine Gesetze. Was hat Gott bei den Juden falsch gemacht, dass sie seinen Sohn nicht anerkennen oder was hat Gott bei den Christen falsch gemacht, dass sie einen Schreinersohn für sein leibliches Kind halten? Oder ist ihm das wurscht, Hauptsache, seine Anhänger zerfleischen sich gegenseitig?

    Um dem noch eins obendrauf zu setzen, schickt der gleiche Gott 600 Jahre später wieder mal den Erzengel Gabriel los (der, der damals Maria und Josef von der göttlichen Abkunft Jesu berichtete), um einem neuen Volk berichten zu lassen, er, Gott, habe gar keine Kinder. Im übrigen habe er ein neues heiliges Buch und danach müssten nun alle Menschen leben.

    Hat Gott aber als nächste Amtshandlung seinen Erzengel nach Rom geschickt, um die Bibel für ungültig erklären zu lassen, damit es keine Verwirrung unter den Völkern gäbe? Nein! Er lässt damit zu, dass nun noch eine dritte Gruppe bei Köppeeinschlagen mitmischt.

    Soll das eine Art göttlicher Evolution bewirken? Die überlebende Gruppe kriegt den großen Verdienstorden an weihwasserregnender Weihrauchwolke?

    Fakt ist: Dieses Vorgehen vor allem seinen eigenen Followern gegenüber ist äußerst kontraproduktiv, da sie zwar einander Feind sind (und keiner sicher sein kann, zur richtigen Faktion zu gehören), doch ihr größter Feind ist die Wirklichkeit, die durch die böse Wissenschaft nach und nach erfahrbar wird.

    So wissen wir heute, dass Gott als Konstrukt zwar denkbar ist, wenn wir seine biblischen und koranischen "Werke" als wahr annehmen, doch verglichen mit unseren heutigen Erkenntnissen über die Natur der Natur wirken sie wie der Vergleich zwischen der Sandburg eines Dreijährigen und sämtlichen mittelalterlichen Kolossalburgen zusammengenommen.

    Das aus Babylon stammende Weltbild - das bis zum Koran unverändert blieb - zeigt uns eine scheibenförmige Erde mit einem Durchmesser sehr weniger tausend Durchmesser (verschiedene Angaben gehen von ca. 2.500 km aus - obwohl seit Eratosthenes von Kyrene sogar der Erdumfang bekannt war). Darüber spannen sich bis zu sieben Kristallkuppeln mit einer Scheitelhöhe von geschätzten 1.250 km, in denen die Himmelskörper montiert sind. Die Idealzahl von 1.000 Sternen vermutete man als kleine Lämpchen am Himmel festgemacht, während darüber Gott thront und Himmel und Hölle seitlich von ihm untergebracht sind. Alles das ist von der Urflut umgeben, die selbst keinen Ursprung hat. Wir haben es also mit einem überschaubaren Konstrukt zu tun, das bequem in Europa Platz fände und innerhalb dem Verkehrsflugzeuge ihre Reiseflughöhe nie erreichen können.

    Diese "Erde" mag schon nur etwas über 6.000 Jahre alt sein. Die paar hundert damals bekannte Tierarten mag man sich auf einem Schiff vorstellen und ob die wenig besiedelte Landschaft vollends menschleer wird durch Massenersäufnis oder nicht mag niemanden in seinen moralischen Grundfesten erschüttert haben.

    Doch heute ist das Universum dank der Wissenschaft trilliardenfach größer, es gab und gibt trilliardenmal mehr Sterne und selbst die Erde ist erheblich größer, es gibt erheblich mehr Tier- und Pflanzenarten und wie Erde ist natürlich wesentlich älter.

    Gott könnte also mit der Wirklichkeit gar nicht Schritt halten, da sein Allmacht logisch nicht denkbar ist. Auch wäre höchst sonderbar, wie man auf die Idee kommen konnte, dass ein winziges, unbedeutendes Völkchen im Jordantal ausgerechnet das einzige Bündnisvolk mit diesem mächtigen Gott sein sollte und dieser nicht nur auf der übrigen Welt kein weiteres Volk anerkennt, sondern auch nicht auf Trilliarden anderer Planeten, auf denen es intelligentes Lebens geben könnte.

    Das babylonische Weltbild erkannte die Sterne ja noch nicht als Sonnen mit Sonnensystemen an - Giordano Bruno musste für diese Idee sterben - und wäre dieses Weltbild zutreffend, d.h. kongruent mit der Wirklichkeit, wäre ich vermutlich auch gläubig.

    Doch die Welt ist völlig anders. Und Gott entweder ein lächerlicher Hochstapler oder nicht existent.

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    1. userpic
      SonnenKlar

      Genau wie Sam Harris, verstehe ich nicht, was Stephen Hawking mit seinem Absatz sagen will:

      "„Ich behaupte nicht, dass es keinen Gott gibt. Die wissenschaftliche Beschreibung ist vollständig, doch sie sagt kein menschliches Verhalten voraus, da es zu viele Gleichungen zu lösen gibt. Daher wird ein anderes Modell verwendet, welches den freien Willen und Gott einschließen kann."

      Er ist bekannterweise Atheist. Zu sagen "Ich behaupte nicht, dass es keinen Gott gibt." ist damit kongruent. Auch Dawkins sagt nicht "es gibt definitiv keinen Gott", denn das wäre Anmaßend. Er sagt es ist sehr (sehr sehr etc) unwahscheinlich, daß es einen gibt.

      Hawking schreibt in seinem Buch (The Grand Design), daß man die Welt/das Universum modellabhängig sehen muss. Er nennt das modellabhängigen Realismus, wenn ich mich recht erinnere. Das bedeutet, daß in dem einen Modell (zB dem durch die M-Theorie erweiterten Standardmodell der Kosmologie) kein Gott für die Erklärung von "allem" notwendig ist ("Die wissenschaftliche Beschreibung ist vollständig" wie Hawking sagt).

      Das erklärt aber nicht den Rest seiner Aussage:
      "doch sie sagt kein menschliches Verhalten voraus, da es zu viele Gleichungen zu lösen gibt. Daher wird ein anderes Modell verwendet, welches den freien Willen und Gott einschließen kann."

      Aufgrund der Komplexität der Quantenmechanik ist und wird es uns Menschen wohl niemals möglich sein, menschliches Verhalten/Gedanken vorauszusagen, da es zu viele Gleichungen zu lösen gibt. Soweit so gut.

      Aber was hat das mit dem Grund zu tun, aus dem er Atheist ist? Und was meint er mit seinem letzten Satz? Es wird ja kein anderes Modell verwendet, das Gott und freien Willen einschließt, denn es gibt keins ohne extreme Wiedersprüche und endloser Regression.

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        Bonus

        Das dumme ist doch nur, der Mensch ist krank.
        Und darauf beziehen sich alle Aposteln .Wie alt wird der Mensch in der
        Heutigen Zeit, in unserer Kultur und mit ausgewogenen Gesundheits Bewusstsein ?
        Sagen wir mal 80- 90 Jahre.Ich behaupte nun, hätte die Menschheit vor Hunderten von
        Jahren die Religionen verfolgt und Strikt vernichtet, jeden Ansatz von Gläubigkeit vernichtet und ausgerottet, der Mensch würde Heute 200 - 300 Jahre alt werden.
        Wenn sogar nicht unsterblichgkeit.Aber der Mensch musste ja unbedingt, Hexen, Ketzer und Wissen jeder Art, auf jeden noch so kleinen Scheiterhaufen verbrennen.
        Der Mensch ist echt Krank- heute noch...

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