Der Automatismus der Kirchensteuer

In Deutschland erhält man mit der Taufe, welche ein rein religiöser Akt seitens der Kirchen darstellt, automatisch die Konfession seiner Eltern. Wenn man nun das erste Mal eine sozialversicherungspflichtge Tätigkeit aufnimmt, verdingt sich der Staat als Geldeintreiber in Form der Kirchensteuer. Man muss dann erst selber aktiv werden und aus der Kirche austreten, um die Abzüge zu verhindern. Steuern sind erforderlich für die hoheitlichen Aufgaben des Staates, aber die Religionsgemeinschaften sollten sich um die Beiträge ihrer Mitglieder selber kümmern müssen. Ohne eine bewusst entschiedene Beitrittserklärung, als Kleinkind konnte man dies wohl kaum entscheiden, wird man hier zur Kasse gebeten. Dabei geht es nicht darum, ob man Geld spart oder nicht, meist ist dies nur gering oder gar nicht der Fall. Eigentlich sollte niemand Organisationen unterstützen, mit deren Weltanschauungen man nicht überein stimmt. Leider gibt es keine Statistik, aus der ersichtlich ist, wie viele Bürger und Bürgerinnen sich noch Kirchensteuer abziehen lassen, obwohl sie sich eher in Richtung Agnostiker/Atheisten verorten würden. Hier sollten mal alle ihren Lohnzettel prüfen, konsequent handeln und nicht ein System finanziell unterstützen, welchem sie nicht nahe stehen.

Kommentare

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    marstal08

    Hier sehe ich gar keine Sonderstellung der Kirchen: Räuberische Organisationen nehmen uns unser Geld ab, einfach weil sie das können. Dafür bekommen wir manchmal auch mehr oder weniger nützliche Alibi-Dienstleistungen (bei Kirchen und Mafia eher weniger).

    Unter diesen Räubern scheinen mir die deutschen Kirchen noch weniger bedrohlich, denn von der Kirchensteuer kann man sich freikaufen. Trotzdem ist es natürlich wünschenswert, auch diese Pest zu bekämpfen.

    Das geeignetste Mittel dafür scheint mir Aufklärung zu sein: Religiöse Menschen sind definitionsgemäß nicht für vernünftige Argumente zugänglich, aber bei sehr vielen Gelegenheiten können wir aufzeigen, dass religöser Glaube wirklich nur lächerlich und entsprechend peinlich ist.
    Ich selbst kenne keine religiösen Menschen, aber ich habe schon den Eindruck, dass viele die Kirchen verlassen, einfach weil sie nicht länger als lächerliche Dummköpfe eingestuft werden möchten.

    marstal08




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      muna.apfelbaum

      Selbst dann würden die Kirchen noch vom Staat unterstützt. Auch ohne Kirchensteuer. Auch wenn die Kirchensteuer komplett weg viele wird die Kirche von der Lohnsteuer unterstützt, auf unterschiedlichen Kanälen. Auch das sollte abgeschafft werden. Aber das wird sich die Kirche nicht gefallen lassen. Wer mit Kindesmissbrauch davon kommt, dem braucht man nicht versuchen Bezüge zu kürzen. Die Kirche hat noch zu viel Macht in Deutschland. Das wird sich so schnell nicht ändern.

      Ich habe übrigens genau 6 Monate meines Lebens Kirchensteuer gezahlt und das auch nur, weil ich keine Zeit hatte mich früher darum zu kümmern. Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

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        Pyrion

        Schuld sind im Grunde die Eltern, aber die meinen es meist nur gut. Ich bin auch ausgetreten und in meiner Stadt hat das sogar 50€ gekostet. Nichtsdestotrotz: das ist zwar ärgerlich aber auch Jammern auf hohem Niveau. Hauptsache man KANN überhaupt austreten und muss nicht wie in manch anderem Staat massive Konsequenzen fürchten.

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          Alexander

          Die Kirche gehört endlich vom Staat getrennt. Die Kosten für den Kirchenaustritt sollten durch die Kirchensteuer finanziert werden und Menschen bis zur Volljährigkeit konfessionslos bleiben. Ansonsten wird einem der Glaube aufgezwungen und man ist nicht frei, sich für eine Religion oder dagegen zu entscheiden.

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            faxi

            Mich ärgert bei diesem Thema vor allem, dass der Staat tatsächlich die Taufe als Kircheneintritt betrachtet. Ich finde es unfassbar, dass ein angeblich freiheitlicher Rechtsstaat dies akzeptiert. Dass dann noch eine Austrittsgebühr erhoben wird, wenn man das dann richtigstellen will, ist die Krönung!

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              GBS Kaiserslautern Westpfalz

              Vollkommen richtig,

              eine Freundin meines Sohnes 16 Jahre , würde auch gerne aus der Kirche austreten. Sie hat kein Einkommen ist noch Schülerin und kann die 25 € Austrittsgebühr nicht zahlen. Die Eltern würden ihr hierfür das Geld nicht geben. Die Stadtverwaltung meinte, die Schülerin müsste das Geld von den Eltern einklagen. Ist das nicht wunderbar? Das nennt man Kinderschutz in unserem Land, da müssen Kinder ihre Eltern vor Gericht ziehen um das Recht der "Religionsfreiheit" zu erhalten.

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