Die übliche Antwort ist falsch
Die Anzahl der falschen Antworten auf diese Frage ist erstaunlich. Sogar Menschen, die etwas von der Evolution verstehen, beantworten sie oft falsch. Ich hatte darüber eine Diskussion mit Experten der Evolution, und die mussten mir am Ende recht geben.
Also, Frage:
Stammt der Mensch vom Affen ab? Übliche Antwort: Nein, Mensch und Affen haben nur gemeinsame Vorfahren! Äh, ja? Und wer waren diese gemeinsamen Vorfahren? Antwort: Affen!
Ja, Menschen und Affen haben gemeinsame Vorfahren, die aber auch alle Affen waren — nur eben nicht die modernen Affen von heute, sondern Affen, die mit heute lebenden Arten verglichen, primitiver waren (und alle ausgestorben sind). Ja, auch die heute existierenden Affenarten haben sich im Laufe der Evolution weiterentwickelt, nur eben anders als wir Menschen (andere Umgebung, andere genetische Faktoren, andere Mutationen, andere ökologische Nischen, andere Gendrift etc. pp.).
Der Stammbaum der Affenarten ist groß und weit verzweigt. Zoologisch gesehen gehören wir immer noch zu den Affen. Wir stammen nicht nur von Vorformen der Affen ab, wir gehören selbst immer noch dazu. Das mag einige Leute kränken, ich wurde mal auf Facebook gesperrt, weil ich von Menschen behauptet hatte, sie seien Primaten. Das kommt von Primus, dem Ersten, und ist die zoologisch korrekte Bezeichnung für Menschen — wir sind Primaten. Wer keine Ahnung von Zoologie hat, wertet dies dann als Beleidigung. Nicht alle Affen sind Primaten, aber alle Primaten sind Affen.
Der Irrtum liegt darin, dass die Frage auch falsch verstanden wird, nämlich so:
Stammt der Mensch von heutigen Affenarten ab? Hier lautet die Antwort dann selbstverständlich Nein, mit denen haben wir aber gemeinsame Vorfahren. Aber diese Vorfahren gehören ebenfalls zu den Affen.
Lasst Euch also nicht beirren, die Antwort auf die Frage lautet Ja, wenn man die Frage so nimmt, wie sie gestellt wurde. Bei manchen merkt man es mehr, aber anderen weniger, woher wir kommen. Wir haben deswegen aber auch mehr mit nahen Verwandten wie Gibbons, Schimpansen, Gorillas, Bonobos gemeinsam, als sich viele vorstellen mögen.
Ich bin mal gespannt auf die Kommentare derer, die mit Nein, aber wir haben gemeinsame Vorfahren, geantwortet haben. Ob sie bereit wären, ihre Antwort zu revidieren? Die Experten aus dem Evolutionsforum waren dazu bereit.
Kommentare
Tja, ich hätte insofern mit "nein" geantwortet, weil diese Frage in der Regel von Leuten gestellt wird, die von Evolution keine Ahnung haben (wollen). Meist ist sie eben provokativ gestellt (und keineswegs wissbegierig).
Nein deshalb, weil - wie ja korrekt dargelegt wird - wir eine Pirmatenart und als solche eine Affenart sind.
"Nicht alle Affen sind Primaten, aber alle Primaten sind Affen…"
Hm, das ist schon eine Frage für Spezialisten (ich hätte's nämlich auch so gesagt), stimmt aber wohl nicht; nach Wikipedia verhält sich's umgekehrt:
Primaten sind die Ordnung,
dann folgt die
Unterordnung der Trockennasenprimaten
und innerhalb dieser stellen
Affen eine Teilordnung dar.
Ich könnte mir vorstellen, dass man gewisse Leute noch mehr beleidigen könnte, wenn man sie zu den Trockennasenprimaten zählen würde.
Der unklare Begriff ist der der Abstammung.
Den könnte man nämlich so verstehen, dass ja da "die Affen" waren und schwups ist da "der Mensch" draus geworden (Saltation).
...
Ich schätze, dass man sich recht lange darüber streiten könnte, mit Evolutionsbiologen, Evolutionsbiologen unter sich und diese wiederum mit Kladisten und Paläoanthropologen usw..
Man könnte nämlich "Affe" so verstehen, dass diese Bezeichnug ohnehin nur auf rezente Lebewesen passt.
Das Problem wird klar, wenn's darum geht zu entscheiden, ab wann eine Population als Art (Familie, Ordnung, dies und jenes) anzusehen ist (und auch darüber kann man stundenlang streiten, ist Jahrhunderte gestritten worden und wird noch gestritten).
Dann wären sämtliche Vorfahren keine Affen (in diesem Sinn - per definition), sondern eben deren Vorfahren, für die es als Gruppe (meines Wissens) dann aber keinen Sammelnamen geben würde (wahrscheinlich doch, ist mir aber nicht bekannt. Der Artenbegriff ist an sich horizontal, nicht vertikal (phylogenetisch) zu lesen.
Das mit dem "ja" als Antwort hat evtl. eine andere Tücke. Dann könnte man Abstammung so verstehen, dass nur Gleichartiges von Gleichartigem abstammen könnte, denn wie lautet dann die Antwort auf die Frage: "Und von wem bzw. was stammen dann 'die Affen' ab?"
... wohl nicht von Affen.
Ich hätte tatsächlich nein gesagt und dazu angeführt, dass wir Affen sind.
By the way: Ich wundere mich doch (immer wieder), dass sich im Jahre 2026 Menschen immer noch beleidigt oder gekränkt fühlen, wenn ihnen dies vor Augen geführt wird.
Das kann nur darauf zurückzuführen sein, dass man sich grundsätzlich als was "Besseres", was "Höheres" ansieht:
"Der Mensch" auf der einen Seite und "die Tiere" auf der anderen. Zum "Beleg" werden dann eine Reihe von Eigenschaften aufgezählt, die "der Mensch" ja nun hat und "die Tiere" eben (vermeintlich) nicht.
Das erscheint klar und selbstverständlich, nämlich dann, wenn die Kategorie ohnehin so gewählt ist, dass sie nur auf Menschen passt.
In diesem Sinne ist auch der kleine Abendsegler keine Fledermaus, wenn man sich lauter Eigenschaften heraussucht, die eben nur und ausschließlich auf den kleinen Abendsegler zutreffen! Bei Menschen fallen uns zwangsläufig mehr Eigenschaften ein (logisch, die kennen wir ja besser und sie erscheinen uns per se interessanter und wichtiger).
Lustigerweise sind diejenigen, die "den Menschen" gerne so definieren wollen (nämlich über diese und jene besondere Eigenschaft), stets und ständig auf dem Rückzug:
"Nur 'der Mensch' hat ein Bewusstsein"
Stimmt nicht!
"Nur der Mensch benutzt Werkzeuge"
Stimmt nicht!
„Nur der Mensch geht aufrecht.“
Stimmt nicht! Der aufrechte Gang hat sich bereits entwickelt, als es nur „Affen“ gab.
"Nur der Mensch hat ein Kunstverständnis"
Stimmt nicht!
"Nur der Mensch besitzt Sprache"
Stimmt nicht (das erscheint nur dann korrekt, wenn man "Sprache" von vornherein anthropozentristisch definiert)
...
Und dann – voller Verzweiflung – und dann eben: „Nur der Mensch besitz, hat, macht alles auf einmal.“ Klar, wenn man nur Eigenschaften aufzählt, die auch auf Menschen zutreffen, wohnt die Bedingung der Aussage schon inne, bevor man’s ausgesprochen hat. Genauso gut könnte man sagen: „Nur ‚der Mensch‘ hat typisch menschliche Eigenschaften.“ … Nur ‚das Meerschweinchen‘ hat typisch meerscheinchenhafte Eigenschaften. Stimmt! … IMMER
Mit den meisten Soziologen sollte man es vermeiden so etwas zu erörtern. In der Regel können und wollen sie es nicht verstehen (das hat mit Besitzstandsdenken zu tun: " 'Der Mensch' gehört uns!" - die Biologie hat gefälligst die Klappe zu halten - in der woken Weltanschauung sowieso) - die Diskussion ist bestenfalls fruchtlos und führt in der Regel eher zu emotionalen Ausbrüchen (womöglich sogar beidseitig).
Das immer wiederkehrende Verständnisproblem (selbst bei Leuten, die von sich behaupten, sie hätten's verstanden), ist essentialistisches Denken. Dann MUSS man zwangsläufig zur Vorstellung von Saltationen kommen (oder sich von geschickten Kreationisten auf Glatteis führen lassen) und MUSS dann an einen Bruch zwischen "dem Menschen" und "den Affen" (als "Tiere") kommen.
Essentialistisch denkend lässt sich Evolution (so, wie sie stattfindet) nicht verstehen! („Der Mensch“ ist aber essentialistisch gedacht und nein, „den Menschen“ gibt es nicht!)
Dazu bitte bei Ernst Mayr nachlesen - der Schlüssel ist Populationsdenken.
Das ist nicht wirklich schwierig, Problem ist nur, dass man's nirgends beigebracht bekommt (auch in der Schule nicht, selbst im Biologie-LK nicht)!
Das treibt gar regelrecht abstruse Blüten, denn dann kommen sogar noch "Künstler" (selbsternannte) und diskutieren mit. ... Dann darf man lesen, dass "Kunst" ja "selbstlos" sei (zu sein habe) und eben keinen "Zwecken" gehorche und bei "den Tieren" seien's ja dann Zwecke nämlich Fortpflanzung.
Tja, vielleicht betreiben Künstler ja auch nur Kunst um sich bei irgendjemandem als Fortpflanzungspartner interessant zu machen (und reden sich die edle Zwecklosigkeit ein - vielleicht auch nur um sich wichtig zu machen)? Das ist jedenfalls nicht auszuschließen, denn sie behalten ja ihre "Kunst" nicht für sich, sondern zeigen's in der Welt herum (und verdienen Geld und Aufmerksamkeit - und lernen dadurch potentielle Sexualpartner kennen). ... Dabei ist sogar vollkommen unerheblich, ob das klappt oder nicht (bei "den Tieren" gibt's ja auch welche, die dabei scheitern! ... Ach, oder betreiben die Kunst dann doch ohne Zwecke?).
** In der Linguistik kracht's ebenfalls im Gebälk: Chomsky definiert (menschliche) Sprache unbedingt mit Rekursion. Lustigerweise gibt's aber Menschen mit einer Sprache, die eben keine Rekursion aufweist. ...
... Weia! ... Sorry, hier höre ich auf.
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Die richtige Antwort ist:
Heutige Affen stammen von den Vorfahren Volker Dittmars ab.
Antworten
Dann wollen Sie also allen Ernstes behaupten, Sie seien ein Vorfahre Volker Dittmars?
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@ Losian
Nein.
Wie kommen Sie darauf?
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