Watson und die Glockenkurve

Rassistische Aussagen? James Watson im Fakten-Check

Watson und die Glockenkurve

Foto: Pixabay.com / typographyimages

Nobelpreisträger James Watson hat seine Ehrentitel als Professor und Kanzler Emeritus am renommierten Cold Spring Harbor Laboratory, New York verloren. Der mittlerweile 90-jährige Biologe, der in den 50er Jahren zusammen mit Rosalind Franklin, Francis Crick und Maurice Wilkins die Doppelstruktur der DNS entdeckte, hatte frühere Aussagen wiederholt, laut denen Schwarze weniger intelligent seien als Weiße.

Die deutsche Medienlandschaft warf ihm unisono „rassistische Aussagen“ vor.

Aber ist es wirklich so einfach?

Zum einen sollte eine Meldung schlicht Fakten wiedergeben und weder eigene Meinung noch wertende Äußerungen enthalten. Dafür ist als eigene Gattung der Kommentar vorgesehen. Eine solche Wertung wurde durch den eindeutig negativ konnotierten Begriff „rassistisch“ jedoch vorgenommen.  Zum anderen ist die Einstufung der Äußerungen Watsons als „rassistisch“ auch faktisch falsch.

Aussagetypen

Um dies genauer zu begründen, sei an die vier Aussagetypen erinnert:

1. Deskriptive Aussagen beschreiben einen Sachverhalt.
2. Explikative Aussagen erklären einen Sachverhalt.
3. Normative Aussagen bewerten einen Sachverhalt.
4. Präskriptive Aussagen fordern einen Sachverhalt.

James Watsons Aussagen fallen in die Kategorie 1 und 2, denn zum einen beschreibt er, dass Schwarze weniger intelligent seien als Weiße und zum anderen erklärt er, dass Schwarze wegen genetischer Faktoren weniger intelligent seien.

Allerdings können deskriptive und explikative Aussagen nicht rassistisch sein. Zwar ist es möglich, sie für eine rassistische Argumentation zu missbrauchen, sie lassen sich jedoch einzig und allein daran messen, ob sie wahr oder falsch sind. Nur normative und präskriptive Aussagen können rassistisch sein. Wer meint, dass die Diskriminierung von Schwarzen auf dem Arbeitsmarkt eine gute Sache sei, fällt eine normative Aussage, die rassistisch ist. Wer eine räumliche Trennung von Weißen und Schwarzen, Eheverbote, Gewalt etc. fordert, fällt eine präskriptive Aussage, die eindeutig rassistisch ist.

Nichts dergleichen hatte Watson getan.

Der Fakten-Check

Wie steht es um den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen?

1994 gab es in den USA eine erbitterte Debatte um das Buch The Bell Curve der Autoren Charles Murray und Richard Herrnstein. Diese hatten behauptet, der Durchschnitts-IQ weißer Amerikaner liege bei 100, derjenige schwarzer Amerikaner bei 85. Im Übrigen waren sie nicht die ersten Wissenschaftler, die auf diesen Umstand hinwiesen. Mehrere Studien davor und danach waren zu gleichen, oder zumindest sehr ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Der Hinweis auf diesen Intelligenzunterschied (engl. gap) wurde meist mit vier Argumenten gekontert:

1. Die Ergebnisse seien rassistisch motiviert, also eine Fälschung.
2. Die Ergebnisse seien methodisch unsauber, also Schlamperei.
3. Die Ergebnisse seien auf selbsterfüllende Prophezeiungen durch Vorurteile zurückzuführen.
4. Der IQ-Test diskriminiere Schwarze.

Punkt 1 und 2 ließen sich nie beweisen. Auch die Aufnahme schwarzer Co-Autoren änderte nichts am Ergebnis dieser Studien. Und ein Zufallstreffer lässt sich ausschließen, da mehrere Studien über Jahrzehnte hinweg und an unterschiedlichen Orten nahezu identische Ergebnisse lieferten.

Punkt 3 verdient genauere Betrachtung. Wenn Schwarze in einer Gesellschaft aufwachsen, die ihnen immer wieder vermittelt, dass sie weniger intelligent seien, könnten sie diese Haltung verinnerlichen und daher mit nur wenig Selbstbewusstsein an einen IQ-Test herantreten. Um dies auszuschließen, ließ man Schwarze entweder nur bei weißen oder nur bei schwarzen Testleitern den IQ-Test absolvieren. Genauso wies man eine Versuchsgruppe explizit vor dem Test auf den IQ-Unterschied hin, die andere nicht. Die meisten Studien konnten die These nicht bestätigen. Manche Studien fanden einen solchen Effekt – aber nur in geringem Maße, andere Studien fanden sogar einen gegenteiligen Effekt – wohl nach dem Motto: „Jetzt erst recht!“. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich dabei nur um statistische Ausreißer handelt und ein solcher Effekt schlicht nicht existiert.

Keine Diskriminierung

Auch Punkt 4 ist eine Überlegung wert. Da Männer und Frauen in verschiedenen Teilgebieten unterschiedlich gut abschneiden, kann ein IQ-Test bei unterschiedlicher Gewichtung dieser Aufgabentypen jeweils das eine oder das andere Geschlecht bevorzugen. Wären die Geschlechter absolut identisch, könnte ein IQ-Test schlicht nicht diskriminieren.

Schwarze hingegen schneiden in allen Teilgebieten schlechter ab, auch bei einer unterschiedlichen Gewichtung könnten sie daher keine besseren Resultate erzielen als Weiße. Gegen das Argument, der Test solle Weißen die höchste Intelligenz bescheinigen, spricht zudem, dass Asiaten am besten abschneiden.

Der IQ-Test ist nicht völlig kulturfrei und ist daher gegenüber Angehörigen von Naturvölkern unfair. Wer einen solchen Test ablegt, muss bestimmte Konzepte der westlichen Welt verinnerlicht haben. Wer kein Englisch spricht, kann nicht an einem Intelligenztest in englischer Sprache teilnehmen. Manche Naturvölker kennen keine Zahlen über die 10 hinaus, sondern nur „viele“, würden also im mathematischen Bereich schlechter abschneiden. Auch perfekt runde oder rechteckige Objekte sind ihnen meistens fremd, während geometrische Figuren oft im Intelligenztest auftauchen. Aber schwarze Amerikaner sprechen genauso wie weiße Amerikaner Englisch, sie können weiter als bis 10 zählen und wachsen als Kinder in Häusern auf, die rechteckige Tür- sowie Fensterrahmen haben und spielen mit runden Bällen.

Zudem ist der IQ auch ein gutes Vorhersageinstrument für die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit. IQ-Tests sind menschengemacht, die Gesetze der Physik sind es nicht. Die Heisenbergsche Unschärferelation oder der Bethe-Weizsäcker-Zyklus können nicht diskriminieren. Dennoch: unter Spitzenforschern sind Schwarze weniger stark vertreten.

Der IQ erlaubt nicht nur Aussagen über den zu erwartenden Bildungserfolg, sondern auch über Arbeitslosigkeit, die Scheidungsrate, die Zahl unehelicher Kinder, die Kriminalitätsrate, die Lebenserwartung und viele andere Eigenschaften. Es zeigt sich: Schwarze schneiden hinsichtlich dieser Kriterien in etwa so gut ab, wie es ihre IQ-Werte erwarten lassen – würde der Test ihnen systematisch eine geringere Intelligenz bescheinigen als tatsächlich vorhanden, sollten sie bezüglich dieser Kriterien deutlich bessere Resultate erzielen.

Zudem besteht der IQ-Test nur aus einem Blatt Papier und einem Stift – er kann also keine Vorurteile hegen. Im Gegenteil: Erzielt ein schwarzer Teilnehmer mehr Punkte als ein weißer, muss auch ein rassistischer Versuchsleiter dessen höhere Intelligenz anerkennen.

Damit lässt sich – als deskriptive Aussage – festhalten: Schwarze sind weniger intelligent als Weiße.

Ursachenforschung

Die Ursache dieses Unterschieds ist damit nicht geklärt. Liegen Schwarze aufgrund ihrer schlechteren Lebensumstände zurück, oder gibt es eine genetische Ursache?

Bislang ist diese Frage ungeklärt, es gibt nur Indizien. Im Übrigen nimmt kein Wissenschaftler an, der Intelligenzunterschied zwischen Weißen und Schwarzen sei vollständig genetisch bestimmt.

Auch Herrnstein und Murray vermuteten, dass nur 10 der 15 IQ-Punkte Unterschied auf genetische Faktoren zurückzuführen seien, der Rest auf die Lebensumstände. Sie unterteilten die weiße Bevölkerung entlang des Einkommens in zehn gleich große Kohorten (Dezile) und ordneten die schwarzen Versuchsteilnehmer der jeweiligen Einkommensgruppe zu. Durch diese statistische Methode (man spricht vom „Kontrollieren“ eines Einflussfaktors) verringerte sich der IQ-Unterschied auf die genannten 10 Punkte.

Auf ein ähnliches Ergebnis kamen Studien, die untersuchten, wie sich die Intelligenz schwarzer Kinder entwickelte, die von weißen Familien adoptiert wurden. Hier zeigten sich nur geringe Intelligenzzuwächse. Damit ist bewiesen, dass derartige Intelligenzunterschiede größtenteils angeboren sind, was allerdings noch keine genetische Ursache nahelegt. Denn auch die Umstände, die in der Schwangerschaft auf das werdende Kind einwirken, können durch den sozialen Status bestimmt sein.

Zudem sind Afroamerikaner nur zu etwa 80% afrikanischer, zu 20% jedoch europäischer Abstammung (kleinere Anteile durch Abstammung von amerikanischen Ureinwohnern lassen sich vernachlässigen). Diese Werte sind jedoch nicht für jeden einzelnen Afroamerikaner konstant, sondern unterliegen einer breiten Streuung. Es müsste sich zeigen lassen, dass Afroamerikaner mit einem höheren europäischen Erbanteil auch bessere IQ-Werte erzielen. In der Praxis wird ein solcher genetischer Effekt aber immer durch soziale Umstände, Ungenauigkeiten bei der Bestimmung des europäischen Erbanteils oder Besonderheiten in der Partnerwahl überlagert, sodass dieser – an sich methodisch elegante – Ansatz bislang kaum belastbare Ergebnisse erzielen konnte.

127 von 128 Afroamerikanern sind europäischer Abstammung. Alle Versuchsteilnehmer sind nigerianischer Abstammung (Yoruba). Quelle: (1)

Rassenunterschiede

In der Genetik lassen sich viele Rassenunterschiede nachweisen. Besonders einfach ist dies, wenn ein bestimmtes Merkmal – wie z.B. eine Erbkrankheit – auf ein einziges Gen zurückzuführen ist. So ist unter Afrikanern die Sichelzellenanämie weit verbreitet, während Europäer am ehesten in der Lage sind, Kuhmilch zu verdauen.

Keines dieser Merkmale ist strikt auf eine Rasse beschränkt, so gibt es auch Europäer, die an der Sichelzellenanämie leiden, oder Asiaten, die Kuhmilch verdauen können, doch zeigt sich eine statistische Häufung. Untersucht man nur ein einzelnes genetisches Merkmal, lässt sich nicht nachweisen, ob der Träger Europäer oder Afrikaner ist, kombiniert man mehrere dieser Merkmale, lassen sich solche Aussagen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit treffen.

Auch zeigen sich Unterschiede in der Skelettstruktur. Gerichtsmediziner können bei einer verwesten Leiche feststellen, ob es sich um einen Europäer, Afrikaner oder Asiaten handelte. Unterschiedlich lange Oberschenkelknochen und ein anderer Körperschwerpunkt könnten die besseren Sprint- und Marathonleistungen west- bzw. ostafrikanischer Sportler erklären. Ebenso ist auch das Gesicht klar durch die Rasse beeinflusst. Wäre dem nicht so, sähen afrikanische Albinos wie Europäer aus.

Schwierig ist es jedoch festzustellen, ob ein Merkmal, das sowohl durch viele Gene wie auch durch Umwelteinflüsse beeinflusst wird, zwischen den Rassen ungleich verteilt ist. Bei einem solchen Erbgang hat das einzelne Gen nur einen verschwindend geringen Einfluss. Im Falle der Intelligenz sind um die 1000 Gene entdeckt worden, die zusammen nur etwa 10-13% des IQ erklären. (Intelligenz ist zu etwa 70% genetisch bedingt.) Bis alle Intelligenzgene entschlüsselt sind, werden noch mindestens 10, eher jedoch 20 Jahre vergehen. Dann ließe sich die Frage abschließend beantworten.

Eine jüngst erschienene Studie unter Beteiligung des Physikers Stephen Hsu konnte zahlreiche Gene identifizieren, die zusammen eine relativ gute Vorhersage der Körpergröße erlauben. Da diese Studie jedoch ausschließlich europäische Versuchsteilnehmer hatte, sind auch nur für Europäer gute Angaben möglich – bei Afrikanern oder Asiaten nimmt die Genauigkeit erheblich ab, liefert jedoch noch halbwegs brauchbare Ergebnisse. Die Aussagekraft sinkt, je weiter die beobachtete Population genetisch von Europäern entfernt ist. Das zeigt: Auch ein so einfaches Merkmal wie die Körpergröße wird bei den einzelnen Rassen von zum Teil unterschiedlichen Genen beeinflusst.

Dass also gar kein genetischer Intelligenzunterschied zwischen den Rassen besteht, darf als sehr unwahrscheinlich gelten, wenngleich jede Aussage über das Ausmaß dieses Unterschieds vorerst Spekulation bleiben muss.

AIDS-Epidemie in Südafrika

Zudem hatte Watson behauptet, dass jede Form der Entwicklungshilfe für Afrika, die auf der Prämisse der gleichen Intelligenz von Weißen und Schwarzen basiert, zum Scheitern verurteilt sei. Wohlgemerkt hatte er nicht gefordert, die Entwicklungshilfe einzustellen.

Bevor man sich über diese Bemerkung empört, sollte man bedenken, wie sehr die südafrikanische Regierung im Kampf gegen AIDS versagte. Staatspräsident Thabo Mbeki leugnete die Existenz des HI-Virus, Nachfolger Jacob Zuma empfahl, sich zum Schutz nach dem Sex heiß abzuduschen. Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang warnte vor angeblich giftigen Medikamenten und empfahl stattdessen Rote Beete. In der Bevölkerung ist der Irrglaube verbreitet, man könne die Krankheit durch Sex mit einer Jungfrau abstreifen und an sie weitergeben – was in letzter Konsequenz zu mehr Vergewaltigungen führt. Laut einer Studie der Universität Harvard gipfelte die verfehlte Gesundheitspolitik Südafrikas in 300.000 vermeidbaren Todesfällen.

Der Gedanke, dass solchen Gesellschaften nicht zuzutrauen ist, verantwortungsvoll mit Hilfsgeldern umzugehen, mag paternalistisch anmuten – aber er ist korrekt!

Charles Murray traut vielen Schwarzen aufgrund ihres niedrigen IQs nicht zu, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und spricht sich daher für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Auch mit angeblich rassistischer Forschung lässt sich linke Politik rechtfertigen.

Vorurteile verlieren auf der Ebene des Individuums ihre Gültigkeit

Auch sollte berücksichtigt werden, dass Aussagen über einen geringeren Durchschnitts-IQ der Schwarzen keine Aussage über das Individuum treffen. Natürlich gibt es kluge Schwarze und dumme Weiße. Allerdings mit jeweils verschiedenen Wahrscheinlichkeiten. So wird der untere Bereich der IQ-Verteilung größtenteils schwarz, der obere Bereich hingegen größtenteils weiß sein.

Unter Weißen erreichen etwa 2.3% den IQ-Wert 130 oder mehr, Schwarze hingegen nur zu etwa 0.13%. Unter Hochbegabten sind Weiße also mit etwa 17-fach höherer Rate vertreten. In der breiten Masse der Bevölkerung zeigen sich jedoch keine Intelligenzunterschiede. Die Verteilungsfunktionen für schwarze und weiße Intelligenz überlagern sich bei einem IQ-Unterschied von 15 Punkten zu 62%, bei einem angenommenen Unterschied von 10 Punkten (der laut The Bell Curve durch Angleichung der Lebensumstände erreichbar wäre) sogar zu 74%.

IQ-Unterschied: 10 Punkte, Überlappung: 74%

Eingeschränkte Meinungsfreiheit

Auch ein anderer Nobelpreisträger für Medizin musste erhebliche Konsequenzen tragen. Tim Hunt hatte sich scherzhaft über Geschlechtsunterschiede geäußert und verlor daraufhin seine Professur und zahlreiche Mitgliedschaften in akademischen Gremien. Aufgrund ähnlicher Äußerungen trat Larry Summers „freiwillig“ als Präsident Harvards zurück und Google-Mitarbeiter James Damore wurde entlassen.

Watson lässt sich gewiss vorwerfen, er habe sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, denn bislang gibt es nur Indizien, aber keine Beweise für genetische Intelligenzunterschiede zwischen den Rassen. Aber genau dafür ist die Wissenschaftsfreiheit da - zumal es sich bei Watson um einen der bedeutendsten Biologen des 20. Jahrhunderts handelt.

Fußnoten

(1) Fouad Zakharia; Analabha Basu; Devin Absher; Themistocles L Assimes; Alan S Go; Mark A Hlatky; Carlos Iribarren; Joshua W Knowles; Jun Li; Balasubramanian Narasimhan; Steven Sidney; Audrey Southwick; Richard M Myers; Thomas Quertermous; Neil Risch; Hua Tang (2009). "Characterizing the admixed African ancestry of African Americans". Genome Biology. 10 (R141): R141. doi:10.1186/gb-2009-10-12-r141. PMC 2812948. PMID 20025784. Archived from the original on March 22, 2015. Retrieved April 10, 2015.

Kommentare

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    Wolfram Timm

    Die Aussage "Auf ein ähnliches Ergebnis kamen Studien, die untersuchten, wie sich die Intelligenz schwarzer Kinder entwickelte, die von weißen Familien adoptiert wurden. Hier zeigten sich nur geringe Intelligenzzuwächse. Damit ist bewiesen, dass derartige Intelligenzunterschiede größtenteils angeboren sind"

    Bewiesen ist gar nichts. Am Ende des Textes wird auf den Unterschied zwischen Beweis und Indiz hingewiesen.

    Dann übersieht obiger Satz, dass adoptierte Kinder mitnichten dieselben Bedingungen haben, wie nicht adoptierte Kinder. Wie unterschiedlich die Anforderungen an ein adoptiertes Kind sind, lässt sich für jemanden, der kein Kind adoptiert hat, nur ansatzweise erfassen. Es kommen erhebliche Anforderungen auf das Kind hinsichtlich neuer Bindung, oft Kultur, Identitätsfindung usw zu, dies zu vernachlässigen ist einigermaßen unglaublich. Eine derartige Vereinfachung hat dann mit Wissenschaft nichts mehr zu tun.

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      Johannes Meyer

      Ich finde es immer irreführend wenn hier mit den Attributen "schwarz" und "weiß" gearbeitet wird, denn die Hautfarbe ist nur ein optisches Merkmal was ersteinmal gar nichts aussagt. Im Endeffekt geht es darum zu klären welche Merkmale sich zwischen den Ethnien über die letzten 200 000 Jahre Menschheitsgeschichte herausgebildet haben und welche Faktoren (Genetik, Umwelteinflüsse usw) diese beeinflussen.
      Dabei ist halt unübersehbar, dass gerade die Ethnien der subsahara Afrikaner und ihrer Nachkommen Probleme haben in der modernen Welt mit den anderen Menschengruppen gleichzuziehen. Und da die Natur nicht politisch korrekt ist, sollte man bestimmte Annahmen nicht aus ideologischen Gründen von vornherrein ausschließen.

      Auf genetischer Basis sind alle Gruppen die Afrika vor 40.000/50.0000 Jahren verlassen haben, relativ ähnlich. Das betrifft auch die Nordafrikaner und Niloafrikaner, welche aus der Rückwanderung hervorgegangen sind. Die größten genetischen Unterschiede bestehen innerhalb Afrikas, besonders zu den subsahara Afrikanern.

      Die kulturelle Entwicklung des Menschen hat sich erst nach der Auswanderung wirklich entfaltet...und fast jede Gruppe hat eine Hochkultur herausgebildet..sei es in Südamerika, Indien, Ostasien, Nordafrika, Mesapotamien oder Europa. Die einzigen Gruppen, welche nie eine Hochkultur entwickelt haben kommen aus...subsahara Afrika.

      In den internationalen Wissenschafts und Forschungsteams, sind alle Gruppen zahlreich vertreten...Chinesen, Japaner, Inder, Europäer, Araber, auch Sudanesen und Äthiopier etc... die einzige Gruppe die fast überall fehlt sind subsahara Afrikaner.
      Das spiegelt sich auch im Output der wissenschaftlichen Publikationen wieder. Auf excellencemapping, kannst du dir anschauen, dass es praktisch keine gibt, und dass der funktionierende Wissenschaftsbetrieb in Ländern wie Südafrika, von Europäern, Asiaten und Indern betrieben wird.

      Die Liste lässt sich endlos fortsetzen...von den Problemen der Communities in Amerikanischen Städten wie Detroit und Chicago, den Inselgruppen wie Haiti usw.
      Sicher kann man auch überall gesellschaftliche Probleme finden, die Frage bleibt aber weiter im Raum, ob es sich hier nicht um ein Henne Ei Problem handelt und die Ursache der Probleme vieler subsahara Afrikanischer Völker vielleicht am Ende durch eine verminderte Fähigkeit der Problemlösung und Selbstorganisation zustande kommt die sich erst jetzt in der modernen Welt negativ bemerkbar macht. Auch Legasteniker hatten bis zur Verbreitung der Schrift keine Probleme.

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      Norbert Schönecker

      Es wäre gut gewesen, zumindest irgendwo im Artikel darauf hinzuweisen, dass es unter den Völkern und Rassen Afrikas wesentlich mehr genetische Vielfalt gibt als in der restlichen Welt. Von "den Schwarzen" im Gegensatz zu "den Europäern" zu schreiben ist ungefähr so, als würde man Pudel mit sämtlichen anderen Hunderassen vom Chihuahua bis zum Bernhardiner vergleichen. In den USA leben, nebenbei bemerkt, großteils nur die Nachfahren eines relativ kleinen Ausschnitts dieser großen Vielfalt an Schwarzafrikanern. Aus den Untersuchungen in den USA zu schließen, dass ALLE Schwarzen im Durchschnitt weniger intelligent seien als Europäer, ist also schon einmal voreilig. Weniger intelligent sind - wenn die Untersuchungen stimmen sollten! - nur die Nachfahren derjenigen Schwarzen, die von den Sklavenfängern (vorwiegend) an der afrikanischen Goldküste gefangen worden sind.
      Watson weiß das sicher. Ob er selbst oder es unterschlagen hat oder ob es im Verlauf der Wiedergaben verloren gegangen ist, kann ich nicht beurteilen. Es gehört jedenfalls dazugesagt.
      Ansonsten unterstütze ich aber das Grundanliegen:Die Forschung darf sich nicht von einem linken Dogma der Gleichheit aller Menschen einengen lassen. Alle Menschen sind zwar gleich viel wert, aber nicht alle Menschen sind gleich.
      Und, zu guter Letzt: Der Wert eines Menschen hängt auch in keiner Weise von seiner Klugheit ab. Und schon gar nicht von seinen Ergebnissen bei Intelligenztests (was dann ja wieder etwas Anderes ist).

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        Rantanplan

        Wurde im Artikel zwar nicht erwähnt, aber es gibt durchaus auch IQ-Tests, die in Afrika durchgeführt wurden, sowie PISA-Studien und so weiter.
        Das Problem: Subsahara-Afrika hat im Durchschnitt einen noch niedrigeren IQ. Nämlich einen von 70.

        Der Artikel hier hat also sogar noch einen relativ "milden" IQ-Wert der Schwarzen verwendet, die, wie bereits erwähnt, europäische DNA in sich tragen.
        Wenn du also nicht nur aus den USA die die Rückschlüsse ziehst, sondern aus den anderen Ländern, wird es eher schlechter für die Egalitären - nicht besser.

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          Norbert Schönecker

          S.g. Rantanplan!

          Danke für den Hinweis!

          Es ist wahrscheinlich schwierig, einen geeigneten IQ-Test für Nomadenstämme zu finden, deren Mitglieder oft Analphabeten sind. Und dann ist es schwierig herauszufiltern, ob eine genetische Veranlagung für Intelligenz verkümmert ist oder nie vorhanden war. Auf dieses Problem geht aber der Artikel durchaus ein.

          Ein weiteres Problem ist die Unterscheidung der zahlreichen afrikanischen Rassen (oder Ethnien, oder Völker; ich meine hier genetisch unterscheidbare Populationen). Vielleicht findet sich ja einmal plötzlich ein kleines Volk von Genies.

          Ich möchte auch darauf hinweisen, dass ich in meinem ersten Posting geschrieben habe, dass der Schluss von amerikanischen auf generell alle Schwarzen "voreilig" ist, nicht, dass das Ergebnis falsch sein muss.

          Und ich hätte auch kein Problem damit, wenn Ihre Angaben über den Durchschnitts-IQ der Subsahara-Afrikaner stimmen. Erstens, weil ich zwischen Klugheit und dem Erbenis von IQ-Tests unterscheide. Und zweitens, weil ich den Wert von Menschen ohnehin weder nach Klugheit noch nach gemessener Intelligenz einstufe. Da ich annehmen will, dass auch Sie ähnlich denken, halte ich Sie aufgrund Ihres Postings auch nicht für einen Rassisten. Das nur zur Klarstellung,um keine Feindschaft aufkommen zu lassen.

          Freundliche Grüße!

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        Gerhard Wagner

        Bevor man Rückschlüsse aus Ergebnissen von Intelligenztests zieht, sollte man erst einmal verstehen, wie diese zu Stande kommen. Das funktioniert in der Regel (Vereinfacht) so: Zuerst einmal muss eine zu testende Gruppe möglichst viele Testfragen beantworten, bzw Tests absolvieren. Danach werden die einzelnen Testaufgaben so lange verschieden gewichtet und/oder ganz aus dem Test gestrichen bis man eine Verteilungskurve erhält, die annähernd einer Gaußsche Normal-Verteilung entspricht. Dem Durchschnitt wird dann der IQ-Wert 100 zugeordnet und es wird darauf geachtet, dass gleich vielen Teilnehmern der Testgruppe jeweils nach oben und unten gleiche Abstände zum Mittelwert zugeordnet werden (d.h. es müssen z.B. gleich viele Teilnehmer der Testgruppe zwischen 85 und 100, wie auch zwischen 100 und 115 liegen).
        Mit diesen Grundzahlen kann man nun den relativen IQ von einzelnen Individuen und anderen Gruppen im Vergleich zur ursprünglichen Testgruppe ermitteln oder die Testgruppe in Untergruppen aufteilen und diese vergleichen.
        Da es nahzu unmöglich ist ausreichend Testfragen zu erstellen, die unabhängig von Schulbildung gelöst werden können (ich habe mir schon einige IQ-Tests angeschaut. In einem US-Amerikanischen wurde tatsächlich nach den Namen von 3 US-Präsidenten gefragt!, ein Deutscher Möchtegern-Test bestand zu 100% aus Logik-Fragen und in einem anderen waren viele Aufgaben, die schulische Grundbildung in Physik voraussetzten), es äußerst schwierig ist, eine ausreichend repräsentative Testgruppe (dazu müsste man erst einmal wissen, was repräsentativ ist) auszuwählen und die statistische Bewertung der Ergebnisse sehr viele (eher zufällig festgelegte) Annahmen enthält gibt es eine riesige Menge an potentiellen Fehlerquellen (Hat jemand mit einem durchschnittlichen Ergebnis in einem IQ-Test wirklich eine "normale" Intelligenz und ab wann ist man nicht mehr "normal"?).
        Dann kommen wir zur Definition eines Afro-Amerikaners. Manche scheinen dazu jeden zu zählen, der in Amerika wohnt und seit 1492 mindestens einen Vorfahren hat, der aus Schwarz-Afrika kommt. In diesem Zusammenhang sollte man noch darauf hinweisen, dass der deutsche Begriff "Rasse" historisch gesehen eher als Synonym für Art oder Unterart verwendet wurde und nicht zuletzt aus Gründen des Missbrauchs in der Vergangenheit heute nur noch in der Tierzucht als Bezeichnung für eng definierte Zuchtformen benutzt wird. Während das englische "Race" eher für eine zusätzliche Kategorisierung unterhalb der Art/Unterart (Species/Subspecies) steht und damit eher als "Variante" oder "Form" oder genauer Definiert z.B. als Farbvariante oder Lokalform übersetzt werden kann. Wobei in diesem Zusammenhang beim Menschen eher von Ethnien gesprochen wird. Der Fehler, das englische "Race" mit "Rasse" zu übersetzen führt deshalb oft zu übertriebener Empörung gegenüber dem Urheber des englischen Originals, kann aber auch bei offenbar absichtlicher Verwendung des Wortes "Rasse" ein Hinweis auf eine rassistische Gesinnung des Übersetzers sein (wobei es oft schwer ist, zwischen Fahrlässigkeit, Unvermögen und Absicht zu unterscheiden).

        Nun zum Thema Intelligenz. Es ist unbestritten, dass bestimmte Gruppen, Ethnien, Völker oder Landsleute bei bestimmten schulischen Leistungen, so genannten Intelligenztests, u.ä. besser abschneiden als andere.
        Dass dabei die Verfügbarkeit von Bildung (Jemand, der das Konzept eines Vektors anwenden kann nach dem es ihm im Mathematik- oder Physikunterricht beigebracht wurde, wird bei einem Test ähnlich gut abschneiden, wie jemand, der keinen Schulunterricht hatte und sich das Konzept selbst erarbeitet hat, trotzdem ist letzterer wahrscheinlich Intelligenter), die Ernährung (ein moderner Mensch wird es sehr schwer haben, einen Helm, einen Hut oder eine Mütze aus dem 19ten Jahrhundet zu finden, der ihm nicht zu klein ist...) oder auch die erzieherische Tradition (schon einmal den Begriff "Tigermutter" im Zusammenhang mit Erziehung gehört?) große Rollen spielen ist zwar nicht in jedem Detail zu 100% bewiesen aber offensichtlich. Dass eine gewisse Korrelation zwischen Intelligenz von Eltern und Kindern ebenso ofensichtlich ist, könnte man problemlos auch mit obigen Effekten erklären (auch bei so genannten Afroamerikanern). Trotzdem wird es kaum jemand der zumindest ein Basiswissen in Genetik hat überraschen, wenn auch erbliche Zusammenhänge gefunden werden. Hier wird es jetzt wirklich interessant, denn genetische Zusammenhänge bedeuten auch gleichzeitig evolutorische Zusammenhänge.
        Nehmen wir mal die Gruppe der US-Amerikanischen Afroamerikaner. Sie stammen überwiegend von ehemaligen Sklaven ab, die in den letzten paar hundert Jahren einem sehr speziellen Evolutionsdruck ausgesetzt waren. Zuerst wurden sie in Afrika gefangen genommen, was zu meist durch benachbarte Stämme erfolgte und bedeutet, dass sie eher auf der damaligen Verliererseite standen. Dann mussten sie robust genug sein, um den Transport über die afrikanischen und karibischen Sklavenmärkte (bis in die USA zu überleben. Und schließlich musste Charakter und körperliche Konstitution den Sklaven nicht nur ein Überleben, sondern auch noch eine Fortpflanzung ermöglichen (wobei hier ein nicht unerheblicher Eintrag europäischen Erbguts stattfand, das wohl mehrheitlich nicht gerade aus "gehobener Quelle" stammte. Auch wenn sogar Personen, wie Benjamin Franklin mutmaßlich dazu beitrugen). Aber auch nach der Befreiung könnte eine mit einer bestimmten Form von Intelligenz zusammenhängende Aufsässigkeit vor allem im südlichen Teil der USA lebensgefährlich und damit ein evolutorischer Nachteil gewesen sein. Es ist also durchaus möglich, dass es zu einer evolutorischen Beeinflussung der Intelligenz (oder vielleicht eher der Zusammensetzung diverser Kompetenzen, die zusammen als Intelligenz bezeichnet werden) gekommen ist. Dazu ist es natürlich auch nicht unwahrscheinlich, dass bereits in der Spenderpopulation in West-Afrika eine andere Zusammensetzung der Eigenschaften, die als Intelligenz bezeichnet werden könnten evolutorisch bevorzugt wurden als im West- und Mitteleuropa des Mittelalters (wo eine gewissen Intelligenz dazu führen konnte, dass man entweder in der evolutorischen Sackgasse eine zölibatären Klosters oder auf einem Scheiterhaufen endete) oder im mittelarlterlichen Japan (wo eine gewisse Form von Intelligenz vielleicht hilfreich war um eine lukrative Beamtenlaufbahn antreten zu können).
        ABER sämtliche mir bekannten bisherigen Untersuchungen in dieser Richtung sind aufgrund von sehr vielen nicht oder nur unzureichend beachteten/berücksichtigten Variablen im Ergebnis Zweifelhaft oder von (durchaus auch unbewusstem) Nationalstolz verfälscht.
        Ich persönlich glaube nach wie vor, dass Kultur, Ernährung, Wohlstand und auch belastung mit Umweltgiften (z.B. auch Alkohol und Tabakkonsum) einen so großen Einfluß auf auf die durchschnittliche Intelligenz (bzw der Zusammensetzung der verschiedenen Ausprägungen von Intelligenz) von Kulturgruppen, Ethnien, Völkern udn ähnlich abgrenzbare Gruppen, dass der genetische Einfluß weitgehend vernachlässigt werden kann. Ein Gegenteil könnte man u.U. nur beweisen, wenn man Kontrollgruppen hätte, die alle in der selben Klimazone mit der selben Ernährung, der selben Erziehungsmethode und der selben Bildungsmethode aufgezogen werden würden, wobei man auch das ganze dann noch in mehreren Umweltvarianten wiederholen müsste um zu sehen, ob unterschiedliche Umweltbedingungen Verschiedene Individuen mit unterschiedlichen genetischen Ausprägungen diverser "Intelligenzgene" bevorzugen.

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          Rantanplan

          Dafür spricht allerdings, dass Hirngrößen unterschiedlich sind. Wie zuletzt auch in Rushton & Ankney (2009) dargelegt. Und die größeren Hirne im Schnitt positiv mit einem höheren IQ korrelieren.

          Interessanter Aspekt zum kulturellen Faktor in IQ-Tests. Zwar wurde im Artikel darauf schon eingegangen. Aber ich möchte auch noch einen Punkt ergänzen. Eine Studie aus dem Jahre 2008 mit dem Titel: “Survey of opinions on the primacy of g and social consequences of ability testing: A comparison of expert and non-expert views” kam zu dem Schluss, dass 73.3% der Experten der Auffassung waren, dass der Test keine Vorurteile hatte. Bei den Nicht-Experten interessanterweise nur 51%, aber immer noch die meisten.

          Dazu gab es noch viele, viele weitere Studien. Die von "The National Research Council and The National Academy of Sciences";
          Oder “Intelligence: Knowns and Unknowns” von American Psychological Association, die zum Schluss kamen, dass die Tests als Prädiktoren für zukünftige Leistungen nicht schlechter sind als für Weiße.




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          Alexander Schulz

          Den besten Beweis für eine genetisch bedingte mindere Intelligenz bei schwarzen Amerikanern liefern doch die Soziologen selbst und sind noch dazu durch die Schulbehörden quasi amtlich dokumentiert. Denn schwarze Schüler/Studenten schneiden bei Tests, Abschlußprüfungen usw. konstant (natürlich immer: im Durchschnitt!) schlechter ab als weiße Schüler und zwar seit dem diese Daten erhoben werden, also noch zu Zeiten der Rassentrennung. Und da die Amis kein reines Notensystem haben (auch wenn da am Ende ein A, B, C etc. drauf geklatscht wird), sondern ein prozentual skaliertes System kann man recht gute Aussagen machen.
          Und interessanterweise ist dieser Unterschied immer gleich groß. Zwar sind insgesamt die Intelligenzleistungen der schwarzen gestiegen, aber im genau gleichen Umfang wie die ihren Mitschüler. Daran kann man ablesen, das es das Umfeld /die Umwelt eben nicht sein kann, denn die ganzen Maßnahmen zur Gleichstellung und die gezielte Förderung hätte ja irgend was bringen müssen. Auch wenn es sicher bis heute Rassismus und Diskriminierung gibt, wird ja wohl niemand behaupten, dass sich seit Rosa Parks (1955) überhaupt nichts geändert und gebessert hätte. Eine gewisse Konvergenz in Tests müsste also messbar sein. Ist sie aber eben nicht, der Unterschied ist konstant. Und wenn man einen soziologischen Einfluss ausschließen kann, bleibt ja folglich nur ein biologischer, sprich genetischer.

          Aber der Fall macht mir Angst. Hier können mittlerweile wirklich höchst dekorierte Wissenschaftler denunziert und ins soziale Abseits gedrängt werden, für nicht weiter als das aussprechen empirisch überprüfbarer Tatsachen. Und keinen scheint es groß zu stören. Im Grunde müsste da die gesamte Wissenschaftler-community aufstehen um den Mann zu verteidigen...also halt echte Wissenschaftlern. Das da von denen mit gestörter Geschlechteridentität auf Selbsttherapie-Trip nichts sinnvolles kommt ist ja nix neues, aber im Prinzip sind wir an einem Punkt, an dem Ideologie über gesicherter Erkenntnis steht, und das ist nicht akzeptabel. Aber was passiert? nix....

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          1. userpic
            Martin Neukamm

            @ Alexander Schulz:

            "Den besten Beweis für eine genetisch bedingte mindere Intelligenz bei schwarzen Amerikanern liefern doch die Soziologen selbst und sind noch dazu durch die Schulbehörden quasi amtlich dokumentiert. Denn schwarze Schüler/Studenten schneiden bei Tests, Abschlußprüfungen usw. konstant (natürlich immer: im Durchschnitt!) schlechter ab als weiße Schüler und zwar seit dem diese Daten erhoben werden, also noch zu Zeiten der Rassentrennung."

            Die Farbigen leben infolge der Rassendiskriminierung in Amerika weit häufiger in prekären Verhältnissen als die Weißen. Da die Lebensumstände die kognitive Entwicklung erheblich beeinflussen, ist Dein Argument hinfällig. Genauso gut würdest Du in Deutschland IQ-Unterschiede zwischen weißen Menschen feststellen, die in der Oberschicht, der Mittelschicht und der Unterschicht aufgewachsen sind.

            "Und interessanterweise ist dieser Unterschied immer gleich groß. Zwar sind insgesamt die Intelligenzleistungen der schwarzen gestiegen, aber im genau gleichen Umfang wie die ihren Mitschüler."

            Wenn die Intelligenzleistungen der Schwarzen steigen, zeigt das nur, dass die sich verbesserenden Lebensumstände ausschlaggebend sind. Von einer gesellschaftlichen Gleichstellung sind die Farbigen noch weit entfernt.

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            Steffen Münzberg

            Wenn die IQ-Werte der Weißen von vor 60 Jahren mit den IQ Werten der Schwarzen von heute verglichen würden, wären die Schwarzen den Weißen haushoch überlegen. Der Flynn-Effekt - die IQ-Steigerung von Generation zu Generation - hat bei den Weißen aus historischen Gründen einfach eher begonnen. Noch sind die weißen und schwarzen Kulturen in den USA hinsichtlich ihrer Förderung junger Menschen nicht gleich mächtig.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Flynn-Effekt

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              Wolfram Timm

              Allein schon der Satzteil “Den besten Beweis für eine genetisch bedingte mindere Intelligenz bei schwarzen Amerikanern” stellt klar, welche Geisteshaltung zu Grunde liegt. Nicht minder, sondern relativ. Die Polemik am Ende unterstützt den Eindruck.

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                Klaus Steiner

                Zitat aus dem Text: „Wenn Schwarze in einer Gesellschaft aufwachsen, die ihnen immer wieder vermittelt, dass sie weniger intelligent seien, könnten sie diese Haltung verinnerlichen und daher mit nur wenig Selbstbewusstsein an einen IQ-Test herantreten.“
                Man nennt dies auch „Stereotype Thread“ (Bedrohung durch ein Stereotyp). Kritiker merken an, dass der Stereotype Threat die Unterschiede zischen Eignungstestwerten von Schwarzen und Weißen nicht gänzlich erklären kann. Aber er kann erklären, warum Schwarze besser abschnitten, wenn sie von Schwarzen statt von Weißen geprüft wurden (Quelle 1: Psychologie, David G. Myers, 3. Auflage, S. 434).

                Der Rassismus wurde von Alfred R. Wallace im Jahr 1900 schlüssig widerlegt; er steht im Widerspruch zur Tatsache, dass alle heute lebenden Menschen genetisch sehr nah miteinander verwandt und vor ca. 200.000 Jahren in Afrika entstanden sind. Die Evolutionsforschung hat den Rassismus als politische Ideologie entlarvt, der jegliche biologische Grundlage fehlt (Quelle: Das Gender-Paradoxon, U. Kutschera, 2016, S. 430).
                Vor diesem Hintergrund sollte das Wort „Rasse“ - welches in diesem Artikel acht mal vorkommt - besser durch „Ethnie“ ersetzt werden.
                Ethnie ist keine klar definierbare biologische Kategorie. Viel mehr Sozialwissenschaftler jedoch sehen Ethnie primär als gesellschaftliche Konstruktion ohne klar definierte, körperlich festzumachende Trennlinie, das jede Ethnie nahtlos in die Ethnie ihrer geografischen Nachbarn übergeht.
                Die Leistungen bei Intelligenztests der heutigen gut ernährten, besser gebildeten und mehr an Tests gewöhnten Bevölkerung sind besser als die der Bevölkerung in den 30-er Jahren - und zwar in größerem Ausmaß als die Intelligenztestwerte von durchschnittlichen Weißen die von durchschnittlichen Schwarzen übertreffen. In einem Forschungsüberblick wurde bemerkt, dass die durchschnittliche Leistung im Intelligenztest heutiger Afrikaner, die südlich der Sahara leben, die von englischen Erwachsenen im Jahre 1984 entspricht - und dass ähnliche Zuwächse bei verbesserter Ernährung, ökonomischer Entwicklung und Bildung möglich sind. Niemand schreibt generationsbedingte Gruppenunterschiede der Vererbung zu. Wenn Schwarze und Weiße entsprechendes Wissen haben oder erhalten, zeigen sie ähnliche Informationsverarbeitungsfähigkeiten.
                In verschiedenen Epochen haben verschiedene ethnische Gruppen ein goldenes Zeitalter erlebt - Perioden, die von außerordentlichen Leistungen geprägt waren. Vor 25 Jahrhunderten waren es die Griechen und die Ägypter, dann die Römer und im 8. und 9. Jahrhundert schienen die Genies in der arabischen Welt beheimatet zu sein. … Im Laufe der Jahrhunderte hatten Kulturen Blütezeiten und dann wieder schlechtere Zeiten. Die Gene sind keiner solchen Aufwärts- und Abwärtsbewegung unterworfen. Auch diese Tatsache macht es unmöglich, die natürliche Überlegenheit irgendeiner Rasse oder ethnischen Gruppe zu vertreten (Quelle 1, vgl. S. 431 f.).

                Dann ist von der „Umwelt“ zu lesen:
                „Schwierig ist es jedoch festzustellen, ob ein Merkmal, das sowohl durch viele Gene wie auch durch Umwelteinflüsse beeinflusst wird, zwischen den Rassen ungleich verteilt ist.“, des Weiteren von „Lebensumständen“:
                „Auch Herrnstein und Murray vermuteten, dass nur 10 der 15 IQ-Punkte Unterschied auf genetische Faktoren zurückzuführen seien, der Rest auf die Lebensumstände.“
                Dazu lässt sich folgendes ergänzen:
                Die Erbanlage verteilt die Karten, die Umwelt spiel das Blatt aus (Psychologe Charles L. Bremer 1990). Umwelten lösen eine Genaktivität aus. Rufen wir uns noch einmal ins Gedächtnis, dass Gene entweder aktiv sind (expliziert; also in etwas so, wie wenn das heiße Wasser den Teebeutel aktiviert) oder inaktiv. Die Epigenetik untersucht die molekularen Mechanismen, durch welche die Umwelt Genexpressionen auslösen kann. Obwohl Gene das Potenzial haben, die Entwicklung zu beeinflussen, können Auslöser aus der Umwelt diese an- und abschalten - gerade so wie die Software eines Computers den Drucker steuert. Biologische Äußerlichkeiten haben soziale Konsequenzen. Also, vergessen Sie Anlage gegen Umwelt, denken Sie stattdessen Anlage via Umwelt (Quelle 1, vgl. S. 145 f.)

                Zitat aus dem Text: „In der Genetik lassen sich viele Rassenunterschiede nachweisen. Besonders einfach ist dies, wenn ein bestimmtes Merkmal – wie z.B. eine Erbkrankheit – auf ein einziges Gen zurückzuführen ist. So ist unter Afrikanern die Sichelzellenanämie weit verbreitet, während Europäer am ehesten in der Lage sind, Kuhmilch zu verdauen.“
                Dieses Zitat ist missverständlich bzw. falsch. Richtig ist, dass Sichelzellenanämie eine Erbkrankheit ist. Die Fähigkeit, Kuhmilch verdauen zu können, ist keine Erbkrankheit.

                Zitat aus dem Buch: „Im Falle der Intelligenz sind um die 1000 Gene entdeckt worden, die zusammen nur etwa 10-13% des IQ erklären. (Intelligenz ist zu etwa 70% genetisch bedingt.)“
                Bei den 70% ist von Erblichkeit die Rede. Wenn die Erblichkeit von Intelligenz z. B. 50% beträgt, so bedeutet das nicht, dass deine Intelligenz zu 50% genetisch bedingt ist. Es bedeutet vielmehr, dass wir 50% der beobachteten Variation unter Menschen genetischen Einfluss zuschreiben können. Dieser Punkt wird so häufig missverstanden, dass ich es wiederholen möchte: Wir können nicht sagen, zu welchem Prozentsatz die Persönlichkeit oder Intelligenz einer bestimmten Person vererbt ist. Es ist unsinnig zu sagen, Ihre Persönlichkeit gehe zu x Prozent auf Ihre Anlagen und zu y Prozent auf ihre Umwelt zurück. Bei prozentualen Angaben zur Erblichkeit geht es vielmehr um das Ausmaß, in dem die Unterschiede zwischen Menschen allgemein auf Gene zurückzuführen sind (Quelle 1, S. 144).

                Ein Resümee aus dem Buch:

                Wir haben gesehen, dass die Vererbung etwas zu den individuellen Intelligenzunterschieden beiträgt. Heißt dies, dass sie auch etwas zu Gruppenunterschieden beiträgt? Manche Psychologen sind dieser Meinung - vielleicht wegen der Herausforderungen, die sich durch die unterschiedlichen Klimabedingungen und Überlebenschancen stellen.
                Wir haben aber auch festgestellt, dass Gruppenunterschiede bezüglich einer erblichen Eigenschaft vollständig umweltbedingt sein können. Das sehen wir an einem Experiment der Natur selbst: Manche Kinder wachsen mit der Möglichkeit auf, die in ihrer Kultur vorherrschende Sprache zu hören, währen andere, die gehörlos auf die Welt kommen, diese Möglichkeit versagt bleibt. Wenn man dann beide Gruppen einen Intelligenztest machen lässt, der in dieser Sprache verwurzelt ist, so überrascht es kaum, dass diejenigen, die die Sprache des Tests beherrschen, besser abschneiden. Die individuellen Leistungsunterschiede mögen zwar hauptsächlich genetisch bedingt sein, doch die Gruppenunterschiede sind es nicht (Quelle 1, vgl. S. 430)!

                Auch muss berücksichtigt werden, dass Intelligenztests dem Problem der „Verzerrung“ unterliegen.
                Die erste Definition versteht darunter, dass ein Test nicht nur auf angeborenen Intelligenzunterschieden hindeutet, sondern auch auf Leistungsunterschied, die auf kulturelle Erfahrungen zurückgehen. Genau dies ist osteuropäischen Immigranten in den frühen 1900ern zugestossen. Da sie nicht die Sachkenntnisse mitbrachten, um Fragen über ihre neue Kultur zu beantworten, wurden viele als „schwachsinnig“ abgestempelt.
                Die zweite Bedeutung von Verzerrung, ihre wissenschaftliche Bedeutung, sagt jedoch etwas anderes aus. Verzerrung bezieht sich auf die Validität eines Tests - ob sich künftiges Verhalten aufgrund des Tests nur für einige Gruppen (Unterschied von Mann und Frau) von Probanden vorhersagen lässt (Quelle 1, S. 433)

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                  Martin Neukamm

                  Die Behauptung, farbige Menschen seien im statischen Mittel aufgrund genetischer Faktoren weniger intelligent als weiße, ist empirisch nicht leicht zu überprüfen. Man müsste nämlich Vergleichsgruppen bilden, deren Angehörige in denselben Ländern und in denselben sozialen Schichten aufwuchsen. Dass z. B. die Äquatorialguineaner, die ständig gegen Hunger, Dürre und Parasiten ankämpfen müssen, bei klassischen IQ-Tests schlechter abschneiden als die Vertreter westlicher Überflussgesellschaften, kann nicht überraschen. Belastbare Aussagen über eine genetische Prädisposition ließen sich nur aufstellen, nachdem man den Einfluss sämtlicher Umweltbedingungen eliminiert hat. Das scheint mir kaum machbar zu sein.

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                    Hans

                    " Watsons Worte wurzeln in einem Morast aus Geschichte, wirtschaftlichen Strukturen, kultureller Kämpfe, kultureller Stereotype und gewachsener kognitiver Vorurteile. Es ist unmöglich diesen Einflüssen zu entkommen und leicht sich ihnen zu ergeben. Dank der Forschung, die die Art und Weise herausarbeitet wie Wahrnehmung von Rasse die Gesellschaft formt, können wir diese unterbewussten Einflüsse in uns selbst erkennen und bewusst daran arbeiten, ihnen entgegen zu wirken und ihren Einfluss um uns herum beseitigen."

                    (Josh Rosenau, Quelle: Richard Dawkins Foundation 2014)
                    https://de.richarddawkins.net/articles/kein-rassist-im-herkommlichen-sinn

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