Die Gewinner der Gender-Klage am Obersten Gerichtshof
Dieser Artikel erschien in The Spectator's Coffee House am 17. April 2025.
Diejenigen, die nach jahrelangem Kampf einen großen Sieg errungen haben, haben das Recht, einen bescheidenen Triumph zu genießen, eine einzige Ehrenrunde. Aber zu laut zu triumphieren, ist ungebührlich, und es ist das Zeichen eines kleinen Gewinners, frühere Gegner rachsüchtig zu verfolgen und die neu gewonnene Macht auszunutzen, um dies zu tun. Ein hässliches Lehrstück ist der kleingeistige Mann, der heute genüsslich die amerikanischen Schlagzeilen beherrscht: Ein wandelndes, sprechendes, stolzierendes, sich brüstendes Beispiel dafür, wie man sich im Falle eines Sieges nicht verhalten sollte.
Am 16. April 2025 gab es am Supreme Court (Oberster Gerichtshof) in London einen überwältigenden Sieg für diejenigen, hauptsächlich Frauen, die Verunglimpfungen, rücksichtslose, unerbittliche, anhaltende und bösartige Verfolgung erdulden mussten, weil sie für die offensichtliche Wahrheit eintraten, dass eine Frau ein erwachsener weiblicher Mensch ist: Die selbstverständliche Tatsache, dass eine „Trans-Frau“ ein Mann ist, auch wenn die meisten zu höflich waren, dies mit so vielen Worten zu sagen.
Die Gewinner und diejenigen von uns, die sie unterstützt haben, sollten sich nicht gegen unsere Gegner wenden, die jetzt ihre Wunden lecken, und ich denke, das werden sie auch nicht tun. Insbesondere sollten wir, dem gütigen Beispiel von Lord Hodge folgend, die Trans-Leute selbst schonen, die sich vielleicht verloren fühlen, wenn nicht noch schlimmer. Selbst wenn wir sie für verblendet halten, verdienen die Verblendeten Mitgefühl. Kein anständiger Mensch verachtet eine Magersüchtige, die in den Spiegel schaut und entgegen allen objektiven Beweisen Fettleibigkeit sieht. Mit der gleichen Rücksichtnahme sollten wir den Dysphoriker behandeln, der im Spiegel die falschen Genitalien sieht, der aufrichtig glaubt, dass er „im falschen Körper“ geboren wurde und sogar in aufrichtiger Verwirrung glaubt, dass „Transfrauen Frauen sind“.
Lassen Sie uns also niemanden an den Pranger stellen. Ich werde keine konkreten Namen nennen, um sie zu beschuldigen. Aber ich denke, dass man sich entschuldigen muss, und vielleicht gibt es da draußen einige, die erwachsen und kultiviert genug sind, um sich dazu bereitzuerklären.
Gehörten Sie zu den Studenten, die Kathleen Stock gnadenlos aus der Universität von Sussex gejagt haben? Dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sich zu entschuldigen. Gehörten Sie zu denjenigen, die das Leben von J. K. Rowling bedroht haben? Oder zu denen, die jemanden bedroht haben, der sich weniger weiterzuhelfen weiß, als diese Respekt gebietende Heldin unserer Zeit? Gehörten Sie zu den Schauspielern, die ihre Berühmtheit einzig und allein ihrer Schriftstellerei verdanken und die sich in ihrer schafsähnlichen Ergebenheit gegenüber einer vorübergehenden Modeerscheinung gegen sie gewandt haben? Oder gehörten Sie zu den Hollywood-Dummköpfen, die sich dem vorherrschenden politischen Wind gebeugt haben? Nun, er ist nicht mehr vorherrschend, aber wäre es nicht eine gute Idee gewesen, die Sache von vornherein zu durchdenken, bevor man sich dem überstürzt anschließt? Auf jeden Fall wäre eine freundliche Entschuldigung nicht verkehrt.
Zeitungsredakteure, die Berichte über eine „Frau“ abdruckten, die eine Vergewaltigung „mit ihrem Penis“ beging, sollten sich jetzt für ihr feiges Korrumpieren der Sprache entschuldigen. Das Gleiche gilt für Verleger, die sich dem Druck beugten, Bücher zu unterdrücken, die von unreifen jüngeren Kollegen als „transphob“ bezeichnet wurden. Übrigens, wenn Sie jemals verwirrt sind, wenn ein ansonsten vernünftiger Freund anfängt, uncharakteristischen Unsinn zum Thema „Geschlecht“ zu erzählen, sollte Ihr erster Rekurs „Cherchez les enfants“ sein.
Die Männer mit mittelmäßig sportlichen Fähigkeiten, die in die Frauenwettbewerbe hineingeschlüpft sind und mühelos ihre Medaillen und Lorbeeren errungen haben, können nur dann vom Betrug freigesprochen werden, wenn sie sich darauf berufen, dass sie die Ungerechtigkeit ihres Vorteils nicht verstehen. Die Funktionäre der Sportverbände, die ihnen das ermöglicht haben, sollten sich bei den Frauen entschuldigen, die um ihre rechtmäßigen Medaillen gebracht wurden, die nun den Männern, die sie zu Unrecht errungen haben, wieder abgenommen werden sollten. Anstatt das subjektive „Geschlecht“ des Eindringlings zu respektieren, sollten wir stattdessen mit den Frauen sympathisieren, die durch „ihr“ objektives Geschlecht, „ihre“ Oberkörperstärke, ihre große Reichweite beim Boxen oder ihre schiere, dominante Größe überwältigt wurden.
Gehören Sie zu den Ärzten, die von Angst heimgesuchte Kinder angestiftet haben, indem sie Hormone verschrieben, deren unnatürliche und irreversible Wirkungen die Bezeichnung „Gift“ rechtfertigt? Oder schlimmer noch, sind Sie ein Chirurg, der gegen den ersten hippokratischen Grundsatz verstoßen hat, indem er einem Mädchen die Brüste (oder einem Jungen die Hoden) abschnitt, als diese noch zu jung war, um mit den drastischen, unwiderruflich lebensverändernden Entscheidungen betraut zu werden? Zugegeben, eine öffentliche Entschuldigung Ihrerseits könnte Sie für eine wohlverdiente Klage wegen Kunstfehlers anfällig machen, doch mögen Sie in jedem Fall lange von Reue verfolgt werden.
Eine besonders großherzige Leistung der Vergebung ist seitens derjenigen in der politischen Linken, die ihr aufklärerisches Erbe verraten haben, notwendig. Einige ehrliche Linke, die diesem Erbe treu bleiben wollten, wurden dadurch in ein unfreiwilliges vorübergehendes Bündnis mit ungehobelten Bettgenossen der Rechten gezwungen. Mit den unvermeidlichen Anschuldigungen einer pauschalen Komplizenschaft - kein Stich von allen schmerzte so wie der. Ich kann nicht umhin, diejenigen in meiner eigenen kleinen Welt des säkularen Humanismus, des Atheismus, des Agnostizismus und des professionellen Skeptizismus zu erwähnen (wobei ich die ehrenwerte Ausnahme des Center for Inquiry erwähne), die ihre rationalen Prinzipien (und ihre konsequenten Kollegen und Kameraden) aufgrund einer flüchtigen Mode fallen gelassen haben. Noch deutlicher schulden aber jene nach links tendierende politische Führer, die sich mit Sprüchen wie „Eine Frau kann ganz klar einen Penis haben“ brüsteten, eine öffentliche Entschuldigung. Oder „Neunundneunzig Prozent der Frauen haben keinen Penis“. Nein, Sir, die Zahl, nach der Sie suchen, ist „hundert Prozent“. Wenn es etwas gibt, bei dem man sich darauf verlassen kann, dass es eine Frau nicht hat, dann ist es ein Penis.
Die Tragödie besteht darin, dass solch offensichtliche Wahrheiten überhaupt ausgesprochen oder vor einem hohen Gericht verkündet werden mussten. Die größte Entschuldigung von allen sollte von den einflussreichen Personen kommen, die die absurde Doktrin, dass etwas so grundlegend Biologisches wie die sexuelle Zweigeschlechtlichkeit durch eine persönliche Laune oder eine juristische Urkunde angreifbar ist, geschürt oder ihr feige nachgegeben haben.
Am 21. April 2025 schrieb Richard Dawkins auf X zur Reaktion radikaler Trans-Aktivisten:
Aggressiv dominante männliche Säugetiere urinieren in der Regel, um ihr Revier zu markieren.
„Ich pisse, wo ich will.“ „Ich ❤️es, auf TERFs zu pissen..
“Sie denken, sie sind Frauen. Aber können Sie sich eine bessere Werbung als diese wandelnde, sprechende, nach toxischer Männlichkeit riechende vorstellen? #SexMatters

Übersetzung: Jörg Elbe
Kommentare
Dawkins' Ausführungen ist wenig hinzuzufügen. Meine Befürchtung: Erstens, im säkular-humanistischen Bereich wird man die jetzt eigentlich unbedingt erforderlichen Diskussionen vermeiden, wie so viele so lange auf so absurde Ideen hereinfallen konnten. Das würde ein Ausmaß an intellektueller Redlichkeit erfordern, das ich vielen bei uns mittlerweile nicht mehr zutraue.
Das verblasst aber, zweitens, angesichts der Frage, warum wir uns permanent - und zu Recht - über den Kindesmissbrauch der Kirchen aufregen, den jahrelangen Missbrauch an "Trans-Kindern" und die dahinter stehende woke Trans-Ideologie aber so viele im säkular-humanistischen Lager als gesellschaftlichen Fortschritt gefeiert haben. Ich fürchte, die werden damit genau so umgehen, wie wir es bei den Katholiken anprangern.
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Zum Tweet von Richard Dawkins und den erbärmlichen Plakaten der agressiven autogynophilen Männer habe ich noch eine Ergänzung. Den mehr als peinlichen schriftlichen Erguss einer selbsternannten feministischen Autorin und Theoretikerin, die u.a. von gigantischen Anti-TERF-Proteste gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs schwadroniert.
The UK’s Anti-Trans Ruling Is a Defeat for All Women
Even the self-described feminists celebrating the Supreme Court’s attempt to banish trans people from womanhood will pay a heavy price.
https://www.thenation.com/article/society/supreme-court-trans-ruling-analysis-uk/
https://www.youtube.com/watch?v=EJvQRSLHObE
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Hallo RPGNo1,
ich habe mir den von Ihnen verlinkten Artikel gleich durchgelesen: Es ist erstaunlich, wie viel Unsinn man in so wenigen Zeilen unterbringen kann. Das kriegt man garantiert nicht ohne intensive Übung hin. Vielleicht gibt es irgendwo ein wokes Leistungszentrum, wo so etwas trainiert wird?
Aber, ich bleib' dabei: Peak Woke ist überschritten; die befinden sich im zügigen und ungeordneten Rückzug. Und dabei helfe ich auch weiterhin sehr gerne.
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