Zufall und Atheismus

Eines der häufig gegen den Atheismus eingewandten Argumente lautet, dass Atheisten zu stark auf den Zufall bauen. D. h., dieser wird an unmöglichen Stellen als eine »Erklärung« verwendet. Dabei geht es zum einen um die Entstehung des Universums sowie des Lebens. Das ist deswegen ein Strohmann-Argument, weil es eine Vielzahl an Atheisten gibt, die nicht an den Zufall glauben, die also »strenge Deterministen« sind.

 

 Zufall und Atheismus

Was ist Zufall? Allgemein gesagt reden wir davon, dass ein Ereignis zufällig geschieht, wenn es keine Ursache oder keinen Ursprung hat, oder diese nicht erkennbar sind. Letzteres kann auch aus pragmatischen Gründen der Fall sein: Um das Wetter komplett vorhersagen zu können, müsste ein Computer die Bewegungen sämtlicher Luftmoleküle der Erde kennen. Eine Maschine, die dazu fähig wäre, müsste aus mehr Atomen bestehen, als im Universum vorhanden sind. Da wir einen solchen Apparat unmöglich bauen könnten, ist uns eine perfekte Wettervorhersage praktisch verwehrt. Was wir nicht vorausberechnen können ist für uns vom Zufall nicht unterscheidbar. Dabei habe ich nicht berücksichtigt, dass wir es mit Quantenphänomen zu tun haben, die eventuell prinzipiell nicht vorhersagbar sind.

Das Argument hat immer die gleiche Struktur:

(1) Die Entstehung des Lebens / des Universums ist sehr unwahrscheinlich.
(2) Daher kann das Leben / das Universum so nicht entstanden sein, eine Erklärung setzt ein zu viel an Zufall voraus.
(S) Der Atheismus ist falsch.

Dieses Argument hat mehrere Probleme. Das erste enthält eine implizite Voraussetzung, nämlich, dass es unwahrscheinlicher ist, dass das Leben oder Universum durch Zufall entstanden ist, als das Gott existiert. Denn wenn man sich für mehrere Prämissen entscheiden muss, ist es rational, diejenige mit der höchsten Wahrscheinlichkeit relativ zu den alternativen Hypothesen zu wählen. Ich hatte dies zuvor an dem Beispiel mit den Würfeln erklärt: Wenn eine Zahl mit 20%iger Wahrscheinlichkeit fällt, die anderen fünf nur mit 16%, dann ist es vernünftig, die Ziffer mit der höheren Wahrscheinlichkeit zu wählen.

Die Frage lautet nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass das Universum (oder Leben) aus Zufall entstanden ist. Sondern ob man es für wahrscheinlicher hält, dass der Gott existiert, der dies alles in Bewegung gebracht hat. Damit kehrt sich das Zufallsargument gegen den Theisten: Denn »Entstehung ohne Ursache oder Ursprung« ist die Definition des Begriffs Zufall. Folglich existiert auch Gott durch Zufall – selbst wenn er nicht entstanden ist. Es spielt für diesen Vergleich keine Rolle, ob etwas aus Zufall ewig existiert oder zu existieren beginnt, das ist irrelevant.

Das sehen viele Gläubige nicht ein, weil sie eine andere Vorstellung vom Begriff »Zufall« haben. Wenn etwas ewig existiert, dann kann dies doch kein Zufall sein ... Aber so können wir auch für das Universum argumentieren: Wenn es ewig existiert, oder das, woraus es hervorging – ist dann deswegen seine Existenz plötzlich kein Zufall mehr? Kann man ihn so leicht einfach ausschalten oder »wegerklären«? Nicht ohne die Definition gravierend zu ändern.

Jetzt kehren sich alle der hübschen Wahrscheinlichkeitsrechnungen gegen den Theisten: Wenn die Entstehung eines Bakteriums unwahrscheinlich ist, also ohne Ursache und ohne Ursprung, dann ist die Entstehung eines Menschen durch so einen Vorgang noch viel unwahrscheinlicher. Je mehr Eigenschaften wir diesem Menschen zuerkennen, je ungewöhnlicher diese sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit. Für ein perfektes, allwissendes, allmächtiges oder dem nahekommendes Wesen ist die Wahrscheinlichkeit noch viel geringer!

Es spielt keine Rolle, welche absolute Wahrscheinlichkeit man berechnet, gleich, wie hanebüchen das oft gehandhabt wird, nach demselben Maßstab ist die relative Wahrscheinlichkeit für Gott in jedem Fall sehr viel geringer.

Das bedeutet, es ist vernünftiger, die Existenz des Universums und/oder die Entstehung des Lebens für einen Zufall zu halten als die Existenz Gottes. Denn bei mehreren Alternativen spielt nicht die absolute Größe der Wahrscheinlichkeit eine Rolle, sondern die relative zu den konkurrierenden Möglichkeiten. Im Beispiel mit dem Würfel ist es unerheblich, ob die Wahrscheinlichkeit, eine Eins zu werfen, 17%, 18% oder 99% beträgt, sie muss nur größer sein als die für die anderen Zahlen.

Jedes Argument für die Unwahrscheinlichkeit des Universums oder des Lebens erhöht gleichzeitig die Unwahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes. Je höher man dies rechnet, umso schlimmer fällt die theistische Alternative aus. Dies wird von Theisten nicht bedacht, denn dies vernichtet jede ihrer Argumentationen.

Auch wenn »Gott« kein Ereignis ist wie andere auch, so untergräbt man damit seine Behauptungen, denn in Wahrheit ist es so, dass man die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung des Lebens oder Universums nicht angeben kann! Man kann es so genau weder für Gott noch für sonstwas bestimmen. Dann aber ist das ganze Argument so oder so Unsinn, da es nach »wahrscheinlicher als was« fragt.

Wir können also das Argument auf zweierlei Weise widerlegen:

1. Wenn man die Wahrscheinlichkeiten vergleichen kann, dann fallen diese immer zuungunsten Gottes aus. Der Theist setzt ein »zu viel an Zufall« voraus, nicht der Atheist.
2. Wenn man sie nicht vergleichen kann, dann ist das ganze Argument Unsinn. Unwahrscheinlicher als unbekannt ist ein Argument des Nichtwissens, das immer ungültig ist. 

Kommentare

  1. userpic
    Bernd Kammermeier

    Gott macht theistisch nur Sinn - im Sinne vor "er wird zur Erklärung der Entstehung gebraucht" -, wenn er bereits vor der Existenz des Universums - also vor der Existenz von allem - existierte. Ein "mittendrin" entstehender Gott (aus was entstanden?) wirft unglaublich viele Probleme auf, bis hin zur Frage, ob er auch einen evolutionären Prozess durchlaufen hat (die Existenz eines Steißbeins beim Menschen, welches vom ebenbildgleichen Gott kopiert wurde, könnte auf Vorfahren Gottes mit einem Greifschwanz schließen lassen). Letztlich wäre ein solches Wesen ein ganz ordinärer Außerirdischer, der - ähnlich wie Superman - nur besondere Fähigkeiten gegenüber dem Menschen aufwiese. Da wären wir dann im Bereich von Dänikens E.T.-Göttern, die den Menschen genetisch gezüchtet haben, aber nicht bei dem Allmächtigen, den die Theisten verehren.

    Jetzt gibt es für diesen vor der Existenz des Universums bereits existierenden Gott ein dramatisches Problem: Er kann nicht entstanden sein, weil die Entstehung eines Gottes, wie oben richtig dargestellt, ein höchst unwahrscheinlicher Zufall wäre, auch wenn dieser nicht berechnet werden kann. Aber man kann logisch darüber nachdenken. Gäbe es einen Startpunkt der Existenz Gottes vor der Existenz des Universums, gäbe es zwei Optionen: 1. er ist - wie theistisch behauptet - von der nullten Sekunde an allmächtig und allwissend gewesen oder 2. er hat wirklich bei "Null" angefangen und ist nach und nach durch Evolution entstanden, bis er irgendwann so allmächtig und allwissend wurde, dass er sich imstande sah, das Universum zu erschaffen.
    Version 2 hat für mich den Charme, genauso wahrscheinlich zu sein, wie eine zufällige Entstehung des Universums. Version 1 - die von Theisten propagierte - würde voraussetzen, dass Allwissenheit und Allmacht aus sich heraus, ohne Anschub von außen, zu existieren beginnen kann. Dies halte ich für unwahrscheinlicher, als Variante 2.

    Bliebe die komplette theistische Variante: Gott ist weder aus sich heraus noch durch Evolution entstanden, sondern existierte schon immer. Dabei stellt sich mir die Frage: Wie konnte Gott das Universum erschaffen, wenn er schon immer existierte? Der für ihn vergehende Zeitraum bis zur Erschaffung des Universums wäre ja unendlich lang, würde also nie enden. Somit kann er sich meiner Meinung nach dem Zeitraum, an dem er das Universum erschafft, auch nie nähern. Und zwar nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit gedacht. Außerdem wäre er schon immer allwissend und allmächtig und hätte also alles wissen müssen, auch das, was er bis in alle Ewigkeit tun würde - was er aber dann nicht mehr ändern könnte. Mindestens mit seiner Allmächtigkeit wäre es also nicht weit her.

    Also ist für mich die theistisch reinste Form Gottes gleichzeitig die Unwahrscheinlichste, wenn ich die diversen Gottentstehungsthesen gegeneinander abwäge. Nur der innerhalb des bereits existierenden Universums durch Evolution entstandene Gott hat eine gewisse Chance, real zu sein, doch warum dieser sich ausgerechnet für unsere Belange interessieren soll und den Propheten gleichzeitig so viel ethischen, wissenschaftlichen und geschichtlichen Müll mitteilte, bleibt mir schleierhaft.

    Vielleicht hat Däniken doch Recht und Gott oder die Götter waren Außerirdische auf Stippvisite auf der Erde, die sich einen Heidenspaß daraus machten, eine bronzezeitliche Hirtenkultur nach Strich und Faden zu verarschen. Diesen Gott dürfen Theisten gerne behalten. :-)

    Antworten

    1. userpic
      tkoeller

      Antwort auf #6 von Bernd Kammermeier:
      Ein Gott, der in der Zeit existiert (ewig oder nicht), für den also die Zeit vergeht wie für uns, kann ja nicht alles, also auch die Zeit selbst, erschaffen haben, denn diese geht ihm ja dann voraus. Andererseits bezeichnet das Wort 'erschaffen' einen Vorgang, der sich zu einem Zeitpunkt vollzieht. Da haben wir wohl mal wieder einen der üblichen Widersprüche gefunden, auf die diese Gottesvorstellung zwangsläufig führt...

      Antworten

      1. userpic
        Karl-Heinz Hermsch

        „Was ist Zufall? Allgemein gesagt reden wir davon, dass ein Ereignis zufällig geschieht, wenn es keine Ursache oder keinen Ursprung hat, oder diese nicht erkennbar sind.“

        Dieser Definition von Zufall möchte ich eine andere gegenüber stellen:

        Wenn jemand von Zufall spricht, dann meint er etwas, was unerwartet auftritt, dass nicht berechnet werden konnte. Also wird das Zugefallene so gesehen, als ob es aus dem Nichts käme.
        Aber eigentlich kommt nur diese Ansicht aus dem Nichtwissen, denn wenn man genau hinsieht, merkt man, dass wir das Wort ‚Zufall’ tatsächlich oft im Sinne eines ‚uns aus dem Nichts Zugefallenen’ gebrauchen.
        Wenn man nachforscht, stellt sich heraus: Der Zufall besteht jeweils, wie alles im All, aus Werten (wie: Dinge, Fakten, Lebewesen, Vorstellungen, Neuronen, Elektronen, Quanten) und Gesetzen (gleiche Werte unter den gleichen Umständen - den gleichen Wechselwirkungen - ergeben immer wieder das Gleiche, haben also einen ganz bestimmten, definitiven Ablauf) und ist einem Thema ‚zugefallen’, kommt also nicht aus dem Nichts.

        Karl-Heinz Hermsch

        Antworten

        1. userpic
          Bernd Kammermeier

          Antwort auf #5 von Adrian Fellhauer:
          > Antwort auf #3 von Bernd Kammermeier:
          >
          > Oder bin ich beschränkt? :-)
          >
          > Nein, das sind Sie mit Sicherheit nicht, wie Ihre vorherigen Beiträge deutlich zeigen. Allerdings bin ich eher spektisch, was Ihr Argument angeht. Denn es mag zwar sein, dass ein unendlich lang existierender Gott einen unendlichen...

          Danke für das Kompliment.

          Je mehr ich über die Thematik nachdenke, desto knotiger fühlt sich mein Hirn an.
          Genau das Postulat der Gläubigen ist es ja, was nicht funktioniert. Ein ewig existenter Gott müsste logischerweise auch ewig auf die Erschaffung der Welt warten. Denn es ist ja eben nach Definition der Gläubigen nicht so, dass Gott innerhalb der Ewigkeit entstand, sondern quasi selbst die Ewigkeit ist. Dabei stellen sich mir höchst bizarre Fragen: Hat Gott einen Haarwuchs? Wenn ja müsste selbst das endliche Universum (in sich gekrümmt) mit seinen Haaren ausgefüllt sein, weil diese ja unendlich lange gewachsen sind. Außer es gibt einen wirklich unendlichen Raum außerhalb des Universums oder Gott hätte die Fähigkeit seine nachwachsenden Haare rückstandfrei wegzuzaubern. Oder er hat einfach keine Haare - aber warum hat der Mensch dann welche, wenn er doch nach seinem Bild erschaffen wurde?
          Ich kann schon verstehen, dass die Menschen der Bronzezeit damit reichlich überfordert waren und letztlich zu dem Kokolores der Bibel kamen. Das ist aber auch vertrackt...

          Ich denke, es ist einfacher, nicht zu viel darüber nachzudenken.

          Antworten

          1. userpic
            Adrian Fellhauer

            Antwort auf #3 von Bernd Kammermeier:
            > Oder bin ich beschränkt? :-)

            Nein, das sind Sie mit Sicherheit nicht, wie Ihre vorherigen Beiträge deutlich zeigen. Allerdings bin ich eher spektisch, was Ihr Argument angeht. Denn es mag zwar sein, dass ein unendlich lang existierender Gott einen unendlichen Zeitraum zwischen seinem Erschaffen und dem erschaffen der Welt hat, jedoch postulieren diese Religiösen, dass Gott schon immer existierte, also niemals erschaffen wurde.

            Antworten

            1. userpic
              UweLehnert

              Ich möchte die Überlegungen von Volker Dittmar stützen und dazu die Rolle des Zufalls am Beispiel der Evolution des Lebens mal aus anderer Sicht beleuchten.

              Die falsche Vorstellung von der Rolle des Zufalls bei der Entwicklung der Arten und schließlich des Menschen besteht in der naiven Annahme, dass sich bei der Entwicklung von Pflanzen und Tieren einfach Zufall an Zufall gefügt hätte. Viele Kritiker der Evolutionstheorie meinen, dass sich nach dieser Theorie eine zufällige Merkmalsänderung an die nächste zufällig erfolgende gereiht hätte und dass sich so das Leben in seiner beobachtbaren Vielfalt nach und nach ergeben haben sollte. Und zu Recht wird dann von diesen Kritikern festgestellt, so könne es denn wohl doch nicht gewesen sein. Aber kein Evolutionsbiologe, auch schon Darwin nicht, vertritt ein derart einfältiges Konzept.

              Nach Überzeugung der Evolutionstheoretiker spielt sich im Prinzip Folgendes ab. Bei jedem auf die Welt kommenden Organismus gibt es, verglichen mit den Organismen der gleichen Art, eine mehr oder weniger starke Variation der inneren und äußeren Merkmale. Diese Variationen erfolgen zufällig und völlig ungerichtet, die meisten Veränderungen bleiben dabei in ihren Auswirkungen neutral. Merkmalsänderungen allerdings, die das Individuum im Kampf ums Dasein benachteiligen, führen dazu, dass solche Individuen nach und nach verschwinden.

              Nur ein außerordentlich kleiner Teil der Merkmalsänderungen, vielleicht eine Änderung unter Millionen, hat eine unterstützende Funktion im Überlebenskampf. Das kann zum Beispiel eine leicht gefleckte Fellfarbe sein, die eine bessere Tarnung ermöglicht, ein leicht veränderter chemischer Aufbau eines Enzyms, der die vorgefundene Nahrung besser zu verdauen hilft, eine höhere Lichtempfindlichkeit, die diesem Organismus die Nahrungssuche erleichtert, ein Verhaltensmerkmal, das Zusammenhalt und Überlegenheit der für das Überleben notwendigen Gruppe stärkt oder vielleicht eine anatomische Änderung, die neue Lebensräume zu erschließen ermöglicht. Individuen mit solchen vorteilhaften Merkmalen haben dann einen Überlebensvorteil ihren Mitkonkurrenten gegenüber und damit die Chance, diese Eigenschaft weiter zu vererben. Ausschlaggebend ist: Jedes neue, durch Zufall zustande gekommene Merkmal wird erst einmal einem gnadenlosen Test unterzogen, und nur das, was sich als tauglich erweist im Lebenskampf, erhält die Chance, an die nächste Generation weitergegeben zu werden. Es reiht sich also keinesfalls eine zufällige Merkmalsänderung unmittelbar an die nächste.

              Ganz entscheidend ist somit das Zusammenspiel von zufälliger Änderung einer Eigenschaft und deren notwendiger Bewährung im Überlebenskampf. Da die Evolution auf unserem Planeten bereits fast vier Milliarden Jahre auf die eben skizzierte Weise »experimentiert«, haben sich aufgrund der Millionen und Abermillionen von Generationen nach und nach die verschiedensten Lebensformen mit ihren fast unübersehbaren Verzweigungen entwickeln können. Unzählige, nach Millionen zählende Entwicklungsschritte – jeweils bestehend aus Merkmalsänderung und Bewährung im Überlebenskampf – haben u. a. auch zu uns als Menschen geführt, wobei die allermeisten »Versuche« eben scheiterten und nur ganz wenige weiterführten. Aber diese wenigen, mitunter nur äußerst geringfügigen Merkmalsvariationen akkumulierten so im Laufe von Millionen und Abermillionen Jahren zu der heute zu beobachtenden Vielfalt.

              Also: Zufällige Mutationen sind die entscheidenden Gestalter. Aber nicht allein der Zufall ist hier am Werk, ebenso beteiligt ist das durch die Lebenswirklichkeit gebildete Verfahren der Bewährung. Mutation und Selektion und – so muss man ergänzen – eben grenzenlos verfügbare Zeit sind in der Tat die Kräfte oder – wenn man so will – die »Baumeister« der lebendigen Welt.

              http://warum-ich-kein-christ-sein-will.de

              Antworten

              1. userpic
                Adrian Fellhauer

                Antwort auf #1 von Bernd Kammermeier:
                > Wie konnte Gott das Universum erschaffen, wenn er schon immer existierte? Der für ihn vergehende Zeitraum bis zur Erschaffung des Universums wäre ja unendlich lang, würde also nie enden. Somit kann er sich meiner Meinung nach dem Zeitraum, an dem er das Universum erschafft, auch nie nähern.

                Dieses Argument ist nicht ganz richtig. Wenn man Gott zu einem gegebenen Zeitpunkt betrachtet, so kann man den Abstand dieses Zeitpunktes zum Urknall berechnen und kommt immer auf ein (endliches) Ergebnis.

                Antworten

                1. userpic
                  Bernd Kammermeier

                  Antwort auf #2 von Adrian Fellhauer:

                  Das ist sicher der kniffligste Punkt. Wie viel Zeit vergeht in einer in die Vergangenheit reichenden Unendlichkeit oder genauer Ewigkeit? Eigentlich unendlich viel Zeit. Wenn ich als normal geborener Mensch eine Pille erfände, die mich von nun an unendlich lange leben ließe, wäre jeder x-beliebige Zeitpunkt, an dem ich etwas machen werde, genau berechenbar. Doch ändert sich das nicht schlagartig, wenn sich diese Ewigkeit auch in die Vergangenheit erstreckt? Denn von jedem x-beliebigen Zeitpunkt an (nehmen wir die hypothetische Erschaffung des Universums) würde der bis dahin verstrichene Zeitraum ja immer noch unendlich sein. Und unendlich ist unendlich, endet also nie. So gesehen - nach meiner ganz unmaßgeblichen Meinung - verginge für Gott eine nie endende Zeitspanne BIS zur Schöpfung des Universums. Also kann er diesen Punkt nicht erreichen.

                  Ich lasse mich problemlos eines Besseren belehren, doch ich finde es höchst problematisch, mit einer unendlich langen Vergangenheit zu operieren, weil sie entweder nicht unendlich lang ist - also zeitlich eingeschränkt (wenn man ein in der Zukunft liegendes Enddatum festlegt) - oder aber unendlich lang, dann aber (weil sie nicht beschränkt ist) nie enden darf.

                  Oder bin ich beschränkt? :-)

                  Antworten

                  Neuer Kommentar

                  (Mögliche Formatierungen**dies** für fett; _dies_ für kursiv und [dies](http://de.richarddawkins.net) für einen Link)

                  Ich möchte bei Antworten zu meinen Kommentaren benachrichtigt werden.

                  * Eingabe erforderlich