Moralische Argumente

Warum ich nicht glauben kann – Folge 3

Moralische Argumente

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Argumente der Moral, die aus Sicht eines nichtgläubigen Menschen gegen die christliche Lehre und vielleicht auch gegen Gott sprechen.

Die desaströse Geschichte des Christentums und der Kirche

Wenn man auf die Geschichte des Christentums und der Kirche schaut, kommt man zunächst einmal nicht vorbei an dem einmaligen Reichtum an Architektur, Malerei, Musik und Traditionen, die dem Christentum zu verdanken sind. Diese einmaligen Werke, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind, verdanken wir der Schöpferkraft gläubiger Menschen. Ich würdige daher ganz ausdrücklich das Schaffen dieser Menschen, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass sie einer Illusion anhingen. Sie wussten es damals nicht besser. Diese Menschen schafften unter großen Opfern an Gesundheit und Leben etwas, das sie und ihre Zeit überdauerte und dafür gebührt ihnen Bewunderung und große Anerkennung. Diese Kunst diente der Verehrung eines gedachten Gottes, aber inzwischen ist das ästhetisch-formvollendet zum Ausdruck kommende menschliche Sehnen nach göttlichem Halt und Trost in einer von Hunger, Leid und Kriegen geprägten Welt für mich der Grund ihrer Wertschätzung und Würdigung. Sie haben dieser Kunst inzwischen eine in ihr selbst ruhende Begründung verliehen. Das möchte ich ausdrücklich anerkennen.

Meine Bewunderung christlich-religiöser Baukunst, Musik und Malerei kann mich aber nicht davon abhalten, gleichzeitig zu sehen, mit wie viel Blut die Geschichte des Christentums und der Kirche getränkt ist. Ich will hier nur ein paar Stichworte aufzählen: Inquisition, »Hexen«verbrennungen, Versklavung von Schwarzafrikanern oder die Missionierung von Lateinamerika. Die Inquisition wütete über 500 Jahre und war »eine der grausigsten Terrormaschinen, die die Erde je gesehen hat«, wie der Theologe und Philosoph Joachim Kahl feststellt. Und die sog. Hexenverbrennungen waren das schreckliche Ergebnis des biblischen Glaubens an Teufel und Hexen, an teuflische Besessenheit und Verführung. Die Bibel formuliert hier sehr eindeutig, 2. Buch Mose, Kap. 22, Vers 17 »Eine Hexe sollst Du nicht am Leben lassen.« Zehntausende Frauen, vermutlich noch viel mehr, wurden Opfer dieses menschenverachtenden Bibel-Spruchs.

Auch die Versklavung der Millionen Schwarzafrikaner, überhaupt die Sklaverei, wird biblisch und auch päpstlich gerechtfertigt. Im Alten Testament fordert Jahwe ausdrücklich auf, die Nachbarvölker zu überfallen, um Sklaven zu erbeuten. Der Apostel Paulus wiederum ermahnt seine Gemeinde, das Sklaventum geduldig zu ertragen. Und sogar im 10. Gebot, immerhin angeblich von Gott selbst formuliert, ist wie selbstverständlich von Sklaven die Rede. Wie viel millionenfaches Leid und Sterben mit der Sklaverei verbunden war, kann kein Mensch mehr ermessen. Und – das möchte ich auch fragen – wie verträgt sich eigentlich die elende und verachtende Behandlung der Schwarzen in den so christlichen USA bis fast zum heutigen Tag mit der Botschaft der Liebe und Barmherzigkeit?

Und die blutige Missionierung Lateinamerikas geht natürlich auch auf die Bibel zurück. Im Matthäus-Evangelium heißt es bekanntlich: »Darum gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes usw.« Die Zahl der Menschen, die aufgrund von biblisch-religiös motivierten Glaubenskriegen (Kreuzzüge, 30-jähriger Krieg), Inquisition, Hexenverbrennungen, Sklaverei und Missionierung (insbes. Lateinamerikas) ums Leben gekommen sind, bewegt sich in der Größenordnung von 20 bis 50 Millionen. (Siehe z.B. Lexikon der Völkermorde!)

Von Vergebung, von Barmherzigkeit gegenüber dem am Glauben zweifelnden Nächsten, von Liebe auch dem Feind gegenüber trotz gepredigter Feindesliebe – keine Spur! Dabei sind doch Barmherzigkeit und Liebe so zentrale Prinzipien der christlichen Lehre.

Viele gläubige Christen und Vertreter der Kirchen sehen das alles anders und haben für alles eine entschuldigende Erklärung. Sie sprechen von bedauerlichem menschlichem Fehlverhalten und von falschem Bibelverständnis. Überzeugen werden sie einen Menschen, der ein »normales« sittliches Empfinden aufweist und »normale« moralische Maßstäbe anlegt, nicht. Dieses Fehlverhalten und dieses angeblich falsche Bibelverständnis sind für mich Hinweise auf eine bemerkenswerte Wirkungslosigkeit und auch Widersprüchlichkeit der in dieser Religion steckenden Moral.

Diese Religion, diese ideologische Konstruktion, bildet die Ursache einer unglaublich großen Zahl an Verbrechen gegen die Menschheit, die stets im Namen des angebeteten Gottes erfolgten und die dieser angeblich barmherzige Gott doch nie verhindert hat. Auch wenn diese Religion gleichzeitig sehr vielen Menschen Trost, Hilfe und Lebenssinn gegeben hat und noch immer gibt, ist das für mich nicht im Geringsten ein Beleg für ihren Wahrheitsgehalt.

Ich sehe dabei gleichzeitig das mutige und aufopferungsvolle Bemühen unzähliger Pfarrer, Pfarrerinnen und anderer überzeugter Christen, die dieser Lehre anhängen, dabei aber nicht selten auf die Stimme ihres Herzens hörten und hören. Ungezählte Menschen, die sich auf diese Lehre beziehen, sind ohne Zweifel sozial engagiert und praktizieren Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Was ich etwas pathetisch als »Stimme des Herzens« bezeichne, ist für mich aber eher das Ergebnis einer biologischen, sozialen und kulturellen Evolution. Im Zweifel ließen diese Menschen ihr Gefühl und ihre Einsicht sprechen, statt den Weisungen von Bischöfen und Päpsten oder fragwürdigen Geboten heiliger Texte zu folgen.

Erlösung von den Sünden durch ein Menschenopfer

Hiermit spreche ich eine der Kernaussagen der christlichen Lehre an, wenn nicht überhaupt die zentrale Botschaft: Gott sendet seinen Sohn auf die Erde als Opfer, um die Sünden der Menschen stellvertretend zu übernehmen. Zu diesem Zweck wird also ein Mensch gefoltert und anschließend auf barbarische Weise hingerichtet. In der Steinzeit hatte man Menschen den Göttern und Dämonen geopfert, um diese gnädig zu stimmen. Auch in späteren Zeiten hat man noch Menschen den Göttern geopfert, bevorzugt bekanntlich Jungfrauen und Erstgeborene.

Da muss ich doch fragen: Eine solche barbarische Handlungsweise, die mich an finsterste Menschheits-Epochen gemahnt, soll ich noch heute als Angebot annehmen? Als Zeichen der »Liebe Gottes zu mir«? Ich habe mich immer wieder gefragt: Fällt einer allmächtigen, allwissenden und uns so unendlich überlegen scheinenden Gottheit nichts anderes ein als eine Hinrichtung grausamster Art? Eine Hinrichtung, um diesen angeblich notwendigen Ausgleich zwischen Schuld und Sühne herbeizuführen? Warum bringt Gott, Schöpfer allen Seins, angeblich Inbegriff unendlicher Liebe, nicht die Größe auf, mit ihm angemessener Gnade zu reagieren und zum Beispiel einfach Vergebung zu gewähren?

Es ist für mich unfassbar: Das Christentum ist eine Religion, die eine als Opfer verbrämte Hinrichtung als Beweis der Liebe Gottes zu den Menschen verherrlicht. Ich empfinde das als eine intellektuelle und moralische Zumutung ersten Ranges. Für mich ist das absolut unannehmbar!

Christliche Lehre ohne Aufklärung wäre mittelalterlich

Nicht nur ich, auch viele andere Menschen stellen fest: Die uns heute wichtigen Werte und Normen stammen gerade nicht aus der Bibel, sie sind das Ergebnis einer moralisch-ethischen Weiterentwicklung.

Welches sind die uns heute wichtigen Werte und Normen? Es sind dies wesentlich die Menschenrechte wie Meinungsfreiheit als geradezu grundlegendes Recht, das Recht auf Selbstbestimmung, Gleichheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Religions- und Wissenschaftsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und vieles andere mehr. Nichts davon findet sich in der Bibel. Die biblischen Werte stehen einem demokratischen, die Menschenrechte verbürgenden Staat geradezu entgegen.

Denn alle diese eben genannten Rechte mussten dem Christentum beziehungsweise einer politisch agierenden Kirche in verlustreichen Kämpfen abgetrotzt werden. Ich möchte folgendes fragen: Warum steinigen wir heute Ehebrecherinnen nicht mehr? Warum töten wir Homosexuelle nicht mehr? Warum werden in christlichen Ländern keine Sklaven mehr gekauft und gehalten? Im Alten Testament sind Steinigungen und das Töten von Homosexuellen vorgeschrieben, das Halten von Sklaven zumindest wie selbstverständlich erlaubt. Das Neue Testament nimmt explizit dazu keine Stellung. Zwar sagt Jesus angesichts einer Steinigung die bekannten Worte: »Wer ohne Schuld ist, der hebe den ersten Stein«. Dabei handelt es sich allerdings nachweislich um einen später der Bibel hinzugefügten Text. M.a.W.: Im Prinzip sind diese genannten amoralischen Verhaltensweisen aus biblischer Sicht nach wie vor zulässig!

Selbstverständlich lehnen selbst Christen heute die Steinigung von Ehebrecherinnen, das Töten von Homosexuellen oder das Halten von Sklaven strikt ab. Aber nun kommt mein »aber«. Die Kriterien, nach denen selbst Christen heute die Steinigung von Ehebrecherinnen, das Töten von Homosexuellen oder das Halten von Sklaven strikt ablehnen, stammen gerade nicht aus der Bibel. Sie sind ein Ergebnis der auf Vernunft gründenden Aufklärung.

Ich will damit sagen, dass die Kirche moralisch immer noch im Mittelalter stehen würde, hätte sie sich nicht den Forderungen der Aufklärung beugen müssen. Zwar hat die Kirche im Nachhinein eine ganze Reihe von Bibelstellen herangezogen – von der Nächstenliebe bis hin zu tollkühnen Uminterpretationen von eigentlich sehr eindeutigen Bibelstellen, um sich aus der Klemme zu winden. Bei solchen verwegenen Uminterpretationen denke ich insbesondere an das Tötungsgebot von Homosexuellen. Im Alten Testament wird die Todesstrafe für Homosexualität gefordert. Aber auch im Neuen Testament nennt Apostel Paulus Homosexualität ein todeswürdiges Verbrechen.

Die evangelische Kirche praktiziert in puncto Homosexualität heute das Gegenteil dessen, was die Bibel sehr eindeutig fordert. Was selbstverständlich nur zu begrüßen ist! Nur ist es nicht in Einklang zu bringen mit den doch verbindlichen Aussagen der »Heiligen Schrift«. Überzeugen kann die Kirche mit solchen oft willkürlich erscheinenden »neuen Sichtweisen« einen Nichtchristen wie mich damit nicht. Es ist für mich der hilflose Versuch, Texte zu retten, die nicht mehr zu retten sind.

Man könnte einwenden, dass die Bibeltexte immer wieder neu interpretiert werden müssen. In vielen Fällen mag das gehen. Es gibt aber zentrale Texte, die nur um den Preis einer eindeutigen Verfälschung modern gedeutet werden können. Ganz ähnliche Probleme hat der orthodoxe Islam, der in dieser Hinsicht noch vollständig dem Mittelalter verhaftet ist.

Ich halte also fest: Ohne diesen Modernisierungsschub infolge der Aufklärung stünde die christliche Lehre dort, wo heute der Islam immer noch verharrt.

Das letzte moralische Argument, das ich anführen möchte als Begründung, weswegen ich kein Christ bin, ist mit dem Stichwort Theodizee gekennzeichnet. Ich zögere ein wenig, diesen Punkt seiner scheinbaren Abgedroschenheit hier noch zu erwähnen. Aber die Theodizee ist und bleibt eines der stärksten Argumente bei der Frage nach der Existenz eines allmächtigen und barmherzigen Gottes.

Die Theodizee: Gott ist nicht barmherzig

An der Theodizee, also an der Rechtfertigung Gottes, haben sich schon ganze Heerscharen von Theologen und Philosophen die Zähne ausgebissen. Die alle bewegende Frage lautet bekanntlich: Warum lässt Gott, der angeblich die Liebe und die Barmherzigkeit verkörpert, das unglaubliche Elend auf der Welt zu?

Dem griechischen Philosophen EPIKUR (341−271 v.u.Z.) wird zugeschrieben, diese allgemeine Gottes-Problematik etwa wie folgt logisch strukturiert und formuliert zu haben

- Ist Gott willens, aber nicht fähig, das Übel zu verhindern? Dann ist er nicht allmächtig!

- Ist er fähig, aber nicht willens, das Übel zu verhindern? Dann ist er nicht allgütig!

- Ist er jedoch sowohl fähig als auch willens, das Übel zu verhindern? Woher kommt dann das Übel in der Welt?

Denken wir z.B. an den Holocaust mit seinen etwa fünf bis sechs Millionen Toten. Gott ließ die Ermordung eines großen Teils seines »auserwählten Volkes« zu, eines Volkes, mit dem er laut Bibel sogar einen Bund geschlossen hatte. Hat also Gott der Ermordung der Juden nur interessiert zugeschaut oder war er gar nicht in der Lage einzugreifen?

An dieser Stelle kommt als Argument dann immer, dass hier Menschen mit ihrem – angeblich – freien Willen sich versündigt hätten. Da Gott die Menschen nicht als Marionetten ansieht, lässt er sie gewähren. Ein überzeugendes Argument ist das nicht. Entlastet man doch Gott als Schöpfer des Menschen mit seinem Fehlverhalten, schiebt aber die Schuld diesen so geschaffenen Menschen zu.

Betrachten wir daher andere Übel: Denken wir an Erdbeben, Sturmfluten und Tsunamis oder Katastrophen wie Dürren oder Epidemien. Sie kosten immer wieder Hunderttausenden Menschen das Leben. Unterschiedslos rafft es Kinder und Erwachsene, Gerechte und Ungerechte, Arme und Reiche dahin. Das beliebte Argument, dass der freie Wille des Menschen das Böse verursache, greift hier also nicht. Diese Naturgewalten sind nicht durch Menschen veranlasst.

Ich will das nicht vertiefen, die Problematik ist uns allen bekannt. Was mich interessiert, ist die Frage, was sagen eigentlich die höchsten Repräsentanten der beiden großen Kirchen zu diesem Problem?

Altbischof Huber schreibt in seinem Buch »Der christliche Glaube«: »Eine abschließende Antwort auf die Theodizeefrage kann es nicht geben. Die Präsenz des Übels bleibt das Rätsel jeder Gegenwart.« Das ist immerhin ein ehrliches Eingeständnis.

Kardinal Ratzinger besuchte als Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 Auschwitz und richtete dort an Gott die Worte: »Warum hast du geschwiegen? Warum konntest du dies alles dulden?« Auch er resigniert und stellt in seinem Buch »Einführung in das Christentum« fest, »dass es aus christlicher Sicht auf die Theodizee keine direkte Antwort gebe«. Stattdessen verweist er auf die »göttliche Gnade und Weisheit«, die – wie er formuliert – »erst am Ende aller Tage offenbar würde«. Auch Papst Benedikt kapituliert also vor dieser Frage.

Ich denke, dass zu dieser Kapitulation eigentlich kein Grund besteht. Denn die einzige den Verstand befriedigende Antwort auf die Theodizee ist eigentlich ganz einfach. Logik und Erfahrung sagen uns, dass sich die angebliche Allmächtigkeit und Barmherzigkeit Gottes mit der Existenz des grenzenlosen Leids auf der Erde nicht vereinbaren lassen. Die Schlussfolgerung lautet für mich somit: Diesen Gott mit den ihm zugeschriebenen Eigenschaften allmächtig, allwissend und zugleich allgütig kann es ganz offensichtlich nicht geben. Nicht umsonst gilt die Theodizee als der »Fels des Atheismus« (Georg Büchner, 1813–1837, in Dantons Tod).

Da physisches und moralisches Übel zweifellos in der Welt in für menschliche Maßstäbe unfassbarer Größe existieren, bleibt als logische Konsequenz nur anzunehmen, dass Gott entweder nicht allmächtig ist oder nicht allgütig oder sich für die Welt und ihre Menschen nicht interessiert, also nicht willens ist, das Übel und das Böse zu verhindern. Was Menschen im christlich-abendländischen Bereich früher kaum zu denken wagten, dürfte dennoch die logisch befriedigendste Lösungsvariante darstellen: dass es nämlich diesen christlichen »Gott der Güte und der Liebe« nicht gibt.

Univ.-Prof. Dr. Uwe Lehnert ist emeritierter Professor für Bildungsinformatik und Bildungsorganisation, der an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie tätig war.

Bekannt geworden ist er vor allem durch sein Buch „Warum ich kein Christ sein will“. Im Oktober 2018 erschien die 7., vollst. überarb. Auflage, Hardcover, 490  S. im Tectum-Verlag Baden-Baden (innerhalb der Nomos Verlagsgesellschaft).

Webseite: http://warum-ich-kein-christ-sein-will.de/

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Kommentare

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    Klarsicht(ig)

    Die unterschiedliche Bewertung der Opfer von Kain und Abel durch den „Bibeldämon“ und die biblischen Folgen, die sich daraus ergeben haben sollen !

    Das Opfer von Abel kam beim „Bibeldämon“ gut an, das von Kain aber nicht 1. Nach der Interpretation in Hebräer, Kapitel 11, V. 4, hatte Abel durch den Glauben Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain. So heißt es denn auch im 1. Buch Mose 2: „Ist`s nicht also ? wenn du fromm bist, so bist du angenehm ...“. Also war Kain wohl nicht fromm genug, um vom „Bibeldämon“ akzeptiert worden zu sein. ER sah in Kain offenbar nicht ein fühlendes, leidendes, denkendes, um Liebe und Anerkennung ringendes und Ängsten ausgesetztes Individuum, sondern IHM ging es nur um dessen religiöse Leistung, seinen Glauben, der im Verhältnis zu dem von Abel wohl weniger stark vom „Bibeldämon“ empfunden wurde, weswegen ER Kain nicht gnädig war. ER ließ es Kain merken, dass er IHM nicht angenehm war. Welche Folgen sich aus SEINEM lieblosen Verhalten ergeben würden, hätte ER aufgrund SEINER Allwissenheit natürlich gewusst haben müssen Gleichwohl ließ ER es unbarmherzig zu, dass sie eintraten.

    Kain ermordete angeblich seinen Bruder 3.

    Die Fragen vom „Bibeldämon“ an Kain 4 waren völlig überflüssig und zynisch. Ein angeblich allwissendes Wesen muss keine Fragen stellen, um zu erfahren, was ES wissen will.

    Die mangelnde Liebe und Anerkennung, die der „Bibeldämon“ Kain hat spüren lassen, ließen ihn wohl zum Mörder werden.

    Der „Bibeldämon“ müsste es gewusst haben, dass SEIN Verhalten Kain dazu bringen würde, seinen Bruder zu ermorden. Weil der „Bibeldämon“ die Mordtat nicht verhinderte, was IHM aber möglich gewesen sein müsste, wie es IHM ja auch später bei Isaak möglich gewesen war, hat ER sich aus ethischer Sicht der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht.

    Gleichwohl bestrafte der „Bibeldämon“ Kain natürlich wegen des Brudermordes 5. So sollte Kain u. a. verflucht sein usw. In ca. 60 Textpassagen im Pentateuch finden Worte wie „verflucht“, „flucht“, „verfluche(n)“, „fluchen“, „geflucht“, „fluchte“, „Flüche“, „Fluch“ und „verfluchtes“ (göttlich inspiriert) Verwendung.

    Kain aber für einen Mord zu bestrafen, zu dem es ihn sicher aufgrund psychischer Pein gedrängt hatte, also von ihm wohl im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit begangen wurde, und den der „Bibeldämon“ zudem hätte verhindern können, ist unethisch und unbarmherzig.

    In der biblischen Menschheitsgeschichte war Kain vielleicht auch das erste Opfer der Erschwernisse, die die Frau aufgrund des rachsüchtigen göttlichen Willens bei der Geburt erleiden sollte. Diese Erschwernisse können aber schlimme Folgen für die Frauen und insbesondere für die unschuldigen Kinder haben.  Hierzu schreibt der ehemalige kath. Pfarrer Dr. Eugen Drewermann in seinem Buch „..und es geschah so“ auf Seite 133 wie folgt: „Sie werden bei der Geburt durch den einzigen Knochenring getrieben, der sich nicht erweitern läßt. Da sterben Mütter bei der Geburt ihres Kindes und hinterlassen ein Wesen, das in seiner Hilflosigkeit ihrer auf Leben und Tod am meisten bedürfte (z. B. 1. B. M., K. 35, V. 16-19). Und es werden Kinder geboren, die Ihr Leben lang durch den Geburtsvorgang traumatisiert sind. Der Ausfall der Sauerstoffversorgung für eine kurze Zeit hinterläßt auf immer neurologische, psychosomatische und psychoneurotische Störungen.

    Man kann es nicht ausschließen, dass Kain (der angebliche Erstgeborene von Eva, der ersten biblischen Frau) durch den Geburtsvorgang neurologisch so schwer geschädigt wurde, dass er möglicherweise geisteskrank und somit für sein Denken und Handeln (den Mord) nicht verantwortlich war.

    Ein möglicher Hirnschaden Kains hätte dem „Bibeldämon“ natürlich ebenso bekannt gewesen sein müssen, wie die „Tatsache“, dass Kain seinen Bruder Abel ermorden würde. Da IHN diese „Tatsache“ aber nicht zum Handeln veranlasste, würde es IHN wohl auch nicht interessiert haben, wenn Kain tatsächlich einen Hirnschaden gehabt hat.

    Kain hätte man möglicherweise ärztliche (göttliche) Hilfe zukommen lassen müssen, statt ihn zu bestrafen.

    Verweise:
    1) 1. Buch Mose [später B. M.], K.4, V. 4 u.5.
    2) 1. B. M., K. 4, V. 7.
    3) 1. B. M., K. 4, V. 8.
    4) 1. B. M., K. 4, 6, 9 u. 10.
    5) 1. B. M., K. 4, V. 11 u. 12.

    Bei dieser Kritikschrift orientierte ich mich an dem 1912 vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss genehmigten Text des „Alten Testamentes“. 

    In dieser Kritikschrift wird die biblische Geschichtsschreibung so aufgegriffen, als berichte sie über historisch verbürgte Fakten (Michael Depner). 

    Gruß von
    Klarsicht(ig)

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      Dieter Machmeier

      Meiner Meinung ist das Hauptproblem der Schöpfungsgeschichte, dass "der Gott mit den maximal guten Eigenschaften" mit Adam und Eva zwei komplette Vollidioten erschaffen hat.
      Adam und Eva kannten Gott persönlich. Zwischen ihnen fanden direkte Konversationen statt. So hatte Gott den beiden unter Androhung der Todesstrafe verboten von der einen Frucht zu essen. Ansonsten sollten sie sich an allen anderen Früchten laben und dahin gehen und sich mehren. Sie folgten seinem Befehl, ganz wie man das von willenlosen Robotern erwartet. Doch eines Tages kam ein weiterer Vollidiot, die Schlange vorbei. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen überredete sie Eva von der Frucht zu essen, mit dem Argument, dass Gott ein Lügner sei. Er würde sie nicht mit dem Tod bestrafen und sie würden wie er werden.
      Der Kniff der Story ist, dass Adam und Eva erst verstehen konnten, dass Ungehorsam gegenüber Gott eine schlechte Sache ist, NACHDEM sie vom "Baum der Erkenntnis" gegessen hatten, da diese so gewonnene Erkenntnis Vorraussetzung für die Fähigkeit ist zwischen "gut" und "schlecht/böse" zu unterscheiden.

      Die Idee vom vielzitierten "freien Willen", als dem größten Geschenk Gottes an die Menschen, mit dem die Unschuld Gottes an den Sünden seiner eigenen Geschöpfe verteidigt werden soll, macht hier doppelt keinen Sinn. Wer nicht zwischen richtigen und falschen (oder guten und bösen) Taten/Entscheidungen unterscheiden kann, kann immer nur das tun, was von anderen befohlen oder empfohlen wird. Gott hatte Adam und Eva als willenlose Roboter erschaffen, die einfach nur seinen Befehlen gehorchen sollten. Dass die Schlange in die "Programmierung" der Roboter reingepfuscht hatte, lässt sich nur damit erklären, dass sie ebenfalls ein Roboter war, der genau dazu programmiert wurde. Denn wenn die Schlange von "Natur aus" böse war, konnte sie nur böse handeln - und sie wurde von Gott böse erschaffen. Wenn sie nicht böse war, dann muss sie vollkommen bekloppt gewesen sein, denn der Akt des Überredens zur Kostung der verbotenen Frucht lässt keinen persönlichen Vorteil für die Schlange erwarten - im Gegenteil: Sie musste damit rechnen, dass der Allwissende davon Wind bekommt und mächtig angepisst sein wird. Einfach nur eine saudumme Entscheidung.

      Und nun soll die gerechte Strafe für die ungehorsamen Roboter erfolgen: Adam und Eva wurden sterblich, sie hatten von nun an einen Stoffwechsel der sie dazu zwingt zu essen und zu trinken, und sie mussten ihre Nahrung selbst und unter schweren Bedingen anbauen und ernten (im Garten Eden war Nahrungsaufnahme eine reine Genußsache). Zusätzlich noch die Sache mit der schweren, schmerzhaften und oft tödlich endenden Geburt. Und der Schlange wurden die Gliedmaße entfernt.
      Diese Strafe ist natürlich kein bischen gerecht. Sie ist sinnlos und sadistisch. Der Barmherzige gibt ihnen keine zweite Chance, Dazulernen ist dem Allwissenden ein unbekanntes Konzept, (unvermeidbare) Fehler werden grausam bestraft. Der vom vollkommenen Gott erschaffene Mensch ist von "Natur aus" verderbt und minderwertig und hat es deswegen verdient zu leiden. Mit dem ewigen Höllenfeuer nach dem Tod brauchen wir hier gar nicht erst anzufangen.


      Die Schöpfungsgeschichte wurde offensichtlich erdacht, um zu erklären, wieso der gute Gott so eine scheiß Welt erschaffen konnte, in der Menschen verhungern, an Krankheiten sterben und ganz allgemein für die allermeiste Zeit ein erbärmliches Dasein fristen, das unausweichlich zum Tod führt - im Optimalfall durch Organversagen wegen Altersschwäche.
      Diese Erklärung enttarnt sich aber leider fürchterlicher Bullshit, wenn man nur mal fünf Minuten drüber nachdenkt. Und trotzdem wird sie auch heute noch Millionen von kleinen Kindern eingetrichtert, um ihnen Angst zu machen, ihnen ein schlechtes Gewissen für ihre natürliche Schlechtheit einzureden, und um sie zu willenlosen Gefolgsleuten zu machen, die blind Befehlen gehorchen ohne "dumme Fragen" zu stellen.

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        Hard Frost

        Falls der Schlange zur Strafe die Gliedmaßen entfernt wurden, dann muß sie während des Vorfalls ja noch welche gehabt haben. Aber kein Mensch würde ein Wesen mit 4 Beinen (oder so) als Schlange bezeichnen, weil eine Schlange ja gerade auszeichnet, daß sie keine Beine hat.
        Als Kind war ich zu schüchtern, wegen jedem Scheiß zu fragen, aber heute wäre jede Religionsstunde mit mir als Schüler für den Religionslehrer Dauerstress.

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      Der Schokopäde

      Wie heißt es so schön auf Wikipedia ?

      Obwohl Polemiken typischerweise durch starke Emotionen, etwa Hass, motiviert sind, müssen diese, um dem Angriff zum Erfolg zu verhelfen, in einer Weise stilisiert werden, die den literarischen Techniken des Dramas vergleichbar ist, und in eine kühl überlegte Strategie eingebettet werden.

      In diesem Sinne: Alles richtig gemacht, Herr Lehnert !

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        Hard Frost

        Du aber auch!

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        Klaus Steiner

        Hallo Klarsicht(ig),
        was ist denn mit Ihnen los? Sie Posten zum Thema Kain und Abel, nur der Bezug zum vorangehenden Text fehlt vollkommen! Thema verfehlt! Es ist ja schön, wenn Sie mehr als andere wissen. Nur könnten Sie bitte dieses Wissen dann anbringen, wenn es passt? Danke im Voraus!

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          Klarsicht(ig)

          Hallo, Klaus Steiner !

          Ich meine, dass ich Ihnen keinen Grund dafür geliefert habe, um mich zu fragen, was mit mir los sei.

          Allerdings konnte ich es leider nicht vermeiden, dass ich Sie offenbar mit meiner Schrift enttäuscht habe. Ich bin aber eher bereit, Sie mit einer Schrift von mir zu enttäuschen, als es mir etwa vor der Abfassung einer Schrift zuzumuten, es auf irgendeine Art und Weise auszuloten, wie Sie sie inhaltlich kritiklos akzeptieren würden.

          Den Teil aus dem Inhalt der Geschichte um Kain und Abel, der nach Ihrer Meinung ebenfalls in meiner Schrift hätte erwähnt und behandelt werden müssen, habe ich deswegen weggelassen, weil er durchweg allgemein bekannt und langweilig ist, zur unnötigen Ausuferung meiner Schrift geführt hätte, und weil sich zudem aus ihm kein qualitativer Zugewinn für meine Schrift ergeben hätte.

          Ich bin keineswegs etwa so vermessen zu meinen, dass ich mehr als andere wüsste. Im übrigen bitte ich Sie, mir die Freiheit zu lassen, selbst entscheiden zu dürfen, wann und wo ich mein weniges Wissen anbringen möchte.

          Gruß von
          Klarsicht(ig)

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          Klarsicht(ig)

          In einem längeren Kommentar schrieb ich u. a.: „Durch Mose lässt der ,Bibeldämon' eine Kette von Flüchen über den kommen, der der numinosen Stimme nicht gehorcht und nicht alle Seine Gebote hält. Er droht mit allen nur denkbaren Abartigkeiten wie z. B.“. 1

          Die widerethische Drohung, mit derartigen Abartigkeiten denjenigen bestrafen zu wollen, der seine Willensfreiheit nicht in der Art und Weise konkretisiert, wie es der „Bibeldämon' von ihm erwartet, stellt gewissermaßen die schussbereite Pistole dar, die ich an anderer Stelle erwähnte, die ER demjenigen an den Kopf hält, von dem ER es erzwingen will, dass er so funktioniert, wie ER es möchte.

          Der Inhalt der Drohung ist eindeutig von Hass durchsetzt. Wer sich solche Abartigkeiten ausgedacht hat, muss von starken Hassgefühlen beherrscht gewesen sein.

          Und auch Jesus brachte in dem, was er gesagt haben soll, Hass ins Spiel. Denn er soll gesagt haben: „So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein“ (Luk., K. 14, V. 26).

          Verweis:
          1) Richards Twitter Ecke (63):
          https://de.richarddawkins.net/articles/richards-twitter-ecke-63

          Gruß von
          Klarsicht(ig)

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            Klaus Steiner

            Hallo Herr Machmeier,

            der Inhalt und die Sprache Ihres Kommentars gefallen mir ;-)!

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              Dieter Machmeier

              Hallo Herr Steiner,
              es wirklich sehr nett von Ihnen mir das mitzuteilen. Vielen Dank.

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              Klarsicht(ig)

              Zitat von Herrn Lehnert:Erlösung von den Sünden durch ein Menschenopfer“.

              Hierzu verweise ich auf den folgenden Linkinhalt.

              Glaubenskritik zum „Karfreitag“ -:):
              https://de.richarddawkins.net/articles/ausgeglaubt-warum-atheisten-fuer-die-gesellschaft-wertvoll-sind

              Und auch das folgende Zitat ist in diesem Kontext äußerst interessant.

              Zitat:Gott, so haben wir aus dem Johannes-Evangelium gelernt, hat seinen eigenen Sohn hingegeben – und das heißt etwas klarer formuliert: umbringen lassen –, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Nun ist aber auch Jesus ein Geschöpf Gottes gewesen, und die Kirche betont immer wieder gerne, dass man in ihm einen wahren Gott und einen wahren Menschen zu sehen habe. Bei seiner Erschaffung – in diesem Falle also bei seiner Zeugung durch den Heiligen Geist – hatte Gott aber ein klares Ziel vor Augen: Dieser Mensch sollte die Menschheit erlösen, sei es, weil sie ihm unbesehen folgte und zum Glauben fand, sei es, weil er ihre Sünden auf sich nahm, indem er sich kreuzigen ließ. Selbst wenn der Kreuzestod also nicht zwingend vorgesehen gewesen sein sollte, so hat ihn doch der göttliche Schöpfer als eine Option zumindest billigend in Kauf genommen. Nach christlicher Lehre ist aber das menschliche Leben unverfügbar, weshalb ja auch Eingriffe wie Abtreibung oder Präimplantationsdiagnostik grundsätzlich abgelehnt werden und es für einen Christen nicht erlaubt sein kann, menschliches Leben zu erzeugen, um es als eine Art von Ersatzteillager einzusetzen. **Wenn also kein Mensch gezeugt werden darf, um durch das spätere Entnehmen von Organen oder auch nur von bestimmten Zellen das Leben anderer Menschen zu retten, dann sollte es auch verboten sein, einen Menschen zu zeugen, dessen Existenz darauf ausgerichtet ist, zur Rettung der Menschheit gewaltsam beendet zu werden. Das Prinzip der Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens gilt auch für Gottessöhne, solange man behauptet, dass sie menschlich sind.

              Quelle: ** Päpstliche Reinigung:
              https://klarsicht-blog.blogspot.com/2015/09/papstliche-reinigung.html

              Gruß von
              Klarsicht(ig)

              Antworten

              1. userpic
                Klarsicht(ig)

                Zitat von Herrn Lehnert:Christliche Lehre ohne Aufklärung wäre mittelalterlich“.

                Hierzu sollte man sich auch den Vortrag von Herrn Dr. Michael Schmidt-Salomon anhören. Im folgenden Link befindet sich ein Video, in dem Herr Schmidt-Salomon zu hören und zu sehen ist.

                Denkfest: Ethik basiert auf Evolution, nicht Religion:
                https://www.youtube.com/watch?v=jePOZeUgXc4

                Und nachstehend noch ein interessanter Linkinhalt.

                An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität !":
                http://www.atheisten-info.at/infos/info4715.html

                Gruß von
                Klarsichgt(ig)

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                  Klarsicht(ig)

                  Eine ähnlich gute und lesenswerte religions-, glaubens- und kirchenkritische Ausarbeitung wie die des Herrn Lehnert befindet sich im folgenden Link.

                  Menschenrechte gegen „Gottes Wort“ von Klaus Uppendahl:
                  https://bfg-erlangen.de/portal/sites/default/files/bfgerlangen/pdf/PubliKUP_Menschenrechte.pdf

                  Gruß von
                  Klarsicht(ig)

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                    Hard Frost

                    Ich möchte gern auf die ziemlich gute Netflix-Serie "The Boys" hinweisen. In Folge s1e5 besucht unsere sympathische, integre, christlich erzogene Superheldin die sog. "Believe-Expo", eine christliche Veranstaltung, die wie eine Art Verkaufsmesse aufgezogen ist. Im Rahmen dieser soll sie auch eine abgelesene Rede halten, die sie dann aber weitgehend verwirft: "[..] I'm just scared and confused as the rest of you. I'm done pretending.. and I'm done taking any more shit."
                    In voller Länge:
                    https://www.youtube.com/watch?v=KrB4DE7b9os

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                      Klarsicht(ig)

                      Die „Versuchung“ Abrahams und seine Bereitschaft, seinen Sohn Isaak als „Brandopfer“ für den „Bibeldämon_“ zu opfern.

                      Der biblische Protagonist „versuchte“ Abraham, indem ER von ihm verlangt haben soll, seinen einzigen Sohn, den er lieb hat, IHM als „Brandopfer“ zu opfern 1. Brutaler und herzloser konnte SEIN Verlangen kaum sein. Das war wiederum eine wirklich abartig-phantasievolle Idee dieses „Bibelkonstruks“, SEINEN bibelbekannten exzessiven Hang zur Grausamkeit und SEINE Faszination für Blut zum Ausdruck zu bringen und auszuleben.

                      Wie es sich aus den angeblich vom „Bibelprotagonisten“geoffenbarten“ und unter dem angeblichen Anhauch des „Heiligen Geistes“ vom Autor niedergeschriebenen Textpassagen ergibt 2, diente die „Versuchung“ dem „Bibeldämon“ dazu festzustellen, wie stark die Furcht vor IHM und der Glaube an IHN in Abraham wohl verwurzelt waren. „...denn der Herr, euer Gott, versucht euch, daß er erfahre, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebhabt“ 3. Konnte ER etwa durch SEINE angeblich vorhandene Allwissenheit nicht das erfahren, was ER mittels einer „Versuchung“ wissen wollte ? Im übrigen meine ich, dass irgendwo in der Bibel geschrieben steht, dass „der Herr“ niemanden versucht.

                      Psychologisch hätte die „Versuchung“ dazu dienen können auszuloten, wo die Grenze dessen erreicht ist, was einem Individuum an Grausamkeit zugemutet werden kann und von ihm gedankenlos akzeptiert wird, in welchem Umfang man bereit ist, menschliche Würde und Selbstachtung aufzugeben, in welchem Umfang Frustration und Autoritätshörigkeit vorliegt, in welchem Umfang die Sensibilität für ethisch-humanitäres Denken und Handeln gegeben und in welchem Ausmaß eine sklavisch-unterwürfige Gesinnung verankert ist.

                      Man fragt sich, wieso das „Bibelkonstrukt“ eine „Versuchung“ Abrahams ins Spiel gebracht hat, um auf solche brutale Weise zu erfahren, wie es um dessen Furcht vor IHM und Glaube an IHN bestellt ist ? IHM müsste doch SEINE Allwissenheit zur Verfügung gestanden haben, um das zu erfahren, was ER erfahren wollte. Warum also handelte der „Bibeldämon“ so umständlich, da ER doch das viel einfachere Mittel der Allwissenheit hätte verwenden können ?

                      Für den „Bibeldämon“, die Amtskirchen und die devot-servilen „Glaubens-Infizierten" galt und gilt Abraham sicher als vorbildliches Menschenexemplar, da seine Furcht vor dem „Bibeldämon“ extrem und der religiöse Glaube an IHN derart fanatisch in Abraham ausgeprägt gewesen sein müssen, dass er doch „tatsächlich“ sklavisch-unterwürfig und heilsegoistisch bereit war, seinen Sohn für den „Bibelwiderling“ zu ermorden und anschließend zu grillen: „_ ... und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete_“ 4. Von Liebe ist in diesem Kontext nicht die Rede.

                      Gerade noch rechtzeitig, bevor Abraham seinen Sohn schlachten wollte, erhielt er angeblich aus dem Himmel von einer Hilfskraft des „Bibeldämons“ die Aufforderung: „Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun (erst !) weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.“ 5.
                      Nebenbei: Der „Bibeldämon“ konnte und kann sich wohl nicht immer auf SEIN Erinnerungsvermögen verlassen, denn ER schien vergessen zu haben, dass Isaak nicht der einzige Sohn Abrahams war. Isaak war Abrahams jüngster Sohn (Mutter Sara) 6. Sein älterer Sohn war Ismail (Mutter Hagar) 7. Allerdings liebte Abraham nur Isaak 8.

                      Ein Mensch, welcher derart von einer Gottesfurcht geplagt wird und so religiös-fanatisch gläubig ist, dass sich in ihm die sklavisch-bedingungslose Bereitschaft einstellt, seinen Sohn zu ermorden und zu grillen, wenn er meint, dazu in sich die Aufforderung von „Gott“ vernommen zu haben, ist eine extreme Gefahr für die menschliche Gesellschaft, weil er dann auch bedenkenlos andere Menschen (einzeln oder als Kollektiv) ermorden und natürlich auch sich selbst umbringen würde. In unserer Zeit hat es die menschliche Gesellschaft ja bereits real in vielen Fällen mit solchen abartigen Menschen zu tun (siehe z. B. „11. September 2001“ und andere Terrorakte und Selbstmordattentate) und in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder zu tun gehabt (siehe z. B. die 10 Bände der „Kriminalgeschichte des Christentums“ von K. H. Deschner).

                      Dafür, dass Abraham bereit war, seinen Sohn zu ermorden und zu grillen, wurde er vom „Bibeldämon“ auch noch belohnt. ER erklärt ihm, weil er solches getan hat und seinen einzigen Sohn nicht verschonen wollte, segnet ER seinen Samen und will ihn mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; sein Same soll die Tore seiner Feinde besitzen. Durch seinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, darum, dass Abraham der Stimme Gottes gehorcht hat 9.

                      Es ist ein Skandal, in der Bibel noch eine solche Horrorgeschichte zu finden, wodurch ihr ja weiterhin eine Leitbildfunktion zugemessen wird.

                      Verweise:
                      1) 1. Buch Mose [später B. M.], K. 22, V. 1 u. 2.
                      2) 1. B. M., K. 22, V. 12, und Hebräer, K. 11, V. 17.
                      3) 5. B. M., K.13, V. 4 (siehe auch 5. B. M., K. 8, V. 2)
                      4) 1. B. M., K. 22, V. 9 u. 10.
                      5) 1. B. M., K. 22, V. 12.
                      6) 1. B. M., K. 21, V. 2 u. 3.
                      7) 1. B. M., K. 16, V. 15.
                      8) 1. B. M., K. 22, V. 2.

                      Gruß von
                      Klarsicht(ig)

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                        Klarsicht(ig)

                        Die unheilige Schrift 1/4:
                        https://www.youtube.com/watch?v=MZAkO-gFjbA&t=664s
                        https://klarsicht-blog.blogspot.com/2013/09/die-unheilige-schrift.html

                        Anmerkung von Klarsicht(ig):

                        In dem Video behauptet Herr Dr. Erhard Zauner u. a., dass jedes Verbrechen, was es gibt, Mord, Totschlag usw., in der Bibel vorkommt, und dass es sogar mit Segnung, Duldung und der Aufforderung von JHWH verübt wird (ca. Min. 2,10).

                        Nachstehend werden drei Beispiele dafür angeführt, dass Herr Dr. Zauner mit seiner Behauptung nicht übertrieben hat.

                        1. Die große Barmherzigkeit des „Bibeldämons“.

                        Eine biblische Gestalt, die angeblich (nach Eva) mit dem „Osama bin Laden der Bibel“ (Satan) Bekanntschaft gemacht hatte, war David: „Und der Satan stand wider Israel und reizte David, dass er Israel zählen ließe“ 1. Diese Geschichte ging natürlich auch, wie bei Adam und Eva, nicht gut aus.

                        David kannte den Satan offenbar schon 2.

                        Auch er, David, galt als Sünder vor dem „Bibeldämon“, wie nachstehend zu ersehen ist.

                        David hatte seinen Feldhauptmann Joab mit einer Volkszählung beauftragt 3, der sie dann auch unter Hinzuziehung der Hauptleute des Heeres ausführte 4.

                        Wegen dieser albernen und harmlosen Volkszählung ergrimmte der „Bibeldämon“ wieder einmal und wurde zornig 5.

                        Auffallend war, dass der „Bibeldämon“ oft ergrimmte und Zorn in IHM aufwallte 6. Es handelte sich hier scheinbar um eine psychische Auffälligkeit - natürlich besonderer, göttlicher Art -, die ER offenbar in bestimmten Situationen nicht unterdrücken konnte, die aber leider immer SEINE Denk- und Handlungssteuerung ungünstig und zum Nachteil der Menschen beeinträchtigte.

                        Der „Bibeldämon“ bediente sich alsdann eines Mittelsmannes, nämlich des Propheten Gad 7, um David durch ihn wissen zu lassen, dass er sich unter drei Strafen die Strafe selbst aussuchen könne, die er, David, wegen seines „Ungehorsams“ erleiden sollte 8. So fragte der „Bibeldämon“ David durch den Propheten Gad: „Willst du, daß sieben Jahre Teuerung in dein Land komme ? oder daß du drei Monate vor deinen Widersachern fliehen müssest, und sie dich verfolgen ? oder daß drei Tage Pestilenz in deinem Lande sei ? “ 9. David erklärte: „.... aber laß uns in die Hand des Herrn fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; ich will nicht in der Menschen Hand fallen“ 10. Seine Wahl fiel also auf die Pestilenz.

                        Also ließ der Herr Pestilenz in Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, **daß des Volks starb ... 70.000 Mann“ 11. 

                        So sah also die „große Barmherzigkeit“ des „Bibeldämons“ aus ! Wieder - wie schon in einem anderen Fall - war es so, dass ER seinen Günstling David nicht physisch, sondern „nur“ psychisch bestrafte, wobei es noch sehr fraglich war, ob es David wirklich „gekratzt“ hatte, dass angeblich 70.000 Menschen seines Volkes durch „die Hand Gottes“ krepiert waren. Physisch mussten jedenfalls wieder andere Menschen für ihn leiden, wie es schon einmal in einem anderen Zusammenhang der Fall gewesen ist 12.

                        Leider stellte sich bei dem „Bibeldämon“ wieder erst nachträglich eine gewisse Nachdenklichkeit und die Einsicht ein, mit SEINER Bestrafung wohl über das Ziel hinausgeschossen zu sein, die ja auch nicht David, sondern völlig unschuldige Menschen getroffen hatte. Es „reute dem Herrn das Übel“ 13.

                        Trotz SEINER  „Reue“, die wegen 4. B. M., K. 23, V. 19, erstaunlich war, nahm das Sterben erst dann ein Ende, als David einen Altar gebaut und darauf Brand- und „Dankopfer“ für den „Bibeldämon“ dargebracht hatte 14.

                        Zynischer und sklavisch unterwürfiger konnte man wohl kaum handeln, indem man, wie David, sich bei diesem biblischen Dämon auch noch mit einem „Opfer“ dafür „bedankte“, dass ER mal eben 70.000 Menschen hatte krepieren lassen, Wesen also, die angeblich nach SEINEM Bilde erschaffen worden sein sollen („Siehe, selig ist der Mensch, den Gott straft; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.“ 15.

                        Verweise:
                        1) 1. Buch Chr., K. 21, V. 1.
                        2) 2. Buch Sam. [künftig B. S.], K. 19, V. 23.
                        3) 2. B. S., K. 24, V. 2.
                        4) 2. B. S., K. 24, V. 4.
                        5) 2. B. S., K. 24, V. 1.
                        6) z. B. 2. Buch Mose [künftig B. M.], K. 32, V. 10, 4. B. M., K. 11, V. 1, 10 u. 33, K. 25, V.
                        3, K. 32, V. 13, 5. B. M., K. 1, V. 34 u. 37, K. 6, V. 15, K. 31, V. 17.
                        7) 2. B. S., K. 24, V. 11.
                        8) 2. B.S., K. 24, V. 12.
                        9) 2. B. S., K. 24, V. 13.
                        10) 2. B. S., K. 24, V. 14.
                        11) 2. B. S., K. 24, V. 15.
                        12) Siehe insoweit 2. B. S., K.12, V. 9-12).
                        13) 2. B. S., K. 24, V. 16.
                        14) 2. B. S., K. 24, V. 25.
                        15) Das Buch Hiob, K. 5, V. 17.

                        2. Das arme Würstchen Hiob.

                        Auch das arme Würstchen Hiob machte mit dem „Osama bin Laden der Bibel“ (dem Teufel) Bekanntschaft. Der „Bibeldämon“ hatte keine Skrupel und missbrauchte SEINEN „Edelmenschen“ Hiob als Versuchskaninchen. ER ging nämlich angeblich mit dem Topterroristen der biblischen Menschheitsgeschichte (dem Teufel) eine unmoralische Wette ein. Der Inhalt der Wette war die Frage, ob Hiob wohl auch dann noch fromm und gottesfürchtig bleiben würde, wenn es ihm schlecht erginge.

                        Mit für IHN „sündigen Menschen“ war der „Bibeldämon“ immer unzufrieden und triezte sie deswegen. Einen für IHN „guten Menschen“, wie Hiob einer gewesen sein soll, verrät ER, wenn es IHM passt, indem ER ihn in diesem Falle an den Teufel auslieferte. 
                        Mit was für einem Dämon hat(te) man es zu tun, müssten sich „Glaubens-Infizierte“ doch eigentlich fragen, wenn sie nicht so devot-servil wären ?

                        Um Hiob also auf die Probe zu stellen, wurde er angeblich von dem „Bibeldämon“ skrupellos der Willkür des „Osama bin Laden der Bibel“ und seiner „Al-Quaida-Clique“ (den Teufeln) ausgeliefert. Die brachten dann angeblich die Ehefrau Hiobs, dessen sieben Söhne und seine drei Töchter um. Die Sklaven Hiobs wurden erschlagen. Hiob selbst wurde angeblich von schrecklichen Krankheiten befallen und musste unaussprechliche seelische und körperliche Qualen erleiden.

                        Das unmoralische, perverse, „biblisch bezeugte“ Experiment ging natürlich zugunsten des „Bibeldämons“ aus.

                        Der hier und auch in anderen biblischen Texten gepriesene Kadavergehorsam IHM  gegenüber war bei Hiob so stark ausgeprägt, dass er angeblich letztlich doch „tatsächlich“ dem „Bibeldämon“ gegenüber loyal blieb.

                        Den „Osama bin Laden der Bibel“ und dessen „Al-Quaida-Clique“ (die Teufel) ließ ER jedoch unverständlicherweise ungeschoren.

                        Menschenleben und menschliches Leid scheinen für den „Bibeldämon“ keine Rolle zu spielen, weswegen ich IHN ja auch jeweils als „Bibeldämon“ bezeichne.

                        Diese erbauliche Bibelgeschichte hat auch Herr Dr. Klaus Uppendahl in seiner religions-, glaubens- und kirchenkritischen Ausarbeitung aufgegriffen.

                        Menschenrechte gegen „Gottes Wort“:
                        https://bfg-erlangen.de/portal/sites/default/files/bfgerlangen/pdf/PubliKUP_Menschenrechte.pdf

                        3. Der „Bibeldämon“ missbrauchte Jehu als „Auftragskiller“.**   

                        Jehu ermordete im „göttlichen Auftrag“ 70 Söhne Ahabs, dessen sonstige Verwandten sowie seine Priester, 42 Brüder Ahasjas und schließlich mit Hinterlist alle Propheten, Knechte und Priester des Götzen Baal in Israel 1.       

                        Nachdem König Jehu seinen Königskonkurrenten Joram und den König der zwei israelitischen Stämme Juda und Benjamin, Ahasja, sowie Ahabs Witwe, Isebel, mit göttlicher Vollmacht ermordet hatte, richtete er sein Augenmerk auf die 70 Söhne Ahabs in Samaria 2, die von den Größten der Stadt aufgezogen worden waren 3. Auch Ahasja und Joram gehörten ja zu den Söhnen Ahabs.

                        JHWH waren die 70 Söhne Ahabs im Wege, weswegen sie ihr Leben verlieren sollten. Zu diesem Zweck hatte Jehu die Ältesten des Hauses Ahab und die Vormünder seiner Söhne sowie die Obersten der Stadt Jesreel durch einen ihnen übermittelten Brief - und natürlich auch durch die Morde, die er schon begangen hatte - so eingeschüchtert, dass sie ihm mitteilten: „Wir sind deine Knechte; wir wollen alles tun, was du uns sagst; wir wollen niemand zum König machen, tue, was dir gefällt“ 4.

                        Durch diese aus Angst abgegebene Erklärung waren Jehus weitere Mordabsichten nun durch zwei Vollmachten abgesichert - die eine war göttlichen und die andere irdischen Ursprungs.

                        Jehu forderte dann die Verfasser der irdischen Vollmacht durch einen weiteren Brief apodiktisch und ultimativ auf, ihm die Köpfe der 70 Söhne Ahabs zu schicken. Daraufhin „... nahmen sie des Königs Söhne und schlachteten die siebzig Mann und legten ihre Häupter in Körbe und schickten sie zu ihm gen Jesreel“ 5. Anschließend ermordete Jehu noch alle übrigen Angehörigen des Hauses Ahab in Jesreel ... alle seine Großen, seine Verwandten und seine Priester, bis daß ihm nicht einer übrig blieb 6. Das Wort „einer“ und an anderer Stelle 7 das Wort „einen“ ist in dem hier verwendeten Bibeltext tatsächlich durch Fettdruck hervorgehoben. Die Amtskirchen möchten damit wohl klar machen, wie beeindruckt sie davon sind, mit welcher Gründlichkeit und Akkuratesse göttliche Mordaufträge von Jehu ausgeführt wurden, was ja bei Saul nicht der Fall war 8, wobei sie sicher möchten, dass sich auch der Bibelleser entsprechend beeindrucken lässt.

                        Dann begab sich der Mörder Jehu mit seiner Gefolgschaft von Jesreel nach Samaria. Unterwegs traf er an einem Hirtenhaus auf die 42 Brüder Ahasjas, der König der beiden Stämme Israels (Juda und Benjamin) war und den Jehu ja schon ermordet hatte. Auch die Brüder ließ Jehu ergreifen. Und sie griffen sie lebendig und schlachteten sie bei dem Brunnen am Hirtenhaus, zweiundvierzig Mann, und er ließ nicht einen von ihnen übrig 9.

                        In Samaria machte Jehu dann auch mit dem „... was übrig war von Ahab zu Samaria ...“ kurzen Prozess. Er vertilgte alles „... nach dem Wort des Herrn, das er zu Elia geredet hatte“ 10.

                        Der Schlächter im Auftrage des „Bibedämons“, Jehu, wendete sich alsdann seiner nächsten Aufgabe zu - den Propheten des Götzen Baal. Jehu sorgte mit Hinterlist dafür, dass alle Propheten Baals, alle seine Knechte und Priester aus ganz Israel in das Haus Baals kamen. Hier ließ er sie dann alle von 80 bestellten Trabanten und Rittern abschlachten 11.

                        Zum Schluss lobte JHWH das Verhalten Jehus, den er als seinen Auftragskiller missbraucht hatte. JHWH belohnte den Mörder mit einem Versprechen: „Und der Herr sprach zu Jehu: Darum daß du willig gewesen bist zu tun, was mir gefallen hat, und hast am Hause Ahab getan alles, was in meinem Herzen war, sollen dir auf dem Stuhl Israels sitzen deine Kinder ins vierte Glied 12.

                        Verweise:
                        1) 2. Buch von den Königen [künftig B. K.], K. 10, V. 1-7, 11-14, 18-28, 30, 1. B. K., K. 21,
                        V. 21 u. 22, 2. Buch der Chronik [künftig B. Chr.], K. 22, V. 8.
                        2) 2. B. K., K. 10, V. 1.
                        3) 2. B. K., K. 10, V. 6.
                        4) 2. B. K., K. 10, V. 2-5.
                        5) 2. B. K., K. 10, V. 6 u. 7.
                        6) 2. B. K., K. 10, V. 11.
                        7) 2. B. K., K. 10, V. 14.
                        8) Siehe 1. Buch Samuel, K. 15.
                        9) 2. B. K., K. 10, V. 12-14, 2. B. Chr., K. 22, V. 8.
                        10) 2, B. K., K. 10, V. 17, 1. B. K., K. 21, V. 21 u. 22.
                        11) 2. B. K., K. 10, V. 18-28.
                        12) 2. B. K., K. 10, V. 30, K. 15, V. 12.

                        Bei diesen 3 Kritikschriften orientierte ich mich an dem 1912 vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss genehmigten Text des „Alten Testamentes“. 

                        In den Kritikschriften wird die biblische Geschichtsschreibung so aufgegriffen, als berichte sie über historisch verbürgte Fakten (Michael Depner). 

                        Siehe auch: Warum die Bibel nicht „heilig" ist:
                        http://klarsicht-blog.blogspot.com/2014/09/warum-die-bibel-nicht-heilig-ist.html

                        Gruß von
                        Klarsicht(ig)

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                          Losian

                          Aus dem Zusammenhang gerissen.
                          Überspitzt negativ interpretiert.
                          Kriminalisiert.
                          Das ist keine Kritik, das ist eine Schmähschrift.

                          Gratuliere!

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                            Klarsicht(ig)

                            @ Losian:
                            Ihre Beurteilung meines Kommentars trifft implizit auch auf die Textpassagen der Bibel zu, mit denen ich mich in meinem Kommentar befasst habe. Denn offensichtlich sind sie qualitativ so beschaffen, dass es möglich ist, über sie in der Art und Weise zu schreiben, wie ich es getan habe.

                            Ich gratuliere Ihnen zur Beurteilung der Bibeltextpassagen !

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                              Uwe Lehnert

                              Werte(r) Losian,

                              zunächst Dank für die Gratulation!

                              Ich kann verstehen, dass Sie als offenbar streng Gläubige(r) sich angegriffen fühlen. Aber sich zu einer Organisation zu bekennen, die sich solcher Verfehlungen schuldig gemacht hat, sollte man nicht kritisieren dürfen? Sie bleiben eine etwas differenziertere Erklärung schuldig für die Behauptung, dass ich aus dem Zusammenhang gerissen hätte, überspitzt negativ kriminalisiert und eine Schmähschrift geliefert hätte.

                              Meine Absicht konnte es nicht sein, eine lückenlose Aufzählung von Verbrechen und Vergehen der Kirche über die Jahrhunderte zu erstellen. Meine Absicht ist es, mich soweit der Verworfenheit dieser Institution zu vergewissern, dass ich guten Gewissens sagen kann, nein, dass ich aus Gründen der Redlichkeit sagen muss, einer Organisation mit einer solchen Vergangenheit kann ich nur mit Abscheu und Empörung den Rücken kehren. Zwar darf man den Menschen, die heute dieser Kirche dienen, diese Untaten nicht mehr zur Last legen. Aber müssten sie nicht eigentlich im höchsten Maße irritiert sein bei dem Gedanken, welcher Organisation – mit unfassbarer Schuld beladen – sie mit Überzeugung angehören?

                              Insbesondere von kirchlicher oder ihr nahestehender Seite heißt es oft, die Berichte über die Gräuel der Kreuzzüge, der Inquisition und der Hexenprozesse beispielsweise seien übertrieben, in Wirklichkeit hätte sich die schützende Hand der Kirche über so manchen Sünder gelegt. »Der Behauptung, dass es nicht so schlimm gewesen sei, muß« – so der Kirchenhistoriker Walter Nigg – »geantwortet werden: Doch, es war schlimm, so schlimm, daß es schlimmer nicht hätte sein können!« Aber selbst wenn nur Teile davon wahr wären, es wäre ungeheuerlich genug und disqualifizierte diese Kirche und die von ihr verbreitete Lehre für alle Zeiten.

                              Im März 2000 hat Papst Johannes Paul II. (1920-2005) in einem öffentlichen Schuldbekenntnis (»Mea Culpa – Tag der Vergebung«) die geschichtliche Verantwortung seiner Kirche (und in diesem Falle auch für die damals noch nicht existierende evangelische Kirche) u.a. für die Gräueltaten der Inquisition, der Kreuzzüge und der Missionierung Lateinamerikas sowie der über Jahrhunderte erfolgten Judenpogrome übernommen und sich dafür – in verklausulierter Form und in langen Texten fast versteckt – entschuldigt. Gleichzeitig wird aber in dieser Schrift unverändert daran festgehalten, dass die Kirche eine heilige Institution sei und dass die Sünden der Vergangenheit nicht die Unfehlbarkeit des Papstes in den Angelegenheiten des Glaubens und der Moral in Frage stellten! Man fragt sich verwundert: Die Päpste als oberste »Dienstherren« verantwortlich für das damalige amoralische Geschehen aber gleichzeitig unfehlbar? Auf solche in sich total widersprüchliche »Schuldbekenntnisse« kann man getrost verzichten, sie stellen nur Augenwischerei dar und einen weiteren Versuch, die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen.

                              Bleibt nur noch daran zu erinnern, dass die Kirche weltweit, vor allem die katholische, in letzter Zeit durch sehr viele Fälle von Kindesmissbrauch sich ein weiteres Mal bloßgestellt hat. Ihre damit einhergehende systematische Vertuschungspraxis, ihr Anspruch auf rechtliche Autonomie und ihre bisherige Verschleppungstaktik, allen, in die Zehntausende gehenden Opfern eine angemessene, wenigstens materielle Entschädigung zu gewähren, hat wieder einmal Einblick gegeben in ihr wahres Denken und Handeln. Stattdessen verweist diese »moralische Anstalt« fast triumphierend auf die Verjährung der meisten Taten (lässt immerhin aber für die Opfer beten!). Diese klerikale Selbstherrlichkeit und moralische Heuchelei gehört für mich zu ihren Charakterzügen und ist der Grund für einen schleichenden Vertrauensverlust, selbst bei jenen, die ihr bisher noch wohlgesonnen waren. Denn bei den Missbrauchsfällen handelt es sich offensichtlich um ein strukturelles Problem der Kirche, speziell der katholischen, für das die kirchlichen Repräsentanten sich bisher weigern, die Konsequenzen zu ziehen. Stattdessen wird auf die Verfehlung einzelner Priester verwiesen. Tatsächlich liegt die wesentliche Ursache in der widernatürlichen Einstellung der Kirche zur Sexualität und der Abwertung der »fleischlichen Liebe« begründet, einer Sexualmoral, die vor allem im Erziehungswesen, aber nicht nur dort ihre verheerende Wirkung entfaltete.

                              Mit den sexuellen Verfehlungen ihrer Vertreter, von den untersten Rängen bis hinauf zum bischöflichen Stand, ist die Kirche moralisch noch mehr in die Defensive geraten, und zwar deswegen, weil es zum Selbstverständnis gerade dieser Religion gehört, sich als Quelle und Garant von Moral zu begreifen. Aus diesem Grund wiegt ihr Versagen ungleich schwerer als das jeder anderen Institution, die sich ähnlicher Verbrechen schuldig gemacht hat. Folgt man anonym durchgeführten Umfragen – und ich habe keinen Grund, an der Tendenz der Ergebnisse zu zweifeln – dann unterhält fast die Hälfte der Priester sexuelle Beziehungen und etwa ein Drittel hat mindestens ein Kind gezeugt. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit kann kaum noch größer sein. Die Menschen stimmen inzwischen mit den Füßen ab und kehren in Scharen den selbsternannten Moralaposteln den Rücken, jedenfalls in Mitteleuropa. In den wissensdefizitären und bildungsfernen Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas hat die Kirche Zulauf. Für denkende und nachdenkende Menschen dagegen wird eine solche Glaubensinstitution immer weniger attraktiv. Je gebildeter Menschen sind, umso mehr bilden sie sich ihr eigenes Urteil.

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                            Der Schokopäde

                            Herr Lehnert,

                            irgendwie wäre Ihre Entrüstung glaubwürdiger wenn klarer wäre warum Sie die Opfer der Kirche so penibel aufführen während Sie zu den Opfern des Kommunismus, der ja eine realistische Alternative zum Christentum hätte sein können, so beredsam schweigen. Was muss ein Opfer erlitten haben damit es von Ihnen gewürdigt wird ? Soll ich es Ihnen sagen ? Es sieht für mich so aus das das für Sie entscheidende Kriterium ist ob man Christen als Täter in Verbindung bringen kann oder nicht. Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben was ich meine. Sie schreiben:

                            "Die Kriterien, nach denen selbst Christen heute die Steinigung von Ehebrecherinnen, das Töten von Homosexuellen oder das Halten von Sklaven strikt ablehnen, stammen gerade nicht aus der Bibel. Sie sind ein Ergebnis der auf Vernunft gründenden Aufklärung. Ich will damit sagen, dass die Kirche moralisch immer noch im Mittelalter stehen würde, hätte sie sich nicht den Forderungen der Aufklärung beugen müssen."
                            ---------------

                            Wenn man jetzt ein bischen im Internet sucht findet man Aussagen wie diese:

                            Im Kampf gegen Sklaverei und Sklavenhandel spielten aufklärerische Ideen zwar eine gewisse Rolle in Teilen der geistigen Eliten der Vereinigten Staaten und Europas...Wichtiger war, dass sich im Pietismus und in der evangelischen Mission im 18. und 19. Jahrhundert die Auffassung durchsetzte, dass ein Verständnis des Menschen als Kind Gottes nicht mit der Sklaverei vereinbar sei.
                            (https://de.wikipedia.org/wiki/Abolitionismus#Gro%C3%9Fbritannien)
                            ---------------------
                            Unmittelbar dem Zeitalter der Aufklärung verbunden sind die Vereinigten Staaten von Amerika bis heute durch ihre Verfassung, die in den Grundzügen seit 1787 ungeschmälert fortbesteht. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass mit keiner der Menschenrechtserklärungen des Aufklärungszeitalters die Abschaffung der Sklaverei verbunden war und dass von Rechten für Frauen und Kinder darin nicht die Rede war.
                            (https://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung#VereinigteStaaten)
                            ------------------------
                            Voltaire stand mit seinem Judenhass keineswegs allein da. Es handelt sich hier also nicht um eine Ausnahme oder ein Randphänomen. Der längste Eintrag in der von ihm und den anderen französischen Aufklärern herausgegebenen "Encyclopédie" handelt von den Juden: eine Zusammenstellung der dümmsten und schlimmsten antisemitischen Klischees, die damals in Europa kursierten.
                            https://www.welt.de/kultur/history/article108335884/Die-grossen-Aufklaerer-waren-oft-Judenhasser.html
                            ------------------
                            Die Versammlung von Philadelphia beschloss 1758 als erste Jahresversammlung die Aufhebung der Sklaverei in ihren Reihen und bestrafte Verstöße dagegen mit dem Ausschluss aus der Religiösen Gesellschaft der Freunde. Die Vorreiter-Rolle der amerikanischen Quäker in Ablehnung der Sklaverei wurde auch von prominenten Zeitgenossen wie Voltaire deutlich hervorgehoben.
                            (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte
                            desQu%C3%A4kertums)
                            ----------------------
                            Ein Auszug aus den Verhältnissen in einem Kinderheim in der DDR:

                            Nach acht Stunden Arbeit mussten die gefangenen 14- bis 18-Jährigen bis zum Umfallen Sport treiben. Schaffte das einer nicht, straften die Erzieher die ganze Gruppe – und diese rächte sich nachts im Schlafraum.
                            (https://www.deutschlandfunk.de/kinderheime-in-der-ddr-die-hoelle-der-spezialheime.1310.de.html?dram:article
                            id=340984)
                            ---------------

                            "Die Vorreiter-Rolle der amerikanischen Quäker in Ablehnung der Sklaverei wurde auch von prominenten Zeitgenossen wie Voltaire deutlich hervorgehoben."

                            Von Voltaire schon, von Ihnen aber nicht Herr Lehnert. Sie müssen mir jetzt einfach mal glauben das es kein gutes Licht auf den Atheismus wirft wenn solche Fakten unerwähnt bleiben und erst nach einer Recherche entdeckt werden. Kurz: Ihre Glaubwürdigkeit könnte auf der Strecke bleiben zumal fehlende Bildung als Erklärung ausscheidet.

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                              Uwe Lehnert

                              Schokopäde,

                              was ist denn das für eine Logik, die Sie hier bemühen?

                              Mein Thema ist ausdrücklich hier die Religion und speziell der christliche Glaube. Weder die Verbrechen der Kommunisten, noch die der Nationalsozialisten, auch nicht die Verbrechen der Türken an den Armeniern, noch …, noch … sollten hier diskutiert werden. Ich habe nicht den Ehrgeiz hier eine Geschichte der Verbrechen an der Menschheit abzuliefern. Wie kommen Sie überhaupt darauf, eine solche Ausweitung des Themas zu verlangen? Ich verstehe, dass Sie – offenbar ein Anhänger einer Religion, die sich geradezu einmaliger Verbrechen an der Menschheit schuldig gemacht hat – sich zutiefst getroffen fühlen. Zu Recht – angesichts dieser endlosen Liste von Schandtaten!

                              Noch ein Wort zur Aufklärung: Sie verweisen auf die angeblich rühmliche Rolle des Pietismus und der evangelischen Mission im 18. und 19. Jahrhundert. Auf die Idee kommen Sie wohl nicht, dass Menschen mit Herz - denn unter den Christen gab es mit Sicherheit sehr viele unter ihnen - auch schon unter dem Einfluss der Aufklärung standen und angesichts des erbarmungslosen kirchlichen Terrors Gefühle der Menschlichkeit entwickelten? Hinzu kommt, dass es überhaupt fast nur Christen sein konnten, die sich gegen die skrupellosen Repräsentanten der Kirchen wenden konnten, denn jeder, der auch nur die Andeutung von Kritik am verbrecherischen Verhalten der Kirchen erkennen ließ, wurde sofort der Ketzerei bezichtigt und landete im Gefängnis und nicht selten auf dem Scheiterhaufen.

                              Und was die Sklaverei angeht, so ist sie durch Altes und Neues Testament an vielen Stellen ausdrücklich gebilligt und später durch die Päpste explizit gerechtfertigt worden. Sie kennen Ihre Bibel und Ihre Kirche nicht! Übrigens: Der Vatikan schaffte als einer der letzten Staaten Europas erst im Jahre 1838 die Sklaverei ab.

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                                Meinrad Locher

                                Lieber Herr Lehnert

                                Erst mal ein dickes Lob für Ihren durchwegs respektvollen Umgangston mit Gläubigen und Ihre Empathie für deren Ansichten.

                                Ich gehe mit Schokopäde (cooler Nickname!) einig, dass in Ihrer interessanten und fundierten Arbeit gewisse historische Tatsachen (aus strategischen Gründen?) ausgeblendet werden, welche der Kirche zugute gehalten werden müssten.

                                Ich denke beispielsweise an die Folter, welche die Kirche bis ca. 1200 strikte ablehnte und erst anlässlich ihres Kampfes gegen Häresien (Katharer, Albigenser, Waldenser) und damit einhergehenden, drohenden Schismata um 1252 von Papst Innozenz IV. gebilligt wurde - allerdings in abgeschwächter Form "ohne die Glieder zu zerschlagen und ohne in Lebensgefahr zu bringen". Die sog. "peinlichen Befragung" der Inquisition wurde allerdings von weltlichen Behörden durchgeführt, welche sich einen Deut um die "milde" Form der Folter kümmerte. Dass der Verfasser des "Hexenhammers", Heinrich Kramer, ein Theologe und Dominikaner, zeitlebens gegen den kirchlichen Widerstand kämpfte und sogar vom Bischof in Innsbruck des Landes verwiesen wurde, ist ebenso bedeutsam wie die Tatsache, dass die Kölner Inquisition grosse Teile seines Werkes als unethisch und illegal ablehnte, weil sie nicht im Einklang mit der katholischen Lehre standen. Inquisition und Hexenverfolgung wurden schliesslich von der Weltlichkeit ad absurdum getrieben, indem sie sich auf diese Weise "elegant" unbequemer Zeitgenossen entledigte. Die grausame Verbrennung vermeintlicher Hexen zwecks "Läuterung durch Feuer" war m.W. keine Strafe der Kirche, sondern wiederum der weltlichen Gerichtsbarkeit. Die Inquisition war notabene lediglich bei mehreren hundert der über 3 Millionen Hexenprozessen beteiligt, wobei in 1.5 Prozent ein Todesurteil verhängt wurde. Zugegeben: Die Strafe der Kirche für Häretiker, die Exkommunikation, bedeutete dannzumal in Europa allerdings eine heute krass unterschätzte Härte, weil Exkommunizierte sozusagen von der gesamten Bevölkerung geächtet wurden und teilweise, wenn auch nicht von der Kirche beabsichtigt, als vogelfrei galten.

                                Bei näherer Recherche können weitere, sehr interessante historische Fakten aus teilweise neuerer Forschung hinsichtlich Kreuzzüge, Sklaverei, Missionierung und ferner Glaubenskriege aus verschiedenen seriösen Quellen erhoben werden, wobei sich die unrühmliche Rolle des Christentums und namentlich der Kirche stark differenziert.

                                Was in Ihrer Arbeit völlig fehlt, ist das Wirken des Teufels. Das ist symptomatisch und konsequent für Atheisten, zumal sie nicht an Gott glauben und daher auch den Satan verneinen müssen. "Satans Rauch ist in die Kirche eingedrungen", hat 1972 Papst Paul VI. festgestellt. Aber bereits Petrus hat vor dem Zersetzungswerk des Teufels in der Urkirche gewarnt. Der Teufel als der "Gegenspieler" Gottes will den Glauben und die Kirche zerstören und als "Nachäffer" Gottes sein eigens Reich errichten. Es dürfte Lucifer willkommen sein, wenn der heutige aufgeklärte Mensch ihn als inexistent betrachtet, auf diese Weise kann er im Verborgenen und unbemerkt wirken. All die tatsächlichen Verfehlungen und Irrtümer der Kirche sollten auch mit dieser Schattierung betrachtet werden. Damit will ich die Kirche nicht etwa von ihrer Verantwortung entlasten, aber die von Ihnen, Herr Lehnert, angesprochenen kirchlichen Verfehlungen aus einer für Gläubige ganzheitlichen Sicht betrachten.
                                Der von Ihnen abgelehnte Freie Wille spielt für mich hierbei eine ganz entscheidende Rolle. Es ist der Freie Wille, der uns Menschen zwischen Gut und Böse entscheiden lässt. Durch ihn werden wir leider beeinfluss- und manipulierbar, besonders für die raffinierte Rhetorik des Teufels, wovon auch ein Papst oder ein Heiliger nicht gefeit ist.

                                In Ihrer Antwort an "Losian" kehren Sie der Kirche mit Abscheu und Empörung den Rücken. Wenn Sie allerdings Ihre Redlichkeit aufrecht erhalten wollen, müssten Sie der ganzen Menschheit ob deren Verworfenheit den Rücken kehren: Weltkriege, Atombomben, Over-Kill, Umweltverschmutzung und -vergiftung, Klimawandel, Verschwendungssucht neben Hungersnöten, Korruption, Ausbeutung von Mitmenschen usw. usf.

                                Warte gespannt und mit Vorfreude auf Ihren nächsten Text.

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                                  Uwe Lehnert

                                  Sehr geehrter Herr Locher,

                                  diese hier präsentierten Folgen 1 bis 7 von Argumenten richten sich – das hatte ich zu Beginn der Folgen betont – an junge Menschen, die kein Interesse haben an tiefgehenden philosophischen und theologischen Fragen. Ich habe mich deswegen ausdrücklich auf jeweils wenige griffige, leicht einsehbare Argumente beschränkt. Die sehr ausführliche Beschäftigung mit der christlichen Lehre und der Kirche habe ich in dem von mir erwähnten Buch »Warum ich kein Christ sein will« (2018, 7. Auflage) vorgenommen. Von einigen Diskutanten ist das Thema sehr ausgeweitet worden, auf meine hier angeführten Argumente, was ja nahe läge, ist kaum einer eingegangen.

                                  Ein letzte Bemerkung: Sie schreiben, dass bei den Verurteilungen die eigentlich ausführenden Organe staatliche Stellen waren. Das war natürlich nur ein fauler Trick der Kirche. Sie wollte sich nicht die Finger schmutzig machen und schob die Vollstreckung der barbarischen Urteile weltlichen Behörden zu. Bei der damals noch engeren Verquickung von kirchlichen und staatlichen Stellen als das heute der Fall ist, war der Unterschied aber praktisch bedeutungslos.

                                  Die Kirche maßte sich an, jede angebliche oder tatsächliche Verletzung kirchlicher Regeln und Vorgaben zu verfolgen. Unter Berufung auf Aussagen in der Bibel, bis ins Detail weiter ausgeführt zum Beispiel in dem berüchtigten Hexenhammer. Und erstmalig und vermutlich einmalig bisher in der Weltgeschichte: Zwecks Quälens der Angeklagten bis zum Wahnsinn und zur Bewusstlosigkeit wurden eine Vielzahl von Geräten extra für diesen Zweck erdacht und konstruiert. Das haben noch nicht einmal die Nationalsozialisten und die Kommunisten fertíg gebracht. Karlheinz Deschner notiert: Es gibt vermutlich nichts im Christentum, das mit so viel Furcht und Abscheu erduldet wurde wie die Inquisition, und wohl wenig, das mit solcher Intensität und Erbarmungslosigkeit betrieben worden ist. »Selbst die Menschenquäler der KZs«, schreibt der Schriftsteller Hans Wollschläger mit allem Recht, »haben so zu quälen nicht verstanden.«

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                                    Klarsicht(ig

                                    In der Diskussion zwischen den Vertretern, die hier ihre divergierenden Weltbilder und deren Inhalte zu rechtfertigen und zu verteidigen versuchen, ist inzwischen auch das Phänomen zu beobachten, was sich oft dann einstellt, wenn auf einer Seite das Arsenal der Argumente, die ihre Position als richtig darstellen sollen, als nicht überzeugend und/oder als ausgeschöpft empfunden wird: Man versucht oft erfolgreich, vom bisher behandelten Kernthema abzulenken und von ihm wegzukommen, indem man ein anderes Thema oder mehrere von ihnen ins Spiel zu bringen versucht, in dem bzw. in denen man meint, argumentativ besser als im Kernthema abzuschneiden.

                                    Es ist eindeutig so, dass inzwischen die „Glaubens-Fraktion“ apologetisch sehr stark darum bemüht ist, das von mir genannte Phänomen hier wirksam werden zu lassen. Darauf sollte sich die Gegenseite nicht einlassen, sondern allein beim Kernthema bleiben. Jedenfalls habe ich nicht die Absicht, das Spiel, was die „Glaubens-Fraktion“ hier einzuführen versucht, mitzuspielen.

                                    Wenn die „Glaubens-Fraktion“ ein Interesse daran haben sollte, die Themen zu diskutieren, die sie außerhalb des hier behandelten Kernthemas ins Spiel gebracht hat, dann soll sie gefälligst anderweitig für einen Diskurs über sie sorgen.

                                    Zitat;Was in Ihrer Arbeit völlig fehlt, ist das Wirken des Teufels.

                                    Ich würde es als eine intellektuelle Bankrotterklärung empfinden, wenn man hier z. B. ernsthaft über das „Wirken des Teufels“ diskutieren würde !  

                                    Gruß von
                                    Klarsicht(ig)

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                                      Uwe Lehnert

                                      Klarsicht(ig), auf das Argumente "Teufel" bin ich genau deswegen nicht eingegangen, weil es mir einfach zu lächerlich erschien.

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                                        Meinrad Locher

                                        Hallo Klarsicht(ig)

                                        Dann bleiben doch wenigstens Sie beim Thema und kritisieren Sie stattdessen nicht laufend Diskutanten bezüglich deren Art zu diskutieren. Ihre endlosen Unterstellungen wirken ermüdend.

                                        Antworten

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                                        Der Schokopäde

                                        "Auf die Idee kommen Sie wohl nicht, dass Menschen mit Herz - denn unter den Christen gab es mit Sicherheit sehr viele unter ihnen - auch schon unter dem Einfluss der Aufklärung standen und angesichts des erbarmungslosen kirchlichen Terrors Gefühle der Menschlichkeit entwickelten?"

                                        Wikipedia:

                                        "Anlässlich des 200. Jahrestages der Französischen Revolution machte der bis 2001 an der Sorbonne lehrende französische Philosoph Louis Sala-Molins darauf aufmerksam, dass keinem der Aufklärer an der Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien gelegen war – weder Condorcet, Diderot, Montesquieu noch Rousseau. Eine bekannte Ausnahme war Marquis de La Fayette. Sala-Molins hält die Einstellung zur Sklavenfrage und zu den Schwarzen für den entscheidenden Schwachpunkt im aufklärerischen Anspruch auf die als universell propagierten Menschenrechte."
                                        (https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei)

                                        Also, Christen als Vorreiter zur Abschaffung der Sklaverei sind nachweisbar; aber WO waren die Aufklärer ?

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                                        1. userpic
                                          Meinrad Locher

                                          Lieber Herr Lehnert

                                          "diese hier präsentierten Folgen 1 bis 7 von Argumenten richten sich – das hatte ich zu Beginn der Folgen betont – an junge Menschen, die kein Interesse haben an tiefgehenden philosophischen und theologischen Fragen. Ich habe mich deswegen ausdrücklich auf jeweils wenige griffige, leicht einsehbare Argumente beschränkt."

                                          Einerseits werden junge Leute ohne solche Interessen kaum diese Website besuchen. Anderseits ist Ihre Vorgehensweise problembehaftet; Sie picken einige Kontra-Argumente heraus, dampfen diese auf sensationelle Aussagen ein und nehmen in Anspruch, die Zielgruppe würde diese ohne weiteres kritiklos konsumieren. Für mich erzeugt sowas den Geschmack intellektueller Verführung mit dem Ziel "bilde Dir meine Meinung".

                                          "Die sehr ausführliche Beschäftigung mit der christlichen Lehre und der Kirche habe ich in dem von mir erwähnten Buch »Warum ich kein Christ sein will« (2018, 7. Auflage) vorgenommen."

                                          Sie machen mich neugierig, ich setze Ihr Buch auf meinen literarischen Speisezettel.

                                          "Von einigen Diskutanten ist das Thema sehr ausgeweitet worden, auf meine hier angeführten Argumente, was ja nahe läge, ist kaum einer eingegangen."

                                          Auf Ihre angeführten Argumente telquel einzugehen, ist ohne Ausweitung der Betrachtung zugrundeliegender Problemkreise gar nicht möglich, es sei denn, Sie würden bloss eine platte Zustimmung oder Ablehnung lesen wollen.

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                                            Uwe Lehnert

                                            Lieber Herr Locher,

                                            Ihre Bedenken sind nicht ganz unbegründet, wenn Sie schreiben, dass junge Leute ohne religiöse Interessen diese Seite kaum besuchen werden. Das Original der Beiträge der einzelnen Folgen ist allerdings jeweils auf meiner Facebookseite eingestellt worden. Der Text richtet sich damit auf weit über tausend »Facebook-Freunde«, darüber hinaus an einen weiteren potentiell sehr großen Interessentenkreis. Aber eigentlich möchte ich Leute ansprechen, die sich gern mit anderen, seien diese nun gläubig, zweifelnd oder ungläubig, über religiöse bzw. weltanschauliche Fragen auseinandersetzen. Ihnen möchte ich eine überschaubare Liste griffiger und leicht nachvollziehbarer Argumente an die Hand geben, die ihnen den ersten Einstieg in eine solche Auseinandersetzung erleichtern.

                                            Sie monieren die Auswahl von »Kontra-Argumenten«, die ich auf »sensationelle Aussagen eingedampft« habe. Da mögen Sie Recht haben. Meine Erfahrung aber ist, dass mit diesen Argumenten sehr wohl beim Gegenüber Überlegungen angeregt und erste Zweifel geweckt werden, die dann – da haben Sie sicher auch Recht – einer vertieften Begründung bedürfen. Vorausgesetzt der erste Meinungsaustausch stieß auf Resonanz mit Interesse an einer Fortsetzung.

                                            Schließlich kritisieren Sie meinen Wunsch nach einer Diskussion meiner Argumente und deren Begründung. Warum sollte mein Anliegen bloß eine »platte Zustimmung oder Ablehnung« provozieren. Ergänzungen, wie teilweise ja erfolgt, oder bessere, schlagkräftigere Begründungen könnten den Lesern einfallen und meine Liste optimieren.

                                            Zum Schluss der Präsentation dieser sieben Folgen werde ich die Argumente auf etwa einer DIN A4 – Seite zusammenfassen und als Argumentationshilfe zur Verfügung stellen.

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                                            Das Zugutehalten von irgendwelchen Taten bringt die Kirche in keinster Weise in ein positiveres Licht, denn man kann ja schlecht argumentieren:
                                            "Stimmt, Jahrhunderte und Jahrtausende lang (systematisch) Sch*** gebaut; ABER Leute, die "Christ" auf dem Mäntelchen stehen hatten, haben dann und dann AUCH MAL was Gutes gemacht (freilich dann ohne gleichzeitig zu erwähnen unter wessen (weiteren) Einfluss oder aus welchem sonstigen Kulturkreis diese kamen oder welche persönlichen sozialen Erfahrungen diese hatten).
                                            Die moralische Bankrotterklärung bleibt demnach so und so bestehen, da man - wie ja nun hinlänglich zitiert und belegt wurde - aus (christlich) religiösen Texten nun alles und nichts herauslesen kann.
                                            Aus diesem Grund können selbst zum heutigen Tage noch Anhänger irgendwelcher Religionen (komischerweise offenbar ohne rot zu werden) auftreten und sagen: Ja, aber da haben Sie dies und jenes vergessen und das war doch gut, oder?
                                            DARUM GEHT'S NICHT!
                                            Aus diesem Grund ist in diesem Zusammenhang speziell dem letzten Beitrag von Klarsicht ausdrücklich zuzustimmen. ...

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